Freitag, 26. August 2011

Ist der Sommer schon vorbei?

Als wir vor einigen Tagen in Burgas waren, sahen wir die ersten großen Storchenschwärme, die sich in den Himmel schraubten und dann Richtung Süden davonflogen.

Kaum zu glauben wie die Zeit vergeht - der Herbst ist nah. Auch die Schwalben trainieren schon längst den großen Flug. Jeden Morgen kreisen sämtliche Schwalbenfamilien von Varvara über dem Dorf. Und die Familien sind groß und zahlreich, es sind mehrere hundert Tiere, die hier den Gruppenflug proben.

Am Wetter ist vom kommenden Herbst freilich noch nichts zu merken - jeden Tag Temperaturen um die 30 Grad, Regen nicht in Sicht. Also immer fleißig gießen. Auch wenn hier die Wasserpreise ziemlich niedrig sind ist zu überlegen, was wirklich wachsen muss. Die Tomaten und die Blumen - ganz klar. Aber englischer Rasen muss wahrlich nicht sein. Der sieht schon ziemlich braun aus. Aber englisch war der ohnehin nie, eben bulgarisch.


Aber die Sonne sorgt auch für viele Überraschungen. Ein Kaktus, der schon rund 15 Jahre in unserem Besitz ist, findet die pralle Sonne toll. Er hat erstmals Blüten angesetzt. Andere Kakteen erleben schon den zweiten (Blüh)Frühling. Und das mit einer spektakulären Blütenfülle.

Mittwoch, 24. August 2011

Wenn einer eine Reise tut....

Kohlröschen vermutlich
Ja wir haben viel erlebt. Denn für uns war diesen Sommer  dank Gästen aus Deutschland eben auch Reisezeit. Mit Bernd und Anni hatten wir eine Viertagestour durch die Rhodopen geplant und auch verwirklicht.
Los ging es in Sliven. Das gehört zwar nicht zu den Rhodopen, war aber wichtig. Die Geraer Anni und Bernd waren dort, um den Kontakt mit Geras Partnerstadt lebendig zu halten. Und um mit Georgi Kalaidshiev die Reise der kleinen Musiker vom Projekt "Musik statt Straße" nach Gießen und Gera abzustimmen. Und da haben wir gleich alle gemeinsam einen Ausflug in die Blauen Berge - Sinije Kamenij - unternommen. Der Bequemlichkeit halber ging es mit der Seilbahn noch oben auf die Gipfel, die gleich hinter der Stadt aufragen. Die Wanderung samt Picknick waren beeindruckend.
Trotz der Nähe zur Stadt und etlicher Hinterlassenschaften von Picknickern und sonstigen in der Natur feiernden Menschen findet sich inmitten der Berge eine vielfältige Natur mit bemerkenswerten Pflanzen. Allein vier (oder nur drei? ich bestimme noch) Orchideenarten haben wir gesehen.


Rotes Waldvöglein
Zurück in der Stadt war es weniger beeindruckend. Schmutz, Dauerstraßenbaustellen, eine gewaltige Anzahl großer Wohnblocks, die von Sanierung kaum etwas erfahren haben. Aber ebenfalls eine vielfältige Kulturlandschaft mit einem wunderbaren Schatz im historischen Museum und eine beeindruckende Ikonensammlung im Kunstmuseum der Stadt. Und eine große Markthalle mit einem umwerfenden Angebot an Obst und Gemüse samt vieler Wohlgerüche von Früchten und Kräutern.
Georgi hatte uns für die Übernachtung sein Gartenhaus überlassen, von dem aus wir am Abend beim Blick über die Stadt die Ruhe genießen konnten.

Am nächsten Morgen dann ging es weiter Richtung Plovdiv. Gegen Mittag waren wir dort. Doch davon in den nächsten Tagen mehr.


Freitag, 12. August 2011

Endlich Regen

Carola und Sigi haben ihn gestern wohl aus Deutschland mitgebracht. Jede Menge starken Wind auch gleich. Also für die Besucher erst mal kein Strandwetter.

Statt dessen Bummel durch das benachbarte Achtopol mit Besichtigung eines privaten Ankermuseums. Dort sind jede Menge alte Anker und sonstige altertümliche Fundstücke, die Achtopoler Fischer im Laufe vieler Jahre aus dem Meer geborgen haben, ausgestellt. Ergänzt wird das ganze durch Jahrhunderte alte Karten der Schwarzmeerregion, historische Fotos der Stadt und ihrer Bewohner und viele Geschichtsinformationen. Mit viel Liebe, sachkundiger Beratung und Kenntnis der mehr als 2000 Jahre alten Geschichte der Stadt gestaltet. Sehr sehenswert das ganze.
Heute scheint zwar wieder die Sonne, aber der Wind ist geblieben. Da liegt es sich nicht gut am Strand. Also Strandwanderung entlang der Steilküste geplant.
Aber unsere vielen Gartenpflanzen freuen sich über das viele Wasser, das da vom Himmel kam. Die Pferde auch, werden doch nun die trockenen braunen Grasflächen allmählich wieder grün und es gibt genug zu fressen.
Glaubt man den Internet-Wettervorhersagen, dann soll es aber in den nächsten Tagen wieder sehr sonnig und sehr warm werden. Da hoffen wir mal, das Wetter hat Zugang zum Internet.

Mittwoch, 3. August 2011

Theater, Theater...

... gibt es gelegentlich auch in Varvara. Etwas besonderes hatte sich eine bunt zusammengewürfelte Schar von Künstlern ausgedacht, die derzeit ihren Urlaub in Varvara verbringen. Warum nicht einmal Straßentheater, das von den Einheimischen selbst gestaltet wird? Einwohner von Varvara und Urlauber waren also aufgefordert, über das Leben in Varvara und ihre Geschichte, die sie mit Varvara verbindet, zu erzählen.

Und diese Geschichte wurde in Bilder umgesetzt von einer kleinen Darstellergruppe, zusammengesetzt aus professionellen und Amateurdarstellern. Geschichten vom früheren und heutigen Varvara und seinen Bewohnern wurden erzählt. Natürlich hat auch Jo mitgemacht und berichtet, wie er nach Varvara kam. Der Abend hat Mitwirkenden und Zuschauern viel Spaß gemacht, vielleicht lässt sich etwas ähnliches ja wiederholen.
Ach ja, Kulinarisches gibt es auch zu vermelden: Jede Menge Tomatensoße gekocht, aus der eigenen Ernte selbstverständlich. Tomaten haben wir derzeit in solchen Mengen, dass sie nicht mehr alle gleich aufgegessen werden können. Und so wanderten also Zigeuner, gestreifte Roman, gelbe Birnen und orangene Russen (tut mir leid wenn nicht alle Sorten politisch korrekte Namen haben) in den Ketchuptopf.