Mittwoch, 19. Januar 2011

Maul- und Klauenseuche in Bulgarien

Dioxin und kein Ende. Zumindest in Deutschland. Ob es hier Dioxin oder sonst irgendwas im Fleisch gibt wissen wir nicht. Hier in der Region um Burgas gibt es derzeit andere Probleme, die auch mit Tieren und Fleisch zu tun haben: Wir haben die Maul- und Klauenseuche. Naja, nicht wir, für Menschen ist die Krankheit nicht gefährlich. Aber etliche Tiere in umliegenden Dörfern sind infiziert.
Die ersten Leidtragenden waren die Jäger - bei zwei geschossenen Wildschweinen in der Nähe von Kosti wurde die Krankheit festgestellt. Kosti ist ein kleines Dorf  in den Ausläufern des Strandja-Gebirges fast am Ende der Welt - zumindest am Ende Bulgariens. Von Varvara ist es nur wenige Kilometer entfernt, eine Straße führt bis hin, aber dann nicht mehr weiter. Hinter den nächsten Bergen liegt schon die Türkei. Und von dort ist die Seuche auch gekommen, von den Türken, von denen in Erinnerung an 500jährige türkische Fremdherrschaft nur schlechtes kommen kann. Und jetzt also die Tierseuche, so die offizielle Darstellung. Richtig scheint zu sein, dass es in der Türkei tatsächlich Maul- und Klauenseuche in den Tierbeständen gibt. In Kosti wurden alle Tierbestände getestet, etliche Tiere mussten getötet werden. Auch in anderen Dörfern in der Region wurden daraufhin umfangreiche Kontrollen durchgeführt. In Resovo, letztes Dorf an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wurde der Krankheitserreger ebenfalls gefunden, zahlreiche Tiere wurden getötet. Bisher wurden allerdings nur Erreger festgestellt, die Seuche selbst soll noch nicht ausgebrochen sein. Unser Dorf ist bisher auch verschont geblieben. 
Die bulgarische Regierung hat gestern mitgeteilt, dass die Tierhalter entschädigt werden, auch mit Mitteln aus der EU. Das ist auch dringend nötig, denn in den Dörfern hier gibt es zahlreiche Tierhalter, die eine kleine Schafherde, Ziegen oder einige wenige Kühe halten. Die Tiere werden jeden Tag auf den umliegenden Wiesen geweidet. Von den Tieren - Milch- oder Fleischverkauf - fristen die Besitzer ihr meist armseliges Leben. Hoffentlich kommen die Entschädigungen bald, denn nur dann können neue Tiere angeschafft werden. Und wir können im Sommer auch wieder solche Fotos wie oben schießen.

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