Dienstag, 14. September 2010

Weinlese in Varvara

Der Herbst kommt. Die Anzahl der Schwalben, die allmorgendlich ihre Flugübungen über unserem Haus absolvieren, hat sich deutlich verringert. Und von ferne sind wieder die Rufe der Bienenfresser zu hören, die in kleinen Gruppen auf dem Weg nach Süden sind. Storchenschwärme haben wir über dem Dorf noch nicht gesichtet, aber man kann ja auch nicht den ganzen Vormittag über wie Hans-Guck-in-die Luft durch die Gegend stolpern.
Ein weiteres Zeichen für den nahenden Herbst - die Weintrauben sind reif. Wir haben sie jetzt geerntet und sind damit die ersten im Dorf. Das liegt wohl daran, dass wir nicht so edle Sorten haben. Unsere sind sozusagen naturbelassen, nicht veredelt und wir kennen auch ihren Namen nicht. Eigentlich haben wir sie vor einigen Jahren als eine weiße und eine blaue Traubensorte geschenkt bekommen. Das schien sich auch so zu bestätigen. Die Trauben der einen Sorte färbten sich im August allmählich dunkelblau, die anderen blieben grün. Aber zwei Wochen später, als die ersten Trauben allmählich süß wurden, hatten es sich die am zweiten Weinstock anders überlegt und erröteten allmählich. Im September waren sie dann ebenfalls dunkelblau und schön süß. Ist ja auch egal. Eigentlich sollten die Pflanzen ja dazu dienen, unsere Terrasse vor allzuviel Sonne zu schützen. Das tun sie auch, Und ganz nebenher bescheren sie uns jedes Jahr mehr Trauben. In den vergangenen Jahren konnten wir sie noch zu Saft und einem leckeren Traubengelee verarbeiten. Aber in diesem Jahr waren so viele gewachsen, dass wir beschlossen haben, sie zum beliebtesten Traubenprodukt zu veredeln - nein nicht zu Rosinen sondern zu Wein. Dass wir die ersten im Dorf sind die ihren Wein ernten  sagte uns Dimo, seit vielen Jahren treuer Freund und Helfer in vielen Lebenslagen dank seiner deutschen Sprach- und auch sonst vieler Kenntnisse. Unter anderem der vom Wein- und Schnapsherstellen. Da er Jo auf dem Gebiet wegen fehlender praktischer Efahrungen nicht ganz so viel zutraut kam er in den ersten Tagen sogar täglich vorbei um den Zuckergehalt des Mostes zu prüfen.
Jetzt gärt der fast-Wein im Keller so vor sich hin und wird demnächst abgezogen - um zu reifen und dann hoffentlich gut zu schmecken. Und wenn er nicht schmecken sollte, so tröstete vorsorglich ein Bekannter, dann hätten wir immer noch was zum Verschenken. Und Weinessig sei schließlich auch gar nicht so schlecht.

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