Dienstag, 24. August 2010

Bossa nova und Tangoklänge in Varvara

Tropisch warme Nächte - was passt da besser als Bossa nova, Tango, Fado und später Jazz. All das live zu hören von einer internationalen Musikertruppe, die eigentlich in Sinemorez musiziert. Eine halbe Nacht lang konnten wir sie in unserem kleinen Dorf im benachbarten Restaurant erleben. So voll war es hier noch nie, und eine solche Stimmung erlebten wir
das letzte Mal vor mindestens zehn Jahren,als das Starzi Rasboinitzi (Alter Vagabund) noch in einer alten Baracke im Dorfzentrum sein Domizil hatte. Damals standen die Tische und Bänke gleich neben der Hauptstraße, getanzt wurde auf derselben.
Jetzt aber im Restaurant gleichen Namens im Nachbargarten, der mehr als nur gut gefüllt war. Alle Tische besetzt, alle freien Flächen im Garten ebenfalls. Getanzt wurde natürlich auch, zwischen den Tischen. Schade, dass solche Ereignisse hier sehr selten sind und ein großes Dankeschön an Chrissi, die die Musiker eingeladen hat. Am nächsten Abend dann gleich noch ein Höhepunkt - Tangoworkshop. Die Teilnehmerzahl hielt sich in Grenzen, aber wen wundert es bei schwülwarmen 30 Grad am Abend.
Seltene Höhepunkte des Feriensommers in Varvara. Hierher kommen Leute, die einen eher ruhigen Urlaub wollen. Die Tage am Strand oder in den Buchten der Steilküste ohne nervige Beschallung, die Abende beim Essen mit leiser Musik. Freunde, die ihren Urlaub in Primorsko verbrachten und uns vor einiger Zeit hier besuchten stellten voller Erstaunen fest: Einfach toll, hier hört man die Vögel singen und die Grillen zirpen. In den Fereienorten weiter nördlich hört man vor Stranddiskos und lauter Kneipenbeschallung gar nichts mehr. Nun also auch hier mal Musik - und zum Glück sehr angenehme. Und als krönenden Abschluss gab es dann auf dem Heimweg noch einen staunenden Blick in den dunklen Nachthimmel, der hier viel mehr Sterne zeigt als in den Städten.

Dienstag, 10. August 2010

Manchmal geschehen noch Wunder



Zuerst aber mal das: Wir haben ein neues Haustier.  An unserem Miniteich hatte sich ein Frosch eingefunden. Heute Vormittag quakte er mal kurz, danach waren es schon zwei. Ob er den gerufen hatte damit er nicht so allein ist oder weil er meint, das viele Froschfutter in Form von Fliegen, Wespen, Bienen, Mücken und deren Larven nicht allein zu schaffen - wir wissen es nicht. Allerdings ist mit der wundersamen Vermehrung  die Chance gewachsen, dass einer überlebt wenn der andere einer unserer Katzen zum Opfer fällt. So ist das Leben - fressen und gefressen werden.
Ansonsten ist die Erntezeit in vollem Gange. Gurken (noch) und vor allem Tomaten gibt es in großer Menge. Und in mehreren Formen und Farben. Der Test mit den alten Sorten, deren Samen ich mir aus Österreich von Herrn Pummer schicken ließ, hat sich wirklich gelohnt. Bei mir reift es in diesem Jahr deshalb sehr international:
Zigan oder Gipsy (dunkelbraun), Striped Roman (länglich wie Papika und Orange-rot gestreift), Orange Russian, Omars Lebanese (groß und rot), Noir Petule (auch dunkelbraun), Orange Ochsenherz und dazu groß und rosarot in großer Anzahl die wohlschmeckenden Varvaratomaten. Wohlschmeckend sind die anderen übrigens auch, aber in der Menge lässt die eine oder andere Sorte doch zu wünschen übrig. Ach ja, die roten und birnenförmigen gelben Cherrytomaten habe ich vergessen. Letztere in unglaublicher Menge.
Doch jetzt zum eigentlichen Wunder: Im letzten Blog noch beklagt: die Schlaglöcher, in denen halbe Autos verschwinden können. Der öffentliche Protest hat geholfen, vor zwei Wochen begannen die Reparaturarbeiten an der Straße zwischen Achtopol und Zarewo, an der auch Varvara liegt. Reparatur, das sieht so aus: Löcher ausschneiden, die Ränder mit Teer bestreichen, später mit geteertem Splitt (oder so was ähnlichem) auffüllen. Fast alle Löcher sind jetzt erst mal gut gefüllt. Jetzt laufen schon Wetten, ob die Reparatur wenigstens bis zum Ende der Urlaubssaison hält. Die Chancen stehen gut, hier ist die Saison Anfang September zu Ende. Dann sehen wir weiter.