Mittwoch, 5. Dezember 2012

Barbaratag - Festtag für Varvara

Es ist neblig, sagte Jo, als er gestern morgen aus dem Fenster schaute. Nachdem er die Brille aufhatte korrigierte er: Nein, es schneit. Erst ganz fein, dann dickere Flocken. Es war deutlich kälter geworden nach  Gewitter und Regen in der vorangegangenen Nacht. Doch als zehn Uhr die Glocke in unsere kleine Kirche rief, war die weiße Pracht längst vorbei.
Es war Barbaratag. Der Tag der Heiligen, nach der unser Dorf benannt ist. Einer der wenigen Tage, an denen hier auch ein Gottesdienst stattfindet. Nach der Zeremonie, an deren Ende es Süßigkeiten und Brot gab, ging es weiter ins Bürgermeisteramt. Dort wurde der Pensionärsklub eingeweiht. Vom Popen selbstverständlich, nur so bekommt der Raum die richtige Weihe.
Klub klingt etwas gewaltig. Ein Raum im Bürgermeisteramt war neu mit Tischen und Stühlen ausgestattet und die Vertreter des Landratsamtes hatten auch noch einen Fernseher mitgebracht. Für einen kleinen Monatsbeitrag können sich hier künftig die Rentner des Dorfes treffen, die zumindest unter den bulgarischen Einwohnern deutlich in der Überzahl sind, gemeinsam Kaffee trinken, vielleicht auch mal kleine Feiern veranstalten oder Veranstaltungen organisieren. Mal sehen was daraus wird.
Zur Feier des Barbaratages, der ja auch ein besonderer Festtag für das Dorf ist, hatte die Bürgermeisterin (oder besser Dorfbeauftragte, denn einen Bürgermeister hat ja unsere kleine Gemeinde nicht mehr) zu Dimo ins Hotel zum gemeinsamen Mittagessen eingeladen. Die Gemeinde stellte dafür einen kleinen Betrag zur Verfügung, der Hotelchef steuerte Rakia bei. Wir mussten die Feier leider vorzeitig verlassen: Unser Pferd Aramis hatte sich wieder mal selbständig gemacht und war auf Wanderschaft gegangen. Der Metallstab, der das Seil,mit dem Aramis festgebunden ist, festhalten soll, war im schlammigen Boden Aramis Kräften nicht annähernd gewachsen. Also wieder einmal suchen und einfangen, bevor wir auch ihn noch einbüßen. Zum Glück wissen wir mittlerweile, wo sein Lieblingsplatz ist: am Meer. Und das besonders Erfreuliche: Wenn er uns aus der Ferne sieht reißt er nicht etwa aus, sondern er läuft uns entgegen. Und lässt sich brav nach Hause führen. Da haben sich geduldige Arbeit und viele Leckerlis also gelohnt.

1 Kommentar:

  1. Hallo Ihr 2, da hattet Ihr mal wieder ein fast schönes Dorffest. Eure Tiere halten Euch auch ganz schön in Bewegung. Da habt Ihr Anfang Dezember wenigsten mal gesehen wie Schnee aussieht. Wir können ihn schon nicht mehr sehen. Reichlich 50 cm liegen. Warte auf ein wenig Sonne, dann schicke ich mal Fotos.

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