Sonntag, 20. März 2011

Die Störche sind da



Allerdings erst mal die auf der Durchreise. Gestern morgen jedenfalls waren wieder, wie schon im vorigen Frühling, die Wiesen rund ums Dorf besetzt von ihnen. Schon wenige Tage zuvor habe ich zwei Mehlschwalben entdeckt, die wahrscheinlich ihr Brutgebiet in Augenschein nahmen. Also ist jetzt der Frühling wirklich da und die rechte Zeit dafür, die rot-weißen Martenizibändchen an einem demnächst blühenden Strauch oder Baum aufzuhängen.

Das Wetter allerdings zeigt sich nach einigen warmen Tagen seit Freitag wenig frühlingshaft. Am Morgen zogen dicke Nebelbänke übers Meer und versteckten erst den sechs Kilometer entfernten Achtopol, dann die Bucht zwischen unseren Orten und zu guter Letzt Haus für Haus unser Dorf. 
Bis Mittwoch soll es kühl und regnerisch bleiben, aber dann soll er wirklich kommen, der Frühling.

Mittwoch, 9. März 2011

Der bulgarische Joghurt ist gefährdet

Ja, stimmt. Zumindest stellten das bulgarische Behörden fest. Der weltberühmte bulgarische Joghurt, hier kiselo mljako (saure Milch) genannt, läuft Gefahr, in dem Land, in dem er sozusagen "entdeckt" wurde, aus den Läden zu verschwinden.
Die mit dem Lactobacillus bulgaricus hergestellte Dickmilch soll vor vielen Generationen in bulgarischen Bergen entdeckt worden sein und ist seither  neben Sirene (eine Art Fetakäse) d a s  Grundnahrungsmittel der Bulgaren. Dem Naturjoghurt werden wahre Wunderkräfte nachgesagt: Er sorgt für eine gute Verdauung, hilft bei Kater, soll die Haut verbessern, lindert Sonnenbrand und sorgt vor allem für ein langes gesundes Leben. Gesund ist er unbestritten, nicht umsonst haben beispielsweise die Japaner die Lizenz zur Herstellung echten bulgarischen Joghurts erworben. 24 Millionen Becher des Wundermittels, so hat es der bulgarische Landwirtschaftsminister bei seiner Japanvisite erfahren, werden dort täglich verkauft. Aber, wie gesagt, im Erfinderland ist er vom Aussterben bedroht. Schuld sind  die milchverarbeitende Industrie im eigenen Land und die importierten Joghurts. Danone klingt eben auch hier viel besser als das traditionelle "kiselo mljako". Doch wie die einheimischen Medien vermeldeten, soll jetzt ein einheilicher Lebensmittelstandard dafür sorgen, dass, wo kisselo mljako draufsteht, eben auch der bulgarische Joghurt drin ist. Dafür wird ein extra Logo vergeben, das die Betriebe, die die Standards erfüllen, auf ihre Joghurtbecher aufdrucken dürfen. Das garantiert dann den traditionellen Joghurt, der ohne Konservierungs- und sonstige Stoffe hergestellt wird.
Ähnliche Standards sollen auch für andere Lebensmittel eingeführt werden. Sicher auch eine wichtige Voraussetzung für eine europaweite Vermarktung bulgarischer Lebensmittel. Heute war zum Beispiel zu lesen, dass künftig Sirene (ein Weisskäse aus Kuh-, Schaf- oder Ziegenmilch)  und Kashkaval  (eine Art Schnittkäse meist aus Kuhmilch) verstärkt auch in Deutschland verkauft werden sollen.

Aber Joghurt hin und Käse her: Am Wochenende war weltweit Karneval, nur hier nicht, und da haben wir uns und unseren Freunden eine kulinarische Köstlichkeit selbst hergestellt: Pfannkuchen, auch Krapfen oder Berliner genannt. Und die haben vielleicht geschmeckt!