Freitag, 14. September 2012

Schon wieder ein bedürftiger Hund

Eigentlich wollte ich ja über Wölfe schreiben. Aber nun wird es doch wieder etwas über Hunde. Irgendwie scheint es sich unter den Hunden im Dorf herumzusprechen, dass da ein paar hilfsbereite Tierfreunde wohnen. Gestern Nachmittag sahen wir plötzlich unseren Leo mit einem hellen Hund durch den Garten toben. Von Denkas Hunden war es keiner, die waren unterwegs mit Jo, Denka und Ilija zu den Pferden. Und der im Garten war auch deutlich größer als die  beiden. Und auch ein ganzes Stück größer als Leo, der immerhin schon gewachsen und um drei Pfund schwerer geworden ist. Ich also raus und den Hund vertreiben. Wollte ich. Ging aber nicht. Denn der zog sich sofort unter den wegen des abschüssigen Geländes auf Stelzen stehenden Bungalow zurück. In die hinterste Ecke. Und kam auch nicht vor. Erst als ich wieder im Haus verschwunden war spielte er weiter mit Leo. Und was ich dann sah empört mich seither unaufhörlich.
Um den Hals der Hündin zog sich ein breiter blutiger Streifen. Wahrscheinlich von einem Strick, mit dem das Tier angebunden war. Der Einschnitt im Nacken ist mindestens einen Zentimeter tief, bis weit ins Fleisch eingeschnitten. Irgendwie war es dem Hund gelungen, den Strick loszuwerden. Wahrscheinlich war er vom Blut so aufgeweicht dass er gerissen ist. Heute morgen, als Leo zum Spaziergang war, habe ich der noch jungen Hündin etwas zu fressen gegeben. Sie kam auch sofort aus ihrem Versteck, war sehr zutraulich und ich konnte die Wunde aus der Nähe betrachten. Ist noch ziemlich frisch, noch nichts entzündet. Jetzt werden wir sie erst mal behandeln. Aber die Frage bleibt: Wer macht so etwas? Wir wissen ja, dass hier viele Hunde Tag und Nacht mit einem Strick oder einer Kette angebunden sind und Wache halten sollen. Viele ohne Halsband. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes von Wasser und Brot. Aber so schlimme Verletzungen haben wir noch nicht gesehen. Wer macht so was? Im Dorf weiss keiner, wem das Tier gehören könnte. Vielleicht hat ihn ja einer der vielen Schäfer angebunden, um ihn an sich "zu gewöhnen". Naja, jetzt ist er jedenfalls bei uns, hat hier Asyl gesucht und auch gefunden. Aber behalten können und wollen wir ihn nicht auch noch. Also müssen wir jetzt, nachdem er gesund gepflegt ist, einen neuen, besseren Besitzer für ihn finden.

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