Samstag, 22. Dezember 2012

Weiße Weihnacht

Was für viele Gegenden in Deutschland wahrscheinlich ausfällt, bei uns scheint es zu werden: Ein weißes Weihnachtsfest.  Nach den heftigen Regenfällen, die unseren Garten in eine Sumpflandschaf verwandelten, übergangslos zwischen 20 und 30 cm Schnee.
Jetzt also alles weiß, darunter teils gefroren, teils Matsch. Die letzten Rosen sind aber leider erfroren. Natürlich kein Wetter, unser Pferd Alaska auf die Wiese zu stellen. Er wohnt jetzt im Stall und hat auch nichts zu meckern: Warm und gutes Futter und regelmäßig Streicheleinheiten. Was will Pferd mehr. Leo ist nicht nur nach wie vor verfressen, er ist auch lernfähig. Er lernt gerade apportieren. Klappt noch nicht immer, aber immer besser. Rechtzeitig vor der Kälte und dem Fest hat er ein neues Hundebett bekommen - der wahre Luxus für hiesige Verhältnisse. Also Weihnachten kann kommen.
Mit Erstaunen haben wir hier die Meldungen aus Deutschland zur Kenntnis genommen, dass es auf einigen Gebieten Medikamentenengpässe gibt. In Deutschland. Und wir dachten immer, das sei eher ein Problem für Länder wie Bulgarien. Denn auch hier ist seit vielen Wochen zu lesen, dass es in Gesundheitseinrichtungen nicht ausreichend Medikamente gibt. Unter anderem für Chemotherapien.
Das hat auch eine Freundin hier aus dem Dorf getroffen - Dida. Bei ihr wurde im vergangenen Winter Darmkrebs festgestellt. Da sie keine Arbeit und somit kein Einkommen und auch keine Angehörigen mit Geld hatte, wurden die Kosten für Operation und Medikamente von der Sozialkasse übernommen. Dann kamen die Chemotherapien. Im November erfuhr sie aber, dass die letzte Behandlung Anfang Dezember ausfallen muss - keine Medikamente. Doch dann kam die Nachricht, dass sie Mitte Dezember nun doch noch einmal behandelt wird. Ihre Erleichterung war groß, hatte sie sich doch seit der Operation wieder gut erholt und hat nun auch offiziell die Bestätigung, dass sie Invalidenrentner ist. Ihre monatliche Rente - 180 Lewa, das sind rund 90 Euro. Besser als nichts, auch wenn es zum Leben kaum reicht.

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