Mittwoch, 13. April 2011

Auf dem Wege zum Olymp - Griechenland Teil 2





Hier nun mal weiter mit unserem Griechenlandausflug. Nachdem wir die Jahrhunderte alten Klöster von Meteora ausgiebig bewundert hatten machten wir uns auf den Weg zu den alten Göttern. Auf den Weg machten wir uns übrigens wirklich gern. Bei d e n Straßen in Griechenland. Kein Wunder dass das Land pleite ist. Was da in den vergangenen Jahren an Schnellstraßen und Autobahnen gebaut wurde - alle Achtung. Wir jedenfalls fuhren gen Süden. Uns entgegen kamen Wochenendausflügler, etliche mit Skiern oder Snowboards auf dem Auto. Die Gebirge waren in höheren Lagen noch schneebedeckt. Der Pindos beispielsweise, an dem entlang wir lange gen Süden fuhren. Und dann natürlich der Parnassos. Den gibt es nicht nur in der griechischen Mythologie, sondern tatsächlich.

Von Delphi bietet sich ein wahrhaftig fantastischer Blick auf das schneebedeckte Bergmassiv. Delphi erreichten wir am Sonntag. Im dritten Anlauf dann auch das Museum und die antike Orakelstätte des Apoll - ein wahrlich beeindruckender Platz.

Und eine noch viel beeindruckendere Leistung von Jo - in 20 Minuten durch die Ausgrabung geeilt. Wer hätte das gedacht, wo er doch sonst jeden Stein bewundert. Aber wir hatten in Delphi zum einen Glück, zum anderen Pech. Glück weil Sonntag und damit der Eintritt frei war (von November bis März an jedem Sonntag, in den anderen Monaten außer Juli, August, September jeden 1. Sonntag im Monat). Also haben wir erst mal, weil im Reiseführer so angeraten, ausgiebig das Museum erkundet, das all die Schätze zeigt, die in Delphi seit etwa 1892 ausgegraben wurden.



Nach all den Schätzen und dem Modell wollten wir nun endlich auch die größte Orakelstätte des alten Griechenland sehen. Aber leider war das Tor nur noch für Herauskommende geöffnet. Die Uhr zeigte 14.45 Uhr, und an dem Tag war nur bis 15 Uhr geöffnet. Der Wächter des Orakels hatte Erbarmen, er ließ uns noch ein: "Für e i n Foto", erklärte er. Im Schnelldurchlauf wurden es dann doch ein paar mehr, aber Zeit, das Orakel zu befragen, blieb nicht. Nur von ferne hörten wir es raunen:  dass wir nun wohl noch einmal zurückkehren müssten.
Eine gut zubereitete Dorade in einem Fischrestaurant am Golf von Korinth in Itea entschädigte am Abend für entgangene Ausgrabungs-Impressionen. Zum Salat gab es, wie sollte es anderes sein in dieser Gegend, wohlschmeckendes Olivenöl. Denn in der Region nördlich von Itea liegt Griechenland größter zusammenhängender Olivenhain: Olivenbäume soweit das Auge reicht, etwa 550 000 sollen es sein.

Wanderer, kommst du nach Sparta.... Nun, nach Sparta kamen wir nicht, aber an den Ort, an dem im Altertum diese Worte gesprochen wurden, nach Thermopiles. Hier versuchte einst der spartanische König Leonides das Heer des Persers Xerxes aufzuhalten, um der griechischen Armee den Rückzug zu sichern. Die Stelle der einstigen Schlacht ziert heute ein Denkmal, oft als „Grab des Leonidas“ bezeichnet. Leonidas wurde jedoch in Sparta begraben.
Es handelt sich vielmehr um eine Siegesstele.  Außer dem Denkmal erinnert hier nichts mehr an die Kämpfe. Selbst das Meer, an dessen Ufer Xerxes landete, ist heute in Folge jahrhundertelanger Verlandung nur noch in der Ferne zu erblicken. Dafür fanden wir gleich neben dem Schlachtfeld heiße, schwefelhaltige Quellen. Ein Bad darin roch zwar nicht übermäßig gut. war aber überaus wohltuend.
So gestärkt konnte es weitergehen - zum Olymp, wohin sonst. Konnten wir schon nicht das Orakel befragen, so wollten wir wenigstens den Wohnsitz der Götter und vielleicht auch den einen oder anderen von ihnen höchstselbst erblicken. Auf dem Wege machten wir noch einen Abstecher nach Ambelakia, ziemlich hoch an einem Berghang am beeindruckenden Tempi-Tal gelegen. Die Anlage des Ortes und etliche erhaltene alte Häuser bekunden, dass Ambelakia einst ein bedeutender Handelsort war. Sein Reichtum stammte aus dem Handel mit Wolle und Textilien. Bedeutendster Händler und Organisator einer genossenschaftlich organisierten Handelsorganisation war ein Herr Schwarz, dessen reich ausgeschmücktes und gut erhaltenes Herrenhaus ein beeindruckendes Kulturdenkmal ist.
 Nun denn, auch den Olymp sollten wir wenig später erblicken. Der Berg selbst hüllte sich in aufsteigenden Nebel. Die Spitze aber, der Sitz der Götter also, leuchtete im strahlenden Weiss einer Schneeschicht. Geblendet von so viel Helligkeit war es uns leider nicht möglich auch nur eine göttliche Gestalt zu erblicken. Am nächsten Morgen hatten Regenwolken das Bergmassiv komplett eingehüllt. Und dass der Regen, den die Götter ausschickten, nicht wieder aufhören wollte war für uns ein  Grund, dem Lande schleunigst zu entfliehen.

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