Donnerstag, 16. Februar 2012

Von Raubgräbern und Weinverkostung

Bis auf wenige Überreste, die von der Sonne noch nicht erreicht wurden, ist der Schnee weggetaut. Heute war prima Wetter, Sonnenschein, fast wie im Frühjahr. Die große Kälte hat uns nicht erreicht, aber sonst fast das ganze Land.
In anderen Regionen gab es auch weit mehr Schnee als hier. Dafür hat vor einer reichlichen Woche der Sturm an der Küste gewütet und in vielen Orten schwere Schäden verursacht. Meterhohe Wellen haben selbst Boote, die an Land gezogen waren, von ihren Slipanlagen und Bootswagen geschleudert. Zahlreiche Fischerboote wurden in Zarevo, Achtopol und auch in unserem kleinen Hafen zerstört oder beschädigt. In mehreren Urlaubsorten haben die gewaltigen Wellen sämtlichen Sand von den Stränden ins Meer gespült. Kleine Kneipen in Strandnähe wurden ebenfalls weggespült. Die Schäden sind gewaltig. Ein Sturm, so erzählte unser Freund Dimtscho, wie er ihn seit mehr als 30 Jahren nicht mehr hier erlebte. In unserem kleinen Hafen konnte ich leider nur ein Foto von den Eiszapfen machen, dann gab der Akku seinen Geist auf. Dem war es wohl zu kalt.
Manchmal haben die Wellen aber auch Positives bewirkt. So wurden nördlich von Burgas durch die Wellen uralte Mauerreste freigelegt, wahrscheinlich eine Siedlung aus der Römerzeit. Und in Achtopol sind derzeit an einem kleinen Strand illegale Ausgräber am Werk. Sie haben schon tiefe Löcher in den Sand gegraben und suchen und suchen. Gefunden haben sie einige rostige Nägel alter Holzboote. Aber wir vermuten, dass irgendjemand beim Absuchen des Strandes nach dem Sturm etwas ganz anderes gefunden hat, vielleicht eine oder mehrere antike Münzen. Denn vor der Steilküste von Achtopol sind von Alters her immer wieder Schiffe in den Klippen gestrandet. In Museen und  Sammlungen sind zahlreiche uralte Anker, Amphoren, Kanonen, aber eben auch immer hier gefundene wieder Münzen zu sehen. Und nun hoffen die illegalen Ausgräber ebenfalls auf eine lohnenswerte Beute.

Aber gefeiert haben wir in diesem Monat auch - Trifonstag. Nach dem neuen Kalender am 1. Februar, nach dem alten am 14. Februar. Das ist der Tag der Winzer. Symbolisch werden die ersten Weinstöcke verschnitten, aus den Ruten Kränze geformt, die Weinstöcke werden mit vorjährigem Wein begossen und der wird von den Winzern natürlich auch ausgiebig verkostet.  Wir trafen uns mit Freunden im Laden von Mara, Jo hatte seinen Wein mitgebracht, ich wegen der Faschingszeit selbstgemachte Pfannkuchen (oder auch Berliner).

Freitag, 3. Februar 2012

Nicht eingeschneit und keiner erfroren

Für alle die angefragt haben: Wir sind nicht total eingeschneit und hier ist auch keiner erfroren. Alle Katastrophenmeldungen über gewaltige Schneemengen und Minusrekorde betreffen uns hier im Süden zum Glück nicht.
Schnee haben wir allerdings mehr als viele Regionen in Deutschland, so etwa 20 cm dürfen zusammen gekommen sein. Und auch die Temperaturen haben es nicht ganz schlecht mit uns gemeint, der niedrigste Wert lag bei minus 7 Grad. Da hat es andere Regionen in Bulgarien weit schlimmer getroffen, aus vielen Regionen werden eisige Kälterekorde gemeldet. Die Schneehöhe ist nicht wirklich ein Problem, für unsere Pferde aber doch. Die finden jetzt kaum noch Fressbares und wurden deshalb vorübergehend in einem leerstehenden Haus untergebracht. Dort kriegen sie jeden Tag Heu und auch ein wenig Hafer. Aber heute zeigt das Thermometer schon wieder 6 Grad plus an, der Schnee beginnt zu schmelzen, nun können sie ihr Futter bald wieder selber suchen.
Ach ja, dem Kater scheint es nicht gefallen zu haben dass wir die Ratte im Haus entsorgt haben. Er brachte uns gestern eine neue mit. Sie lebte noch. Zum Spielen, hat er gemeint.

Mittwoch, 1. Februar 2012

Der schöne Schinken...

 ...einfach angefressen. Der arme Jo ist frustriert. Sein Schinken, mit so viel Fleiß und Liebe und Vorfreude gepökelt und geräuchert. Und nun das. Als ich gestern in unseren Vorratsraum kam hörte ich ein hektisches Rascheln in der oberen Etage eines Regals. Jemand auf der Flucht, dachte ich mir.
Bei der Lautstärke keine Maus. Die hatten wir auf Grund einiger Hinterlassenschaften und einer angefressenen Kartoffel hier vermutet. Eine  Dann sah Jo den zum Trocknen aufgehängten Schinken. Auch angefressen, und das gleich an mehreren Stellen. Und in einer Höhe, die erreicht keine Maus. Also Rattenfalle aufstellen und Katzen fernhalten und abwarten. Nicht dass unsere Katzen keine Ratten fangen.Die bringen regelmäßig aus dem Nachbargarten welche angeschleppt und tauschen sie gegen "richtiges" Futter. Aber hinter den Regalen haben sie kaum eine Chance. Heute morgen der Fund - eine dicke fette Ratte gefangen. Die hatte sich wohl durch eine offene Tür zur Garage eingeschlichen. Was man auch vestehen kann, bei der Kälte und 20 cm Schnee findet sich draußen wenig Fressbares. Jetzt ist erst mal wieder Ruhe. Aber der Schinken - der ist hin.