Sonntag, 8. März 2009

Frauentag und Marteniza

Heute gab es in usnerem kleinen Warwara eine Frauentagsfeier. Der Internationale Frauentag hat hier durchaus Bedeutung. Nein, keine Politiker, keine Reden, kein offizielles Bramborium. Hier feiern tatsächlich die Frauen - Jung und Alt - gemeinsam ihren Tag. Zur Mittagszeit versammelten sich fast alle Frauen des Dorfes in der größten Gaststätte des Ortes. Das schönste dabei - Bulgarinnen und die ortsansässigen Zigeunerinnen feiern gemeinsam. Es wurde viel geschwatzt, gegessen, getrunken - vor allem aber mit Begeisterung und Ausdauer getanzt. Bevorzugt wird dabei die Hora, ein Reigentanz, wie er ähnlich in vielen Ländern Tradition hat.
Es war übrigens nicht der erste "Frauentag" in diesem Jahr. Bereits Ende Januar haben sich die Frauen zusammengefunden, als sie den Baba-Tag, den Großmuttertag begingen. Auch dieser Tag hat eine lange Tradition. Eigentlich, so erzählten uns Freunde, treffen sich an diesem Tag die Großmütter (dass ich eingeladen war hat mich schon erschreckt, ) um miteinander zu reden, jeder bringt etwas selbst Gebackenes, Gekochtes, Gebrautes zum Verkosten mit. Es war also wahrscheinlich eine Möglichkeit, mal aus dem eigenen Haus und hinter dem Herd hervorzukommen zu einem geselligen Beisammensein unter Gleichgesinnten. Nun, der Großmuttertag, den ich erlebte, verlief ähnlich wie auch der Frauentag - sehr gesellig und sehr fröhlich. Und nicht nur die Großmütter, auch Töchter und Enkelinnen waren anwesend.
Und da wir einmal bei Feiertagen und Traditionen sind, soll der 1. März nicht vergessen sein - der Tag der Baba Marta, Großmütterchen März. An dem Tag werden an Freunde und Verwandte rot-weiße Bänder oder Schleifen verschenkt. Sie sollen Kraft und Gesundheit schenken. Getragen werden die Bänder oder Schleifen solange, bis der erste Frühlingsbote gesichtet wird - eine Schwalbe oder ein Storch beispielsweise. Dann werden die Bänder an einen blühenden Baum gehängt. Ein schöner Brauch.
Am 3. März war übrigens der bulgarische Nationalfeiertag - 131 Jahre sind es her, dass Bulgarien nach 500 Jahren vom türkischen Joch befreit und wieder en eigener Staat wurde.
So, und jetzt warten wir auf Ostern und hoffen, dass auch bald mal das Wetter besser wird. Zur Zeit ist es recht regnerisch.

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