Montag, 9. Januar 2012

Jordanstag ist für uns ins Wasser gefallen

Kein Feiern mit den anderen, kein Zuschauen bei der symbolischen Taufe zum Jordanstag, an dem auch hier in Bulgarien ein paar Wagemutige ins kalte Wasser springen, um das vom Popen hineingeschleuderte Holzkreuz herauszufischen. Wer das Kreuz als erster erwischt, de soll das ganze Jahr über glücklich und gesund bleiben. Wir wollten das Spektakel wie auch in den vergangenen Jahren in Zarevo miterleben, als Zuschauer natürlich. Doch Ilija kam am Morgen mit einer Hiobsbotschaft: eines unserer Pferde hatte sich mal wieder von der Kette losgerissen und lief nun frei herum. Ausgerechnet Artus, der scheueste von allen. Also hieß es Samurai einfangen, den von allen unseren Pferden geliebten und als Leittier akzeptierten Großvater der kleinen Herde. Von Ilija und seinen Söhnen lässt er sich aber nicht einfangen. Die Erfahrung hat ihn gelehrt: wenn einer aus der Truppe kommt, dann bedeutet das arbeiten. Und dazu hat er als Großvater eigentlich gar keine Lust mehr. Also nichts wie weg wenn er Ilija sieht. So sind wir losgezogen mit einem Futtereimer. Der Trick hat auch funktioniert, verfressen sind sie ja alle. Aber eben auch misstrauisch. Als er das Halfter sah war er weg. Also Alaska an die Leine genommen und vorneweg geführt. Sein Bruder Artus ist ihm dann auch gefolgt. Allerdings nur bis der fremde Mann mit dem weiten wehenden Mantel auftauchte - da hat Artus dann doch lieber panisch das Weite gesucht. Am Nachmittag dann das gleich Spiel: Pferd mt Futtereimer locken, diesmal rechtzeitig das Halfter angelegt und schließlich im Garten die Familie vereint. Mit List und Tücke Artus eingefangen, damit er wieder an die Fusskette gelegt werden konnte. In den vergangenen zwei Tagen habe ich nun versucht, ihn etwas vertrauter mit Menschen zu machen. Zumindest am Kopf lässt er sich  schon mal kurz anfassen. Allerdings sind sie heute wieder auf die Weide gekommen, die Rasenfläche im Garten ist nach starkem Regen dank der Pferdehufe eine einzige Schlammwüste. Ja, auf diese Weise also ist in diesem Jahr der Jordanstag ins Wasser gefallen.
Und jetzt kann ich nicht mal ein Foto von unseren Pferden einfügen, weil die Festplatte, auf der sich alle unsere Fotos befinden, den Dienst verweigert - kein Zugriff mehr, sie will nur immer neu formatiert werden. Also alles neu fotografieren und das mit einem Fotoapparat, der nach einem Sturz der Fotografin ein defektes Objektiv hat.

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