Freitag, 19. Februar 2010

Der Frühling ist da


Die Schneemassen sind weggeschmolzen. Und anschließend hat es geregnet - gar nicht so knapp. Mit dem Erfolg, dass Teile unseres Gartens rund zwei Wochen lang eine Art Sumpflandschaft waren. Durch unser Grundstück fließen ziemlich große Wassermengen von der höher liegenden Straße. Und unter der wiederum fließt das Wasser aus dem noch ein wenig höher gelegenen Ortsteil hindurch direkt in unseren Garten.

Aber unsere Wassermassen waren nichts gegen das was wir vor zwei Tagen in Burgas erlebten. Die von Süden kommende Straße trennt mehrere Binnenseen von der Stadt. Am Anfang fand ich das ja noch lustig dass die Wasserfläche des größeren Sees fast das Niveau der Straße erreichte. Aber dann führte die Straße durch eine Senke - und der See war plötzlich auf der Straße. Und wir haben eigentlich kein schwimmfähiges Auto. Aber es ging alles gut. Am Abend wurde im Fernsehen ein Bericht über die Überschwemmungen in einigen Stadtteilen gezeigt. Wahrscheinlich war das Wasser im Laufe des Tages noch angestiegen. Mit einigen Tausend Säcken Sand, so wurde gemeldet, konnte das Wasser ein wenig aufgehalten werden.

Doch jetzt ist der Frühling da. Seit drei Tagen scheint die Sonne, die ersten Arbeiten im Garten können in Angriff genommen werden. Weinreben verschneiden zum Beispiel. Und heute war sogar das erste Mal Mittagessen auf der Terrasse angesagt. Das Thermometer war immerhin auf 23 Grad geklettert. Das kann gerne so weitergehen.

Das schöne Wetter sorgt auch dafür, dass auf den unzähligen Hotel- und Appartmentanlagen-Baustellen das Baugeschehen wieder beginnt. Zumindest auf denen, wo noch (oder wieder) Geld da ist. Die Krise hat auch hierzulande nicht zu knapp zugeschlagen. Aber für die Einheimischen bedeutet das, endlich wieder Arbeit zu haben. Auf den meisten Baustellen wird übrigens schwarz gearbeitet, nur die wenigsten sind bereit, für ihre Bauarbeiter Steuern und Krankenversicherung zu bezahlen. Aber das ist den meisten egal - sie sind froh über die Möglichkeit, überhaupt wieder Geld zu verdienen. Von 36 Lewa Sozialhilfe pro Monat kann man wahrlich nicht leben.

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