Montag, 16. Januar 2012

Kommt der Winter etwa doch?

Nach Sonnenbaden zum Jahresanfang auf der Terrasse, darauf folgenden dicken Nebelschwaden, heftigem Wind, Regen und zuletzt wieder Sonne hat es heute geschneit.
Ein Schneeschauer am Nachmittag färbte die Umwelt für kurze Zeit weiß. Auch die noch immer blühenden Rosen trugen eine Schneehaube. An den nächsten drei Tagen soll es auch etwas kälter werden, doch ab Wochenmitte wird es wohl wieder etwas frühlingshaft. Hoffentlich, Winter ist nicht so unser Ding.
Der Nebel hat das Dorf verschluckt

Die Rosen blühen mangels Frost immer noch.
Anfang Januar haben wir übrigens, als wir wieder auf dem Weg nach Varvara waren, unseren Bussard noch mal besucht. Wir hatten ihn auf der Fahrt nach Hissar in der Tierrettungsstation in Stara Zagora abgegeben, der einzigen derartigen Einrichtung in Bulgarien. Sie nehmen dort alle erkrankten, verletzten, zu  jung verlassenen  oder aus dem Nest gefallen Wildtiere auf. Spezialisiert ist die Einrichtung jedoch ein wenig auf Vögel und vor allem Raubvögel (siehe auch den Link rechts, die Seite ist leider nur bulgarisch oder englisch). Sehen konnten wir unseren Bussard nicht, weil im Flugkäfig gerade keiner da war. Was wir von ferne sehen konnten waren allerdings einige Störche und Reiher, auch ein kleiner Kauz wurde gerade in sein Häuschen im Büro gesetzt. Eine Mitarbeiterin der Tierrettungsstation hat uns ausführlich Auskunft gegeben. Unserem Bussard geht es gut und er ist nach wie vor verfressen. Der Flügel wurde noch mal gerichtet und fixiert. Jetzt sollen unter fachkundiger Betreuung bald Flugübungen beginnen. Bei uns ist er bei seinem einzigen Flugversuch ja gleich mal im Pool gelandet. Dort paddelte er dann ein wenig herum wie eine Ente und wir mussten ihn mit einem Netz aus dem Wasser fischen. Derartiges ist in Stara Zagora nicht zu befürchten. In der Tierrettungsstation arbeiten  Tierärzte, Tierpfleger, Tierfreunde sehr engagiert gemeinsam mit Behörden und Veterinärfakultät der Universität unter wenig luxuriösen Zuständen. Woran es vor allem mangelt ist Geld. Bulgarien ist ein armes Land, da bleibt für Tierschutz wenig übrig. Sponsoren sind rar.
Wir hätten ja einen Vorschlag: Die "Jäger", die hier wild in der Gegend rumballern und auf alles schießen was wackelt müssten zusätzlich zur Jagdgenehmigung, ähnlich wie Kurtaxe, einen Tierschutzbonus zahlen, der solchen Einrichtungen zugute kommt. Da könnte so manches von ihnen angeschossene Tier künftig besser fachkundig versorgt werden. Wir haben jedenfalls bei jedem unserer beiden Besuche eine Spende hinterlassen. Und dann gibt es auch noch die Möglichkeit der Adoption: Wir dürfen den Bussard zwar nicht bei uns aufnehmen (verboten für Privatleute), aber wir können ihn für einen monatlichen Betrag "adoptieren". Also wenn er nicht wieder fliegen kann...

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