Dienstag, 24. Dezember 2013

Frohes Fest und nur Gutes für das neue Jahr

Schon wieder Weihnachten - wer hätte das gedacht. Ruckzuck ist das Jahr um. Draußen scheint die Sonne, bei 16 Grad plus ist es irgendwie gar nicht  weihnachtlich. Was nicht heißt dass wir es uns nicht doch gemütlich machen. Heute Abend mit Denkas Familie und den traditionellen sieben vegetarischen Gerichten.
Für alle die vegetarisch nicht wirklich lieben gibt es von uns als deutsche Zutat Kartoffelsalat mit Würstchen. Soll ja auch für uns wie Weihnachten sein. Und morgen dann die Gans, erstmals eine bulgarische. Bisher will und will sie nicht weich werden. Aber es sind ja noch etliche Stunden bis zum Festmahl, wird schon werden. Für alle  Fälle sind auch noch Rouladen eingefroren, die passen auch prima zu Rotkohl und Klößen. Nur Jo würde wirklich jammern - Weihnachten ohne Gans, das ist wie Schwarzes Meer ohne Wasser.
Aber nun wünschen wir allen Lesern unserer Seite ein schönes Weihnachtsfest, ob mit oder ohne Gans.

Auf jeden Fall gehören schöne Früchte zum Fest, und bei uns hier sind das auch wunderschöne Granatäpfel aus dem eigenen Garten. Und für die sicher noch kommenden düsteren Wintertage  ein sommerlich-sonniges Foto mit den allerbesten Wünschen fürs neue Jahr.

Montag, 16. Dezember 2013

Nicht nur schönes in der Vorweihnachtszeit

Diesen dritten Advent hatten wir uns schon ein wenig anders vorgestellt. Anfang der Woche hatte es ein wenig geschneit, angemessen kalt war es auch. Also auf zu einem kleinen Weihnachtsmarkt mit Würstchen und Glühwein in Burgas. Aber erst mal gemeinsam mit Regine und Wolfgang zum Flughafen. Dort war gerade das neugebaute Flughafenterminal feierlich eröffnet worden. Als wir zum Besichtigen kamen war es allerdings schon wieder geschlossen. Hatte uns auch gewundert, die Eröffnung kurz vor Weihnachten. Wo doch im Winter der Flughafen Burgas so ziemlich stillgelegt ist. Richtig eröffnet, so erfuhren wir, wird dann wohl im Frühjahr. Bis dahin werden die Parkplätze fertig gebaut, und die gesamte Anlage kann ausgiebig getestet werden. Na, mal sehen ob hier alles besser funktioniert als in Berlin. Es waren übrigens auch deutsche Firmen am Bau beteiligt und der Flughafen gehört zu Fraport.
Diesmal schmückt ein Mistelzweig das Haus
Also weiter voller Vorfreude auf eine leckeren Glühwein  an der Einkaufspassage Galeria. Kein Glühwein aus bulgarischem Rotwein, und auch keine von den wohlschmeckenden gebratenen bulgarischen Würsten wie im Vorjahr. Von den dürftigen drei Weihnachtsbuden nur eine geöffnet, und an der gab es traditionelle Kebabtschi und kalten Wein. Dann wenigstens noch ein kleiner Bummel durch die weihnachtlich geschmückte Einkaufspassage.
Die schlechteste Nachricht hat uns allerdings in Varvara erreicht. Wieder ist ein Pferd getötet worden, aber wenigstens diesmal keines von uns. Es war eine ganz junge Stute, nicht mal ein Jahr alt. Erschossen und ausgeschlachtet dicht beim Dorf. Das eigenartige Zusammentreffen: Wie schon unser Pferd im Vorjahr so ist auch das in diesem Jahr genau zu der Zeit getötet worden da italienische Jäger im Dorf sind. Von denen hatte schon mal einer Zigeunerin aus dem Dorf ein Angebot gemacht: 300 Leva wenn er ihr Pferd schießen kann. Vielleicht ist das alles aber auch nur ein zufälliges Zusammentreffen.
Auf jeden Fall wird ab sofort unser Pferd Alaska nachts wieder im Stall zwischengeparkt. In den hat er sich auch anstandslos wieder führen lassen und auch sofort sein Heunetz gefunden. Da werden wir also nun den Winter über sehr früh von ungeduldigem Wiehern von einem hungrigen Pferd geweckt werden.


Sonntag, 8. Dezember 2013

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt...

Nein, auch bei uns brennen heute schon zwei große Kerzen und mehrere kleine Lichtlein. Und es gab Dominosteine und Spekulatius zum Kaffee. Die Stolle (oder der Stollen?) wird noch geschont. Damit Weihnachten noch was da ist.
Übrigens wird es auch hier langsam weihnachtlich. Selbst wenn die Sonne so schön scheint wie in den letzten Tagen, um draußen Kaffee zu trinken ist es nun tatsächlich zu kalt. Ein Wetterbericht hat für die kommende Woche auch für die Schwarzmeergegend leichte Schneefälle vorausgesagt. Der zweite, einheimische  Wetterdienst hat diese Drohung aber schon wieder zurückgenommen. Mal sehen wer recht behält.
 Den ersten Schnee haben wir ja bereits gesehen vor wenigen Tagen. Oder besser ein paar kleine verharschte Häufchen, der Rest war schon weggeschmolzen. Wir haben mal wieder eines der vielen bulgarischen Thermalbäder getestet. Diesmal hatten wir gemeinsam mit Regine und Wolfgang das Mineralbad von Stara Zagora ausgewählt. Der komplette Name: Starozagorska mineralna banja. Dort gibt es eine Reihe von Hotels, die meisten mit vielfältigen Spa- und Wellnessangeboten. Vor allem aber mit warmem Thermalwasser. Hotel war sehr schön, hier hatte es uns vor allem die Gastronomie angetan. Die gastronomischen Angebote waren vom Feinsten, so gut haben wir in Bulgarien noch nie gegessen. Da fiel es schon kaum noch ins Gewicht dass das Thermalwasser im Schwimmbassin leider nicht so warm wie erhofft war. Das wirklich warme Wasser gab es dann im Nachbarhotel samt einer beeindruckenden Saunalandschaft. Daneben dann noch schöne Spaziergänge durch die hügelige Landschaft am Fuße des Sredna Gora-Gebirges und ein Bummel durch die Stadt Stara Zagora, die sich als schöner erwies als vermutet: Ein beeindruckendes Opernhaus und gut gestaltete Ausgrabungen aus thrakischer und römischer Zeit erwarten den Besucher.
Für uns steht fest: Da fahren wir mit Sicherheit wieder mal hin. Wegen des warmen Wassers, des guten Essens und der alten Steine.

Bei der Rückkehr nach Varvara erwartete uns dann der Nikolaustag mit seinen hier so ganz ungewohnten Bräuchen: den Segnungen der Kirche für Gewässer, Boote, Fischer und Seeleute. Und dem großen Fischessen am Abend in den Familien.
Und hier noch ein Tipp für all die Leser unseres Blogs, die vielleicht etwas mehr über Bulgarien erfahren wollen und noch ein Weihnachtsgeschenk suchen. In diesem Jahr ist ein interessantes Buch über Bulgarien erschienen, das zahlreiche Fotos  (alle Fotos schwarz/weiss) und Geschichten über das nicht immer einfache Leben hier im Land zeigt und erzählt: "Wo Orpheus begraben liegt" von Christian Muhrbeck( Fotos) und  Ilija Trojanow (Text), erschienen im Hanser-Literaturverlag.

Samstag, 16. November 2013

Noch nicht Winter und schon Untermieter

Vor einer Woche wurden sie entdeckt, der oder die Mitbewohner. Anhand einer Kartoffel. Beim Versuch sie zu schälen wurde festgestellt: die ist hohl. Obwohl sie in einer Schüssel lag war sie ausgehöhlt, von unten. Die Höhlung zeigte auch wer es war: ein Nagetier. Ein schlaues Nagetier, von oben war absolut nichts zu sehen. Für ein Mäuschen jedenfalls schienen die Zahnabdrücke entschieden zu groß. Also wohl doch wieder die allwinterlich wiederkehrenden Mitbewohner - Ratten. Irgendwo finden sie ein kleines Schlupfloch, um unters Dach zu kommen und von dort dann in die Garage und ins Haus. Diesmal in die Vorratskammer. Na klar, wohin auch sonst. Außer Kartoffel hat sie oder haben sie auch noch Zwieback gefressen. Alles andere ist schon in gut verschließbaren Plastikbehältern verstaut. Aber gegen Ratten muss man was tun. Die Katzen zeigten sich nicht interessiert, schnupperten mal kurz rum und verschwanden wieder an ihren Futternapf. Also Fallen. Drei Stück haben wir aufgestellt, gespickt mit Hundefutterpellets, Zwieback- und Apfelstückchen. Alles was vor und neben den Fallen lag war weggefuttert, aber die Fallen wurden nicht angerührt. Alle  leer. Ratten sind ja schließlich nicht blöd. Also List und Tücke. Täglich neue Futterhäppchen vor und auf und neben die Fallen, täglich ein Stückchen näher ran. Und mit Erfolg. Eine war endlich mal so verfressen, dass sie der Spur des Futters folgte und in die Falle marschierte. Sie hatte Glück, es war eine Lebendfalle. (Das Foto ist nicht mehr ganz frisch, hatten wir schon mal. Aber wer will schon dauernd Ratten fotografieren.)

Sie wurde einige Kilometer entfernt vom Dorf ausgesetzt. Die Freude war groß, die Vorratskammer wurde nun wieder mit weniger Vorsicht (von unserer Seite) betreten. Für alle Fälle aber trotzdem ein paar Hundepellets auf den Boden. Mit Erfolg, am nächsten Morgen waren sie weggefuttert. Also erneut Fallen mit Futterhäppchen spicken, damit sie wie ganz harmlose Futterstellen aussehen. Und mit etwas Geduld auch diemal mit Erfolg. Gestern Abend ging die zweite Ratte in die Falle. Sie hatte allerdings Pech - diesmal war es eine Totschlagfalle. Und jetzt also erst mal wieder Ruhe, hoffentlich. Falls es nicht ein Pärchen war, das uns ihre halbwüchsigen Jungen hinterlassen hat.

Sonntag, 10. November 2013

Grüsse aus dem Novembergarten

Schnell mal die noch warme Novembersonne genießen bei einem Glas Wein auf der neuen Rentnerbank. Noch war auch das Mittagessen noch draußen angesagt - doch ab Mittwoch soll es regnen und auch kälter werden. Dann ist wieder heizen angesagt.
Aber bis dahin: Prost oder Na sdrave (zur Gesundheit) noch im Freien. Beim Fototermin wollten Leo und Blacky auch nicht fehlen. Und da wir gerade im Garten sind, hier auch noch ein paar Fotos von den letzten Blüten und Früchten. Die scharfen Chilis wollen gar nicht aufhören zu blühen und zu fruchten und auch die Rosen haben noch mal jede Menge Blüten angesetzt. Und nun hat auch der letzte Kaktus geblüht, allerdings schon zum zweiten Mal in diesem Jahr. Am Nachmittag haben wir dann alle Kakteen in den Keller gesperrt - Winterruhe ist jetzt angesagt.
Herbstzeit ist hier ja eigentlich auch Fischzeit. Aber in diesem Jahr machen sich die Fische rar, auch wenn ich in den vergangenen Tagen immer mal wieder Delphine vor unserer Küste gesehen haben. Und die kommen ja nur, wenn auch Fische da sind. Aber die Fischerboote bringen immer nur kleine Fische mit, die großen, die Palamuds, ließen sich bis jetzt nicht blicken. Das liegt, sagte eine Bekannte, nur an den Delphinen. Die Fischer dürfen sie nicht mehr abschießen, und nun fressen sie den ganzen Fisch und die Fischer gehen leer aus. Heilige Einfalt, kein Gedanke an Überfischung und starke Verschmutzung des Meeres, was alles ja wohl auch zur Dezimierung der Fischbestände beiträgt.
Wer oder was auch immer schuld sein mag - werden wir halt keine Fische räuchern in diesem Herbst. Oder vielleicht kaufen wir auch Makrelen.

Mittwoch, 23. Oktober 2013

Tsigansko ljato - der goldene Herbst ist da

Ja, hier auch. Anfang Oktober fing es an, mit einem kleinen Regen und Kälteeinbruch - bis 10 Grad fiel das Thermometer. Störte aber nicht weiter, die Trauben waren geerntet und gärten in Fässern vor sich hin.
Ein paar von den ganz Schmackhaften wurden erst mal Saft und werden später zu Gelee verkocht.
Die Kälte währte auch nicht lange, es ist ein schöner warmer Oktober.
Hier nennt man diese Jahreszeit nicht Indian Summer, hier ist das der Tsigansko ljato - der Zigeunersommer. (Müssen wir wohl auch umbenennen, weil politisch nicht korrekt, diese Formulierung). Wie auch immer, das Wetter ist herrlich, der Wein reift im Holzfass, aus der Maische wurde der Ansatz für Rakia.  Der wird demnächst gebrannt.
Und heute morgen hatten die Hunde den richtigen Riecher: Beim Morgenspaziergang bogen sie nicht Richtung Wald, sondern Richtung Meer ab. Und auf selbigem  erwarteten uns etliche Fischerboote, die es offenbar auf einen großen Fischschwarm abgesehen hatten. Und hinter dem waren auch jede Menge Delphine her. Leider zu weit draußen auf dem großen Meer und deshalb nicht zu fotografieren. Aber schön ist es doch wenn man sieht: es gibt noch Delphine in unseren verschmutzten Meeren.
Nach endlich mal richtigem Regen in der vergangenen Woche (dem ersten ergiebigen seit Anfang Juni) wartet jetzt jede Menge  Gartenarbeit. Erst mal wurden die Granatäpfel geerntet. Da soll wieder leckerer Gelee draus werden.
Leider hat der Regen noch nicht ausgereicht auch mal ein paar Pilze wachsen zu lassen. Immer noch alles viel zu trocken. Aber es gibt wenigstens Hoffnung für Schafe, Ziegen, Kühe, Pferde: durch das Grau und Braun der total vertrockneten Felder schiebt sich allmählich wieder grünes, saftiges Gras.

Montag, 16. September 2013

Kebabtsche, Kjufte und Rakia

Und außerdem jede Menge Musik. Das bescherte uns das vergangene Wochenende hier in Varvara. Dieses Dorffest gibt es jedes Jahr Anfang September. In diesem Jahr war aber ein besonderes Jubiläum zu feiern - 100 Jahre Varvara.

An der Stelle, an der Varvara heute liegt, gab es zuvor eine Ansiedlung mit ein paar kleineren Fischerhütten an der heutigen kleinen Hafenbucht. Die Bewohner waren Türken, die Ansiedlung ist auf Karten  aus dem 18. Jahrhundert als Vardarach verzeichnet. Doch dann mussten nach den Balkankriegen von 1912 und 1913, in deren Folge Grenzen neu festgelegt wurden, zahlreiche Bulgaren ihre Heimatorte in Ostthrakien, das der Türkei zugeschlagen wurde, verlassen. Sie wurden vor allem im südöstlichen Teil Bulgariens angesiedelt, viele an der südlichen Schwarzmeerküste und in etlichenDörfern des angrenzenden Strandja-Gebirges.
Mehr als 60 Familien in das heutige Varvara. In einer Broschüre, die zum Jubiläum erschien, berichten Nachfahren der damals hier Angesiedelten über ihre Geschichte und die Entwicklung des Dorfes. Gleichzeitig entstand, gemeinsam mit Historikern, eine Ausstellung, in der Fotos aus den Orten gezeigt werden, aus denen die vertriebenen Familien kamen.
Das Fest selbst war wie jedes Jahr: Der offizielle Teil begann am Samstag Mittag mit einem Gottesdienst und dem Kurban am Paraklis, der kleinen Kapelle am Wald. Es gab einen vom Popen geweihten Kurban - ein Schafsuppe, die an alle Anwesenden verteilt wird. Am Abend dann eine kleine Rede der Frau, die an der Broschüre zum Jubiläum mitgearbeitet hat und eine Rede der Bürgermeisterin. Ansonsten gab es jede Menge Kebabtsche (Hackfleischwürstchen), Kjufte (eine Art Buletten, nur ganz anders gewürzt als die in Deutschland bekannten), Rakia (Traubenschnaps) und natürlich Musik, zu der die Hora getanzt wurde.
Am Sonntag dann das traditionelle Ringerturnier, bei dem Kinder und Jugendliche aus Varvara und umliegenden Orten gegeneinander antreten.
Die 100 Jahre Varvara werden wir übrigens zum Anlass nehmen, in den nächsten Blogs ein wenig mehr über den kleinen Ort zu erzählen, in den es uns verschlagen hat. Der Ringkampf fand auf einer Wiese am Rande gleich neben dem Dorfplatz statt, - auch wenn ich dafür möglicherweise wieder wie schon einmal beschimpft werde, weil ja die Bulgaren ihre Kinder nicht im Schmutz spielen lassen.

Sonntag, 8. September 2013

Titel im vorigen Post falsch, richtig: Wenn vier eine Reise tun...

Nun also der zweite Teil unserer Bulgarientour. Ist auch schon wieder einige Wochen her, aber inzwischen viel anderes erlebt und erledigt und keine Lust zum Schreiben :)))
Jetzt also weiter auf der Reise mit Ramona und Markus.
Ein Bild ermöglicht einen Eindruck vom antiken Stadion 
Für die Weiterfahrt durch die Rhodopen Richtung Plovdiv wählten wir diesmal eine richtige Straße und konnten so auch ganz entspannt die Landschaft um uns genießen. Und machten unterwegs Halt um traditionelle bulgarische Küche zu genießen (was nicht immer zu Markus Freude ausfiel, weil Fleischgerichte in Bulgarien nicht immer zu den kulinarischen Höhepunkten gehören. Zumindest soweit es kurzgebratenes Fleisch betrifft). Und dann haben wir noch an einigen Verkaufsständen am Wegesrand halt gemacht um nach gutem bulgarischen Honig Ausschau zu halten. Die Entscheidung war nicht einfach, denn der Honig in den Bergen ist überall gut.
Das nächste Ziel unserer Reise war bald erreicht, das Batschkovokloster. Es ist das zweitgrößte Kloster Bulgariens und, wie auch das Rilakloster, ein nationales Heiligtum. Gegründet wurde es bereits 1083 als griechisch-orthodoxes Kloster, bulgarisch wurde es im 14. Jahrhundert. Das Kloster ist vielleicht nicht so spektakulär gestaltet wie das Rilakloster, besitzt aber sehr schöne alte Wandmalereien und  eine Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert, die alle Klosterbrände überstanden hat.
Weiter ging es dann Richtung Plovdiv.
Abendstimmung in Plovdiv
Plovdiv, nach Sofia zweitgrößte Stadt Bulgariens und für uns die schönste Stadt des Landes. Wer nach Plovdiv kommt, der sollte sich Zeit lassen. Für die Altstadt mit ihren sehr schön erhaltenen und restaurierten Häuser aus der Wiedergeburtszeit.
Aber auch für die noch älteren Bauwerke aus der Antike: das römische Amphitheater des alten Philippopolis oder das antike Stadion, das einige Meter unter einem Fußgängerboulevard teilweise freigelegt und sehr schön gestaltet zur Besichtigung einlädt.
Zu den Höhepunkten des Abends wurde aber zweifellos der schöne Sonnenuntergang, den wir von einem der sechs Hügel genießen konnten, auf denen Plovdiv erbaut ist.
Am nächsten Tag noch ein kleiner Einkaufsbummel, dann ging es weiter Richtung Norden über Hissar nach Starosel. Da waren wir schon mal, deshalb hier keine weiteren Ausführungen, sondern diesen Link.
Russische Kirche in Shipka
Etwas kurz müssen wir uns schon fassen, denn auf unserer einwöchigen Reise gab es noch weitere Ziele, die wir lange oder noch gar nicht besucht hatten.
Das nächste Ziel, sozusagen auf der Durchreise, war der Shipkapass im Gebirge Stara Planina. . Der Pass selbst ist nicht so spektakulär, aber dessen Geschichte. Hier, mitten in den Bergen, verhinderten im Russisch-türkischen Krieg von 1877/78 russisch-bulgarische Truppen das weitere Vordringen der türkischen Truppen, was den Ausgang des Krieges entscheidend beeinflusste.
Und damit auch einen entscheidenden Beitrag zur Befreiung Bulgariens von der Türkenherrschaft leistete. Als Dank und zur Erinnerung an die siegreichen Kämpfe   und die vielen hier gefallenen russischen Soldaten entstanden in Shipka und auf dem Pass  eine Russische Kirche und ein Denkmal. Beide vielbesucht von Bulgaren, die hier an ihre Geschichte erinnern, aber auch zahlreiche russissche und ausländische Besucher kommen hierher.
Letzte Stationen unserer Reise dann Etara, ein Museumsdorf. Hier wurde an einem Flüsschen ein lebendiges architektonisches und ethnografisches Freilichtmuseum geschaffen, in dem traditionelles Bulgarisches Handwerk bewahrt wird. Die originalgetreu errichteten Werkstätten zeichnet alle eins aus: Sie werden  mit Wasserkraft betrieben.
Uhrturm in Trjavna

Schöner Abschluss einer interessanten Reise war dann das kleine Städtchen Trjavna mit seiner romantischen, sehr sehenswerten denkmalgeschützten Altstadt.

Montag, 12. August 2013

Wenn einer eine Reise tut ...

Zwei Freunde abgereist, zwei andere werden erwartet - also schnell mal über die jüngsten Erlebnisse berichten. Eine Woche lang waren wir mit Ramona und Markus in Bulgarien unterwegs und konnten mal wieder feststellen, dass dieses Land so viel mehr als nur Schwarzmeerküste zu bieten hat. Hier ein paar Impressionen.
Metrostation Serdica
Begonnen haben wir unsere Tour in Sofia.
Die Reste einer alten Basilika
Die bulgarische Hauptstadt hat sich darum beworben, Europäische Kulturhauptstadt 2019 zu werden. Bis dahin bleibt noch viel zu tun, aber Anfänge sind gemacht. Zu den jüngsten Errungenschaften gehört die im vergangenen Jahr eröffnete zweite Metrolinie mit ihren sehr schön gestalteten Stationen. Serdica heißt die eine, das ist der Name, den Sofia zu altrömischer Zeit hbesaß. Die Station heißt nicht nur so, sie zeigt auch Teile der alten Stadt, die beim Metrobau ausgegraben wurden. Die Restaurierung der Funde ist noch nicht fertiggestellt, aber bereits jetzt sehr sehenswert. Also unbedingt Metro fahren in Sofia.

Dann kam das Rilakloster, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bulgariens.  Der Klosterkomplex ist der größte auf dem gesamten Balkan. Er wurde bereits im 10. Jahrhundert gegründet und spielte eine große Rolle als ein Zentrum bulgarischen Geistes während der türkischen Besetzung des Landes.
Mitten in den Bergen - das Rila-Kloster

Auf Grund seiner Geschichte, seiner Bedeutung, die es auch heute noch als geistliches Zentrum hat und auf Grund seiner farbenprächtigen Ausschmückung ist das Kloster ebenso Ziel für geschichtsinteressierte Besucher, für Gläubige und für zahllose Touristen.

Wände und Decken sind bemalt mit religiösen Motiven

Dann machten wir uns auf den Weg in ein kleines Dorf am Rande der Rhodopen - Kovacevica. Das hatte unser Freund Boby empfohlen als unbedingt sehenswertes Bergdorf. Der Weg dorthin gestaltete sich dank unseres Navis allerdings mehr als schwierig. Das schickte uns nämlich weg von der Hauptstraße auf eine gut ausgebaute Abkürzung. Dachten wir. Der Ausbau reichte aber nur wenige Kilometer weit bis zum nächsten Dorf.

Von Weg konnte manchmal kaum noch die Rede sein
Dann kam ein Schild, das eine Straßenbaustelle ankündigte und von da an war Schluss mit lustig: rund 16 Kilometer Waldweg mit tief ausgefahrenen uns noch tiefer ausgespülten Wegen erwarteten uns, während wir hinter jeder Wegbiegung die Baustelle erwarteten und deshalb nicht umkehrten. Die kam aber nicht, ist auch überhaupt nicht geplant. Hier ist wirklich nur Waldpiste, genutzt höchstwahrscheinlich nur von wenigen Forstfahrzeugen. Und von uns. Die 16 Kilometer fühlten sich an wie 100 und gebraucht hat´ben wir reichlich zwei Stunden. Umso größer unsere Freude, als wir am Abend mit einem immer noch fahrtüchtigen Auto endlich das Dorf erreichten.
Dann war der Weg auch noch versperrt -falsche Richtung
Und das hat uns dann mit seiner Ursprünglichkeit, seinen schönen Häusern, seiner Lage mitten in den Bergen, seiner Stille und seinen gastfreundlichen Bewohnern für die Strapezen der Anfahrt entschädigt. Wir entschlossen uns wegen all der aufgezählten Vorzüge nicht nur eine, sondern zwei Nächte zu bleiben und am nächsten Tag die Umgebung zu erkunden. Für die Weiterreise haben wir dann übrigens die "richtige" Straße gewählt und entschieden, mehr der Karte als dem Navi zu vertrauen.
Liebevoll restauriert die Häuser in Kovacevica
Von alters her werden die Häuser mit Steinplatten gedeckt

Nach dem Weg wohlverdient - ein schönes Glas Wein
Über die weitere Reise berichten wir dann in einem neuen Post in den nächsten Tagen. Wir wollen ja unsere Leser nicht mit ellenlangen Reisebeschreibungen langweilen. Also: Fortsetzung folgt. Und Danke an Markus für einige der hier gezeigten Fotos.

Mittwoch, 24. Juli 2013

Ausflug nach Burgas

Oder besser - mal wieder Großeinkauf. Vorräte auffüllen. Alles Lebensnotwendige gibt es auch in unserem und den Nachbarorten. Aber unsereiner will ja auch mal wiedr Leberwurst, Fleischsalat, "richtigen" Schnittkäse oder Camembert, "richtiges" Brot. Und die großen internationalen Discounter machen es möglich. Es ist schon eigenartig, wie die Prägungen der Geschmacksnerven von klein auf doch fortwirken. Auch von anderen, die sich lange Zeit im Ausland aufhalten ist es immer wieder zu hören: was zuerst fehlt ist das dunkle Brot. Dann die Wurst und manchmal auch der Pflaumenkuchen.
Also ab nach Burgas.
Und dort gleich noch voller Überraschung festgestellt, dass wieder eine große Einkaufsmall eröffnet hat. Die dritte nunmehr. Schon während der Bauphase haben wir uns immer wieder gefragt, wo die Kaufkraft für ein drittes großes Einkaufs- paradies herkommen soll. Schon in en beiden ersten stehen zahlreiche Ladenlokal leer oder schon besetzte schließen wieder. Aber in der neuen Mall ist alles etwas anderes. Hier sind Läden eoingezogen für etwas gehobenere Ansprüche - italienische, amerikanische, englische Handelshäuser. Und Kunden dafür gibt es, haben doch zahlreiche  vermögende Russen, Ukrainer, Briten Grundstücke, Häuser, Appartments an der Küste gekauft. Und die wollen während ihres Aufenthaltes natürlich einkaufen.Und ganz sicher nicht in Läden fürs gewöhnliche Volk. Aber um nicht falsch verstanden zu werden - in der neuen Mall namens "Strand" haben sich chice, aber bei weitem nicht hochpreisige Läden angesiedelt. Sie sind eben nur etwas edler als in den anderen Einkaufspassagen. Neben Geschäften und Gastronomie gibt es ein großes Kino und Spielhallen, beides Einrichtungen, die zumindest während der Sommersaison sicher gut besucht sein werden.

Sonntag, 14. Juli 2013

Alle Urlauber sind schon da

Während die Vögel nach mehr oder minder erfolgreicher Brut aus ihren Nestern ausgezogen sind, ziehen die Urlauber in die Hotels, Appartments, Zimmer ein. Betrieb auf den Straßen, in den Läden und in den Kneipen. Und natürlich an den Stränden und in den Badebuchten.
Für Detlef und Margit ist der Urlaub fast vorbei. Das Grillfest mit ihnen wird wieder allen Beteiligten unvergessen bleiben - leckere Thüringer Grillwürste.
Mit ihrer Abreise in dieser Woche sind für uns die urlaubsähnlichen Zustände auch erst mal vorbei. Dann zieht vorübergehend wieder "Ordnung" ein. Pferdeerziehung, lange Hundespaziergänge. Naja, letzteres steht noch nicht ganz fest. Bei mehr als 30 Grad im Schatten wollen die Hunde auch nicht so weit. Nicht mal morgens oder abends.
Blacky hat abends ohnehin was anderes vor - noch aus ihrem vorigen Leben geht sie abends gern aus. Ins Hotel, zum Abendessen. Bei (fast allen) Gästen und Personal ist sie überaus beliebt und fasst wahrscheinlich immer mal einen leckeren Brocken ab.
Jo wird jetzt erst mal seinen Grill-, Back-, Räucherplatz fertig bauen. Dann kommen schon bald die nächsten Freunde zu Besuch und mit ihnen ein Ausflug zu den schönsten Plätzen Bulgariens, zumindest zu einigen von ihnen..
Bis dahin aber - Tiere hätscheln, Garten pflegen, Tomaten ernten, auch mal Schwimmen gehen.

Sonntag, 2. Juni 2013

Zurück in Bulgarien

Und das bringt vor allem Arbeit. Die Blumen- rabatten im Garten haben dank fleißigen Gießens durch Denka Dschungel ähnliche Ausmaße, die Rasenflächen daneben vertrocknet.
Da war die Freude, ich wage es kaum zu schreiben, über den heutigen Regen groß. Aber in unserem Dorf hat es, anders als in Deutschland, in den vergangenen Wochen gerade mal 3 bis 5 Tropfen geregnet. Also durchaus Freude und der Wunsch an alle Betroffenen in Deutschland, dass der Regen dort endlich aufhören möge und die Keller trocken bleiben.
Hier hat es am Freitag Mittag bereits so ausgesehen, als wollte ein mächtiges Gewitter über uns hereinbrechen. Das hat uns vom Mittagstisch weg raus aufs Feld getrieben, wo gerade Heu zu Ballen gepresst wurde. Auch Heu für uns, und das wollten wir vor dem Gewitter unter ein trockenes Dach bringen. Die letzten zwei Ballen waren ins Auto geladen als die ersten Regentropfen fielen. Es sollten allerdings so ziemlich die einzigen bleiben, das Gewitter brachte anderswo starken Regen und Hagelschlag.
Ob es hierzulande auch in der Politik stürmisch weitergeht bleibt abzuwarten. Die Wahl brachte zwar einen Sieg von GERB, den sich viele halbwegs klar denkende Menschen in der Hoffnung auf Kontinuität auch gewünscht hatten. Doch der Vorsprung war zu knapp, ein Koalitionspartner fand sich nicht. Also bildet nun die zweitstärkste Kraft, die sozialistische Partei gemeinsam mit der Türkenpartei die Regierung. Die vierte im Parlament vertretene Partei ist Ataka, eine durchaus als faschistisch zu bezeichnende Partei. Die Befürchtung, dass die sozialistische Partei mit diese Partei koalieren könnte, wurde zum Glück nicht real. Aber nicht etwa, weil eine sich sozialistisch nennende Partei scheuen würde vor einem Zusammengehen mit einer offen rechtsradikalen Vereinigung. Nein, Ataka soll es abgelehnt haben, sich an einer Regierung zu beteiligen. Also kein Nationalsozialismus in Bulgarien. Allerdings auch eine nur bedingt regierungsfähige Koalition. Denn die Anzahl der Stimmen steht so ziemlich auf Patt. Nur das Wohlwollen von Ataka ermöglicht Beschlüsse und Gesetze. Stimmen, die der Regierung dann sicher nicht nur lieb, sondern auch teuer sein werden. Unter diesen Umständen glaubt kaum einer an eine lange Regierungszeit. Schlechte Nachrichten gibt es sofort. Die Regierungskoalition, die schon vor GERB an der Macht war, hat angekündigt, das umstrittene, in einer Erdbebenzone gelegene Atomkraftwerk Belene, dessen Bau GERB gestoppt hatte, nun doch weiterbauen zu wollen. Aber selbstverständlich würden Sinn und Nutzen des Baus erst noch mal gründlich geprüft. Aber warten wir mal die ersten Abstimmungen im Parlament ab.
Bis dahin genießen wir die nach einem Regentag wieder bevorstehenden wettermäßig sonnigen und warmen Tage. Und beobachten den großen Storchenschwarm, der in den vergangenen beiden Tagen unser Dorf überflog. Fast 200 Störche, die sich tagsüber auf den gemähten Wiesen niederließen, um die ihrer Verstecke beraubten riesigen Heuschrecken zu jagen.

Sonntag, 12. Mai 2013

Wahltag in Bulgarien

Heute wird gewählt in Bulgarien. Nach dem Rücktritt Borissovs und seiner Regierung nach heftigen Massenprotesten im ganzen Land mussten die ohnehin in diesem Jahr fälligen Wahlen vorgezogen werden. Umfragen zufolge liegt Borissovs Wahlbündnis GERB leicht vor den Sozialisten, die dieses Land auch schon mal regierten. Das Wahlergebnis wird also spannend. Und sicher wird es Proteste und Anfechtungen geben. Unter anderem auch, weil wenige Tage vor der Wahl in einer Druckerei bei Sofia 350 000 nicht offizielle Wahlzettel gefunden wurden. Das sind immerhin etwa zehn Prozent der erwarteten Wähler. Gefunden wurden sie in der Druckerei eines Mitgliedes von GERB. Abfall, wie der Besitzer sagt. Zum Entsorgen und nicht für die Verteilung gedacht. Die Staatsanwaltschaft ermitteln. Ein Skandal mehr im Vorfeld dieser Wahlen. Anlass sogar für die Tagesschau über Bulgarien zu berichten: http://www.tagesschau.de/ausland/bulgarien208.html


Wir sind gespannt auf das Wahlergebnis. Bis zur Verkündung genießen wir die Blumenpracht in unserem Garten.

Montag, 29. April 2013

Wunder gibt es immer wieder

Da ist man manchmal so richtig weit unten: alles nervt, an keinem hat man richtig Freude. Nachts  wenig Schlaf, weil wir neuerdings einen Mitesser haben. Bisher sind fremde Katzen immer dank Katzenklappe an einem Besuch bei uns gehindert worden. Jetzt hat es eine Schwarz-weiße geschafft und weiß, wie sie an Futter kommt. Jede Nacht kommt sie ins Haus, besichtigt die Katzennäpfe und frisst alle Reste. Wenn sie uns hört, verschwindet mit affenartiger Geschwindigkeit durch die Katzenklappe. Die macht gewaltig Lärm. Vorbei mit Schlafen. Hund Leo kommt, sobald er einen sieht, angewinselt und will Futter. Essen, essen, essen ist seine Lebensmaxime.
Am Morgen dann ist auch Hund Blacky mal wieder verschwunden. Im Dorf ist mehr los als in unserem Garten, also mal los. Sie überwindet Zäune und weiß auch schon, wie man Riegel an Türen öffnen kann. Nach einigen Malen rufen und pfeifen kommt sie zurück, verlangt ihr Futter und ist müde. Und zum Schlafen sucht sie ein schattiges Plätzchen und latscht mal wieder Blumen nieder und walzt die nächste Blumenrabatte platt.
Und überhaupt der Garten: Nichts wächst schneller als Unkraut. Also nichts wie raus hier auf einen Spaziergang mit den Hunden. Und da geschieht dann das Wunder: Auf einer großen Wiese an der Steilküste, über die ständig Dutzende von Schafen, Ziegen, Kühen und Pferden ziehen, zeigen sich viele zartlila Blumen. Alles Orchideen wie sich beim genaueren Hinsehen zeigt. Hunderte davon wachsen hier. Das habe ich hier zum ersten Mal gesehen. Dank der Hunde. Die kriegen gleich mal ein extra Leckerli.
Ach ja, noch ein Wort zu den Störchen: der fünfte Storch, der Ansprüche auf eines der Nester oder einen der anderen Störche oder auf beides geltend machen wollte, hat jetzt einen eigenen Partner gefunden und baut ein eigenes Nest. Da haben wir also gleich drei brütende Storchenpaare in diesem Jahr in Varvara. Vorausgesetzt natürlich, das dritte Nest wird fertig. Auf Suche nach Baumaterial ist er jedenfalls unablässig.
So, da ist die Welt also wieder in Ordnung. Ab in den Garten und Unkraut vernichten. Und morgen machen wir ein großes Feuer und verbrennen eine Hexe.

Sonntag, 28. April 2013

Jede Menge Nachwuchs

Ostern steht vor der Tür - also das Ostern nach dem orthodoxen Kalender. Heute war der Blumensonntag, das ist vergleichbar dem Palmsonntag.
Und gestern, am Lazarustag, waren die Lazarki da, die Mädchen mit dem Blumenschmuck, die im ganzen Dorf in alle Häuser kommen, singen und tanzen und den Bewohnern Glück wünschen. Und für sich Geschenke einsammeln. Wir freuen uns, dass vor allem in den ländlichen Gebieten solche Bräuche noch gepflegt werden.
Jetzt bereiten die Leute hier das Osterfest am kommenden Wochenende vor. Und haben dank dem Feiertag am 1. Mai eine ganze freie Woche vor sich.
Doch wenn von Frühling und Ostern die Rede ist, dann immer auch von einer Zeit der Erneuerung der Natur und der Fruchtbarkeit. Und da können wir eine ganze Menge Neuigkeiten vermelden.
Bella, die weiße Hündin, die uns im vergangenen Jahr zugelaufen war und die wir gesund pflegten, hat Nachwuchs bekommen. Sechs hübsche Welpen, die jetzt bereits fünf Wochen alt, sehr lebhaft und immer hungrig sind. Es werden mit Sicherheit schöne große Hunde.

Nachwuchs hat auch Denkas Stute Suleika seit gestern. Ein Stutfohlen mit einem riesigen weißen Stern auf der Stirn und unglaublich langen Beinen. Denkas Enkelsohn Toschko hat auch schon einen Namen ausgesucht: Svezda, Sternchen.
Und auch bei uns im Garten gibt es möglicherweise bald Nachwuchs: Im Minigartenteich wohnt wieder ein Molch und legt unermüdlich kleine weiße Eier an den Seerosenblättern ab. Da wir aber immer nur einen Molch sehen sind wir gar nicht sicher, ob die Eier auch befruchtet sind. Na, warten wir es ab.

Freitag, 26. April 2013

Alle Vögel sind schon da

Bis auf die Bienenfresser, auf die warten wir noch. Aber die anderen sind alle angekommen.
Erstmals in diesem Jahr in Varvara nicht nur ein, sondern sogar zwei brütende Storchenpaare.
Ende März war das erste Pärchen da, seit einer reichlichen Woche nun auch ein zweites. Doch seit gestern macht sich unter den bauenden und brütenden Störchen Unruhe breit. Ein fünfter Storch ist aufgetaucht. Und er macht Ansprüche geltend auf eines der Nester oder sogar einen der anderen Störche. Da haben die Storchenmänner zu tun, den Eindringling zu verjagen. Mal sehen wie es ausgeht. Das heißt, sehen können wir das sowieso nicht, denn für uns sehen die alle gleich aus. Hauptsache sie brüten und erfreuen uns  mit Nachwuchs.

Brüten wollen auch die Rauchschwalben. Ausgerechnet unseren Hausflur hatten sie sich ausgesucht für den Nestbau und schon angefangen, Schlamm an die Wand zu kleben. Wir haben einen Fadenvorhang vor den Eingang gehängt. Das hat die Schwalben aber nicht abgeschreckt, sie sind einfach darunter durchgeflogen. Was den Kater auf den Plan rief. Er griff sich eine der tieffliegenden Schwalben und hat sie kurzerhand gefressen. Damit war das Bauprojekt beendet. Über unsere Trauer über die tote Schwalbe hat uns ein Sprosser hinweggeholfen. Drei Tage und Nächte lang hat er uns im Pflaumenbaum im Nachbargarten die schönsten Lieder gesungen. Jetzt ist er einige Gärten weitergezogen, hat dort wahrscheinlich einen Partner gefunden. Die Musik ist somit etwas leiser, aber immer noch sehr schön.

Dafür haben wir neue Schwalben (oder nur einen neuen Partner?) und die versuchen es unterm Dach mit dem Neubau. Klappt aber auch nicht richtig, denn da ist alles mit Holz verkleidet, und auf Holz will der Schlamm nicht so gut halten wie auf unserer Wand.
Aber sie kämpfen tapfer, unsere Schwalben. Vielleicht klappt es ja noch mit einer Brut in diesem Jahr. Nur für unsere Gartenstühle müssen wir uns einen neuen Platz suchen, denn die stehen auf der Terrasse direkt unter dem Bauplatz. Und das kleckert gewaltig. Aber was tut man nicht alles für die lieben Tierchen. Sie bescheren uns ja auch viele schöne Beobachtungen,  und manchmal halten sie sogar so lange still bis wir ein Foto schießen können.

Sonntag, 7. April 2013

Osterspaziergang und Musik in Sliven

Ostern können wir in diesem Jahr zwei Mal feiern. Das erste Mal ist vorbei. Wir hatten einen sehr schönen Osterausflug nach Mladeshko,  ein schönes Schutzgebiet mit Quellen und einigen kleinen Höhlen im Karstgestein. Dort soll es heilkräftiges Quellwasser geben, das vor allem für Thrombosebehandlung gut sein soll. Zwei Betonbecken aus sozialistischen Zeiten, leider nicht mehr gepflegt, zeugen davon. Aber auch ohne kneippsche Wasserbecken kommen hier gern Leute her. Wunderschöne Natur, neu eingerichtete Picknickplätze, das Quellwasser, das sich zu einem Flüsschen vereint laden zu Wandertouren ein. Am Wegesrand blühen wilde Primeln, Roter Lerchensporn und auch die wilden Pfingstrosen haben schon Knospen angesetzt. Würstchen und Grillfleisch vom offenen Feuer haben uns gemeinsam mit Wolfgang und Regine prima geschmeckt. Das orthodoxe Osterfest wird dieses Jahr übrigens Anfang Mai gefeiert.
Am Ostermontag dann Ausflug nach Sliven. Georgi Kalaidjiev war da gemeinsam mit drei Studenten von der Münchner Filmakademie. Sie wollen einen Dokumentarfilm drehen über das Musikprojekt "Musik statt Straße" und über die Kinder, die hier eine Ausbildungsmöglichkeit finden. Auf die Idee kam Falk Müller aus Gera. Er hatte durch Presseveröffentlichungen und den Besuch der jungen Musiker im  vergangenen Jahr in Gera von diesem Projekt erfahren. Jetzt waren erst mal die organisatorischen Vorbereitungen dran, gedreht werden soll dann im Juni. Wir sind schon sehr gespannt.
Extra für uns und die Studenten gab es am Abend ein kleines Konzert, allerdings vom zweiten Musikprojekt für junge Leute in Sliven, von Karandila. Karandila jr. hatten wir im Vorjahr bereits kennengelernt, jetzt ist die dritte Band gegründet, sie nennt sich K 3. Die Mitglieder: junge Roma zwischen 5 bis 15, ausschließlich Jungs. Die Frage, ob auch Mädchen mitspielen dürften, hätte ich mir besser verkneifen sollen.
Die Musikrichtung ist mit dem großen Begriff Gipsy Brass wohl am besten beschrieben. Eine mitreißende Musik, mit großer Begeisterung gespielt und von uns begeistert aufgenommen.
Die Jungs machen jetzt schon eine tolle Musik obwohl sie erst seit einem Monat gemeinsam musizieren. Aber Musik liegt ihnen förmlich im Blut und ihr Chef Angel Ticherliev, der die international bekannte Band Karandila leitet, weiß sie in die richtigen Bahnen zu lenken und dabei die Begeisterung zu bewahren. Musikalische Talente sie alle, denen er kostenlos Unterricht gibt und Instrumente zur Verfügung stellt. Die Familien könnten sich das alles nicht leisten. Deshalb sind Projekte wie dieses und wie auf Georgis Projekt "Musik statt Straße" so ungemein wichtig: Zwei kleine Lichtblicke inmitten des Zigeunerghettos von Sliven.