Sonntag, 27. Februar 2011

Suxilandia: Top 10 of Bulgaria

 Könnten wir besser nicht formulieren und auflisten, deshalb sowohl die positiven und auch die negativen Top ten für und wider  Bulgarien auf dieser Seite lesen:

Suxilandia: Top 10 of Bulgaria: "Top 10 Listen sind ja immer ein großer Renner im Internet, daher meine Top 10 Liste. Nach fast 3 Jahren in dem Lande kann ich meine ganz pe..."

Donnerstag, 24. Februar 2011

Was man über Bulgarien gelesen haben sollte

Suxilandia: Die negative Top 10 über Bulgarien

Mnogo zapzerapp

Zu Deutsch - es wird viel geklaut. Das erzählen die Dorfbewohner. So wurde in mehrere Ferienhäuser und Bungalows in Varvara eingebrochen und vor allem technische Geräte mitgenommen. Ein seit dem Sommer hier stehender Jeep ist jetzt ohne Räder. Und ein Ferienhaus wird bei Rückkehr seines Eigentümers ohne Strom sein - etliche Meter Kabel sind weg.
Den Diebstahl von insgesamt 191 Kilometer Stromkabel im vergangenen meldet der österreichische Energiekonzern EVN, einer der großen Energieversorger in Bulgarien. Vom illegal abgezapften Strom gar nicht zu reden. Und die Diebstähle gehen fleißig weiter, wie wir selbst vor einigen Tagen erfahren mussten. Zwei Tage ohne Internet, Fernsehen, Telefon. Kurze Zeit später wurde uns gezeigt warum. Am Ortseingang von Burgas musste das dicke Versorgungskabel über eine Brücke geführt werden. Leichte Beute für Diebe, die gesamte freiliegende Leitung wurde in handliche Stücke geschnitten, aufs Fahrrad, in den Handwagen oder ins Auto geladen und zum nächsten Schrotthändler transportiert.
Jetzt hat die Regierung beschlossen, die Zahl der Schrotthändler stark zu reduzieren - von derzeit über 2000 auf nur noch 300 offiziell lizensiert - da werden die Lizenzverteiler schon mal Hand aufhalten trainieren. Aber richtig ist die Maßnahme schon - die Aufkäufer müssen geeignetes Gelände haben, sie sind bekannt und damit einfacher zu kontrollieren. Drei Diebesbanden, zu denen natürlich auch Händler gehören, sind in Bulgarien allein in den letzten Tagen aufgeflogen. Eine davon im Raum Burgas agierend.
Aber am Anfang der Kette steht immer der einzelne Dieb, vielleicht zwei oder drei, die gemeinsam losziehen und jedes Stück Metall mitgehen lassen das sie kriegen können. Sogar eine Bronzebüste des Nationalhelden Christo Botev wurde geklaut. Klingt ein bisschen lustig, ist es aber nicht. Denn die meisten klauen um nicht zu verhungern. Und das ist nicht übertrieben. Denn den meisten Leuten hier in Bulgarien geht es schlichtweg schlecht. Offizielle Stellen melden eine Arbeitslosigkeit von rund 10 Prozent. Das ist schlicht gelogen. Denn das sind nur die Bulgaren, die sich arbeitslos gemeldet haben. Inoffiziell wird eine Arbeitslosigkeit von rund 40 Prozent vermutet. Denn die meisten arbeitsfähigen Bulgaren, darunter vor allem Zigeuner, sind nirgends gemeldet. Anspruch auf Arbeitslosengeld haben sie nicht, weil seit Jahren nur noch schwarz beschäftigt. Selbst die anspruchsberechtigten bekommen nur für sechs Monate Arbeitslosengeld. Und Arbeitsplätze gibt es im Land ohnehin kaum. Und für Ungelernte schon gar nicht. Also hoffen alle darauf, dass der Bauboom bald wieder beginnt. Da gibt es wieder Arbeit und Geld. Wir dachten ja immer, dass es wenigstens Sozialhilfe gebe. Die gibt es auch. Aber längst nicht für alle und schon gar nicht gleich. Neun Monate lang, so erklärte Denka, muss man sich jeden Monat beim Sozialamt melden und unterschreiben dass man ohne Arbeit und Einkommen ist. Erst nach dieser Zeit wird dann auch Sozialhilfe bezahlt - wenn man vorher nicht verhungert oder an irgendeiner Krankheit gestorben ist, weil man ja auch die medizinische Behandlung nicht bezahlen kann. Und wenn dann endlich die Wartezeit vorüber und jeden Monat unterschrieben worden ist, dann gibt es endlich Sozialhilfe - 37 Lewa im Monat, das sind rund 19 Euro. Das reicht gerade mal dafür, jeden Tag ein Brot zu kaufen. Denkas Tochter Nadja ist übrigens eine von den vielen, die keinerlei Ansprüche haben. Sie wird immer gleich weggeschickt weil sie ja in den Sommermonaten in einer Hotelküche gearbeitet hat. Und da muss sie ja schließlich Geld haben.
Also wovon leben?

Dienstag, 22. Februar 2011

Willkommen dem neuen Erdenbürger

Denkas und Ilijas Familie ist wieder größer geworden. Ende vergangenen Jahres wurde Iwaila geboren. Sie ist die Tochter von Denkas Sohn Dantscho und dessen Frau Elena.
Vor einigen Tagen wurde die kleine Iwaila sozusagen öffentlich willkommen geheißen. Es ist hier Brauch, dass Neugeborene  vier bis sechs Wochen nach der Geburt den Verwandten und Bekannten vorgestellt werden. Allerdings nur den weiblichen. Sie werden zu einem gemeinsamen Mittagessen eingeladen und dabei kann das neue Familienmitglied ausgiebig angeschaut und auch mal auf den Arm genommen werden. Und natürlich wird von den Frauen und Mädchen alles ausgiebig beredet was mit dem Kind und dessen gutem Gedeihen zu tun hat. Und natürlich wird auch noch viel mehr beredet, sämtlicher Dorf- und Familienklatsch, die neuesten Ereignisse im Dorf und den Nachbarorten, denn auch von dort sind selbstverständlich Freunde und Verwandte gekommen. Auf dem Höhepunkt des Essens wird ein großes Fladenbrot herumgereicht. Es steht, wenn ich es richtig verstanden habe, als Symbol für Fruchtbarkeit und reichen Kindersegen. Eine junge Frau (früher vielleicht eine Jungfrau?) hält das Brot hoch über den Kopf und zerbricht es. Die beiden Teile stehen für einen Jungen und ein Mädchen und alle Anwesenden brechen von jeder Hälfte ein Stück.
Über mangelnden Kindersegen hier im Dorf braucht man allerdings nicht zu klagen. In den Zigeunerfamilien gibt es Nachwuchs, allerdings in Maßen. Mehr als zwei, drei Kinder haben die jungen Familien hier nicht mehr. Bei den Bulgaren des Dorfes sieht es da schon schlechter aus. Die Kinder und Enkel der Dorfbewohner sind fast alle längst weggezogen, in die Städte, in denen es mehr Arbeitsplätze gibt.

Doch zurück zu Iwaila. Nach dem Essen gibt es selbstverständlich auch Geschenke: Etwas zum Anziehen, vor allem auch Geld.  Und danach wird richtig gefeiert mit Musik (sehr laut) und Tanz. Und auch das mit ausgelassener Fröhlichkeit und ganz ohne Männer. Der Vater der kleinen Iwaila wurde bei diesem Fest nur einmal gebraucht: als die Musikanlage nicht spielen wollte.