Samstag, 17. September 2011

Von Weinlese, Feigenernte und Lieblingsspeise

Die Temperaturen immer noch hochsommerlich warm und tagsüber nur am Meer oder im Schatten zu ertragen. Aber manche Arbeiten lassen sich nicht aufschieben.

Wein ernten in der Frühstückslaube zum Beispiel. Denn der war vor einigen Tagen so reif, dass uns unablässig die roten Beeren aufs Haupt und die Kleider fielen und haltbare Flecke hinterließen. Ernten also. Und auch gleich zerkleinern und ins Fass befördern, denn aus den dunklen Früchten soll ein ebenso dunkler Wein werden. Nach Hefe- und Zuckerzusatz gärt er jetzt im Keller heftig vor sich hin. Und ein zweites kleineres Fass wurde dazugestellt. Es füllt sich nach und nach mit den täglich aufs neue reifenden Feigen. Der Baum ist mittlerweile riesig, die Zweige hängen voller Früchte. Alle blauen müssen ab und kommen ins Fass - aus ihnen soll später Feigenschnaps gebrannt werden. Schon jetzt ist abzusehen, dass ein Fass die Menge an Früchten nicht fassen kann, also steht schon ein zweites bereit.
Derartige Gärprozesse laufen derzeit im ganzen Dorf ab. Im Schatten unter unserem Maulbeerbaum hat Ilijas Sohn Dantscho ein großes Fass aufgestellt. Das füllt er nach und nach ebenfalls mit Trauben, die er in den verlassenen Nachbargärten "findet".  Rakia soll draus werden.

Die Trauben und Feigen in unserem Garten sollen jedoch nicht ausschließlich vergoren werden. Ein Teil davon wandert als Konfitüre in immer neuen Varianten ins Glas. Und seit dem vergangenen Jahr haben wir auch ein neues Spätsommer-Lieblingsgericht: Richtig reife Feigen frisch vom Baum werden kreuzförmit eingeschnitten, in die Mitte kommt ein Würfel Schaf- oder Ziegenkäse, darüber etwas Honig, jede Feige bekommt einen Mantel aus einer dünnen Schinkenscheibe, Butterflöckchen und Walnussstücke darüber, alles 20 Minuten in den Ofen und fertig ist eine leckere Vorspeise.

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