Mittwoch, 31. Dezember 2014

Schneegida auch hier

Ja, genau, wir wollen uns auch zu Wort melden bei Schneegida.
Unsere Wachmannschaft
Einheimische mit warmem Plätzchen

Und damit wir überhaupt mitreden können haben offenbar wohlmeinende Freunde über Nacht ein Schneegebiet einwandern lassen. Über die Türkei natürlich, die Grenze ist ja ganz nah. Am späten Abend in der Dunkelheit fiel er ein, der Schnee - mit stürmischem Wind und heftigem Gestöber. Bis jetzt hat er nicht aufgehört, und wie die Karten vermelden, soll das Gestöber auch noch eine Weile anhalten. Unser Wunsch deshalb gemäß Schneegida: Grenzen dicht. Das kann aber noch ein bisschen dauern, denn wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfuhren haben hinterhältige Kanaillen den ziemlich hohen und ziemlich stabilen Grenzzaun zwischen Türkei und Bulgarien ganz einfach aufgeschnitten. Kein Wunder wenn sie jetzt ungehindert zuwandern können, die Schneemassen.

Montag, 29. Dezember 2014

Weihnachten im Römerbad

Nichts wie weg - das sagten wir uns vor Weihnachten. Weg und mal wieder was anderes sehen und erleben und für  viel Erholung sorgen. Also gemeinsam mit Regine und Wolfgang aus Sozopol auf nachHissar oder richtiger - Hissarya.
Dort waren wir ja schon mehrmals und wissen die Pools mit dem warmen und heilkräftigen Mineralwasser zu schätzen. Und natürlich auch die Stadt mit ihren archäologischen Ausgrabungen, ihren Parks und ihren sauberen Straßen und Fusswegen. Fördermittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung - größtenteils finanziert aus EU-Mitteln machen es möglich, dass die Stadt immer schöner wird. Viele Fusswege sind gebaut, Ausgrabungen werden weitergeführt und gesichert, die Kurparks verschönt. Neue Hotels und Gästehäuser mit Mineralwasserpools und Wellnessangeboten entstehen. Weniger schön - die alten Sanatorien aus sozialistischen Zeiten und auch zahlreiche Stadtvillen sind seit vielen Jahren nicht mehr genutzt und verfallen.
Der war auch da
Sanieren will wohl niemand, neu bauen ist vermutlich billiger und einfacher. Aber schade ist es doch, stehen doch einige der verfallenden Bauten ziemlich zentral in der Stadt. Aber wir haben es bei unseren Spaziergängen durch die Stadt und die Parks zu den Trinkbrunnen, den Geschäften, den Restaurants großzügig übersehen. Und uns an den vielen schönen Plätzen, am guten Essen und dem warmen Wasser im Hotelpool erfreut und ein paar schöne, warme, sonnige Tage erlebt. Nach Weihnachten sind wir dann aber doch gern wieder gefahren - da fielen auch in Bulgarien winterliche Kälte und Schnee ein.

Auf ein schönes und fröhliches  neues Jahr


Samstag, 22. November 2014

Bonjour tristesse...

...möchte man jeden Morgen beim Blick aus dem Fenster sagen. Nach einem schönen, sonnigen, warmen Oktoberende seither nahezu ausschließlich Nebel, Regen, Wolken. Nur die Reihenfolge wechselt.  Also genau das Novemberwetter, dem wir in Deutschland entfliehen wollten.

Nun hat es uns eingeholt.
Wasser haben wir allerdings langsam auch ausreichend. Das Regengebiet, das gerade erst Norditalien heimsuchte, kam mit einer Verspätung auch hier an - glücklicherweise aber schon ziemlich abgeregnet, hat hier nur die letzten Liter verloren. Sonne ist kaum mal zu sehen. Aber gestern dann kam sie doch mal zum Vorschein. Und mit ihr kam leider auch die Kälte. Bei einer Fahrt über Land heute klickerten zwischen all den Regentropfen gleich auch die ersten Eiskügelchen auf die Autoscheibe. Bei der Tour haben wir aber auch gleich mal die Schäden gesehen, die das letzte große Unwetter hinterließ. Noch immer stehen große Flächen unter Wasser, etliche Dörfer erreicht man nur über Umwege weil die Brücken beschädigt sind, viele Straßen sind stellenweise stark verengt, da die Straßenränder weggespült oder aber unterspült sind. Aber nächste Woche soll ja erst mal für wenige Tage die Sonne scheinen - bevor der nächste Regen kommt. Aber bis dahin wollen wir mal die Sonnenstunden nutzen, um mit Pferd und Hunden spazieren zu gehen. Und hoffen dabei, nicht im tiefen Schlamm stecken zu bleiben.

Freitag, 31. Oktober 2014

Tief Gonzalo und kein Ende

Tief Gonzalo, das auch schon in Deutschland für einigen Schaden gesorgt hatte, hat uns hier seit nunmehr einer Woche fest im Griff.
Mal sehen wann auch der Strassenbelag bröselt...
Am vergangenen Wochenende wurden für etliche Regionen Gefahrenstufen ausgerufen - wegen starken Schneefalls mussten etliche Strassen und Pässe gesperrt werden, und hier in unserer Region gab es extreme Regenfälle und Sturm. In der Region Burgas sollen gebietsweise bis zu 220 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen sein. Drei Staudämme sind übergelaufen. In unserem Dorf dürfte es kaum weniger gewesen sein. Zwei Tage lang nahezu ohne Unterbrechung Regen, Regen, Regen. Was heisst Regen - es hat gegossen ohne Unterlass. Und der Regen hält leider bis heute an. Nicht mehr so heftig, aber stetig. Der Garten eine Schlammwüste, in der Strasse vor unserem Haus sind tiefe Rinnen ausgespült. Für heute war eigentlich ein Ende der Regenzeit verkündet - aber der Regen weiss wohl nichts davon. Also weiter Keller auspumpen.

Samstag, 25. Oktober 2014

Pilzzeit - und das Land versinkt schon mal im Schnee

Eigentlich wollte ich ja über die leckeren Pilzmahlzeiten schreiben, die wir uns in letzter Zeit haben schmecken lassen. Starke Regenfälle für zwei Wochen und anschließend sehr schönes warmes Wetter haben die Pilze in den hiesigen Wäldern nur so spriessen lassen. Steinpilze, riesige Maronen, Schirmpilze, sogar einige Birkenpilze haben wir gefunden.
"Die kann man auf gar keinen Fall essen", so die Reaktion der Einheimischen auf viele der von uns gesammelten Pilze. Aber Birkenpilz, Ziegenlippe, Hexenröhrling haben wir auch früher schon gegessen - und jedes Mal überlebt. So auch diesmal. Dafür haben wir hier einen Pilz kennen gelernt, den wir nie und nimmer mitgenommen hätten. Wächst leuchtend orangerot aus einer weißen Hülle, hat leuchtend gelbe Lamellen und eine dicke Knolle. Also mindestens so gefährlich wie Knollenblätterpilz. Dachten wir. Doch dann haben ihn uns die Einheimischen angeboten - als sehr gut schmeckenden Speisepilz, mindestens so gut wie der Steinpilz. Akribische Recherche im Internet und diversen Pilzbüchern bestätigte dann auch die Richtigkeit der Aussagen: Kaiserpilz, tatsächlich einer der besten Speisepilze. Leider habe ich vergessen die Prachtexemplare zu fotografieren, erst als sie in der Pfanne brutzelten fiel mir der Fotoapparat wieder ein. Und was da brutzelt sind tatsächlich keine Apfelscheiben, sondern die in Stücke geschnittenen Kaiserpilze. Haben prima geschmeckt und wir leben. noch.
Allerdings jetzt erst mal für einige Zeit ohne Pilze, denn seit gestern ziehen Stürme übers Land und auch über Varvara. Unmengen von Regen sind auf uns heruntergeprasselt, und morgen soll es noch so weitergehen. Doch was bei uns hier Regen ist, das sind in anderen Landesteilen Bulgariens bereits heftige Schneefällen, teils starke Schneestürme. Viele Straßen waren gesperrt, zahlreiche Orte sind ohne Strom, und auch wir mussten heute immer mal wieder ohne Strom auskommen. Jetzt hoffen wir, dass sich alles bald wieder beruhigt und zumindest die Kälte hier noch nicht so bald Einzug hält.
Mal schnell fertig werden mit dem Schreiben, die Lampen flackern schon wieder verdächtig.

Samstag, 20. September 2014

Gartenparty im Wohnmobil

Eigentlich sollte es noch mal ein schöner Abend im Garten mit einigen Freunden werden bevor der Sommer vorbei ist und alle in ihre Winterquartiere reisen. Ein schöner Abend wurde es auch - nur eben nicht im Garten. Denn pünktlich mit den Gästen kam auch der Regen. Was also tun? Einen überdachten Platz im Garten gibt es nicht und im Haus wurden gerade neue Fliesen verlegt. Dort konnten also weder Tisch noch Stühle aufgestellt werden. Der Bungalow bietet auch gerade mal Platz für zwei Leute.
Da kam dann die rettende Idee. Vor dem Haus steht doch das Wohnmobil, da ist es trocken, es gibt einen Tisch und Bänke. Und da wir nur sechs Leute waren passten auch alle hinein. Und die Stimmung war prima.

Sonntag, 14. September 2014

Wieder mal Land unter - aber Dorffest gelungen

In diesem Jahr scheint sich alles in regelmässigen Abständen zu wiederholen: Das Dorffest am vergangenen Wochenende wäre beinahe buchstäblich ins Wasser gefallen. Vom Freitag zum Samstag, 5./6. September, gewitterte und regnete es ohne Unterlass. Besonders betroffen waren Burgas und die Regionen südlich davon. Gebietsweise 170 Liter auf den Quadratmeter in 24 Stunden. Da war natürlich, wie schon im Blog vom Juli zu lesen, wieder einmal die einzige Verbindungsstrasse zu uns in den Süden überschwemmt und dicht gemacht. Wir hatten Glück, wir waren nicht unterwegs. Aber die Musiker fürs Dorffest hatten Sorge, Varvara pünktlich zu erreichen.
Ilija und Gero beim Dorffest

Denka und Dantscho sorgten für das leibliche Wohl

Los, kraulen - aber wie wenn die Hände beschäftigt sind
Am Ende hat es aber doch geklappt, am Nachmittag hatten sich die Fluten der Flüsse ins Meer verteilt. Noch einen Tag später war vor der Küste das Wasser in einem breiten Streifen braun gefärbt. Und wer weiss, dass in den meisten Dörfern die Abwässer nahezu ungeklärt in die Flüsse geleitet werden, der kann sich vorstellen, dass das Baden im Meer in den nächsten Tagen sicher nicht sehr gesund sein konnte.
Doch in den letzten Tagen war es wieder sommerlich warm, sehr zur Freude der noch verbliebenen Urlauber. Denn am 15. September ist in ganz Bulgarien Schulanfang, Zeit also für die meisten Einheimischen für die Heimreise. Für uns  Gelegenheit für die letzten Mekizi aus Ahtopol und für frischen Traubensaft.

Frische Mekizi
Für die kommenden Tage sind zwar noch sommerliche Temperaturen, aber auch immer mal wieder Regenschauer angesagt. Es ist Herbst. Die Störche sind bereits Ende August in grossen Schwärmen davongeflogen. In den letzten Tagen überquerten die Bienenfresser und auch etliche Raubvögel das Dorf in kleinen Schwärmen in Richtung Süden. Die meisten Schwalben sind auch schon weg, nur die spätbrütenden sind noch da und trainieren mit ihrem Nachwuchs den Gruppenflug.
Und auch wir bereiten uns auf Herbst und Winter vor. Das halbe Haus ist ausgeräumt, eine Fussbodenheizung soll verlegt werden. Und in einer Woche steht auch uns der Abflug bevor - nicht in den Süden sondern in das dann hoffentlich auch sonnige Deutschland.
Ach ja, wer etwas mehr über die gegenwärtige Situation in Bulgarien vor den bevorstehenden Wahlen lesen will, hier ein Lesetipp:  http://www.heise.de/tp/artikel/42/42756/1.html

Montag, 25. August 2014

Sonnenpause

Heute am frühen Morgen von trommelnden Regentropfen geweckt worden. Das wurde auch mal wieder Zeit nach vielen sonnnigen und sehr warmen Tagen. Jetzt ist das Regenwasserfass erst mal wieder voll. Und so eine Sonnenpause tut auch wieder mal gut. Die Katzen sind gleich wie bekloppt durch das Haus gerast. Und wir wissen nicht, ob aus Freude über niedrigere Temperaturen oder um sich aufzuwärmen. Aber am Mittag hatten wir dann schon wieder 26 Grad, der Sommer ist also noch nicht vorbei.

Montag, 28. Juli 2014

Aida im Theater von Philipopolis

Am Sonntag vor einer Woche erfüllten wir uns einen lang gehgten Traum: Einmal eine Aufführung im 2000 Jahre 
alten Amphitheater von Plovdiv, dem alten Philipopolis erleben. In den 80er Jahren des mittlerweile vorigen Jahrhunderts standen wir erstmals in diesem antiken Theater. Wir stiegen die steilen Zuschauerränge hinauf, standen auf der Bühne und zwischen den ionischen Marmorsäulen, die die Bühne begrenzen. Und da entstand der Wunsch - hier eine Theateraufführung miterleben.
Und beim kürzlichen Plovdivbesuch sahen wir die Ankündigung der "Aida". Sie sollte die Abschlussveranstaltung des Sommerprogramms der Staatsoper Plovdiv sein. Hoffnung auf Karten hatten wir eigentlich nicht, denn die Stadt ist in den Sommermonaten voller kulturinteressierter Touristen. Aber wir hatten Glück, ganz oben waren noch ein paar Einzelplätze frei.
Abendessen mit Blick über Plovdiv

Natürlich haben wir da zugegriffen. Als es ans Bezahlen ging erlitten wir fast einen Schock: Pro Platz 15 Leva, das sind nicht mal 8 Euro. Ein unglaublich niedriger Preis, der wohl nur dank der staatlichen und kommunalen Zuschüsse und der vielen Sponsoren möglich wird.
Das Theater füllt sich
Also noch mal eine Fahrt nach Plovdiv in der stillen Hoffnung, dass das Wetter uns hold ist und die Vorstellung nicht wegen Gewitterregens abgesagt werden muss. Und wir hatten Glück. Es war ein sehr schöner, warmer Abend. Das Rund des Zuschauerraums füllte sich bis auf den letzten Platz.
Eine stimmungsvolle, opulente Inszenierung
Und wir erlebten eine wunderbare Opernaufführung mit einem sehr guten Orchester und vorzüglichen Sängern. Herausragend hier noch die chinesische Sängerin Huy Che, die die Aida sang.  Emotionale Höhepunkte setzten dann noch die Kerzen, die in der Pause an das Publikum verteilt wurden und die die Zuschauertribünen in Anlehnung an die Arena von Verona in rote Lichter tauchten. Was uns immer wieder fasziniert in Bulgarien ist die Begeisterung des Publikums, das die Künstler mit viel Szenenapplaus bedachte. Nach einem kleinen Feuerwerk, das die 31/2 stündige Vorstellung beendete, verbracht auf einer Marmorbank ohne Rückenlehne, wussten wir aber auch eins zu würdigen: den Luxus, den uns moderne Theater in Form bequemer Theatersessel gewähren.

Mittwoch, 16. Juli 2014

Getrennt von Haus und Hof

Nach zwei schönen Tagen in Plovdiv heute nun die Fahrt nach Varvara - im strömenden Regen. Aber bis zur Küste wird es wieder schön, dachten wir. Der Wetterbericht hatte schließlich Unwetter nur für den nördlichen Teil des Landes angedroht. Doch wir hatten gerade Burgas erreicht, da bekamen wir einen Anruf: Ganz schlechte Nachrichten, Ihr könnt nicht bis Varvara fahren. Aktuellen Meldungen zufolge ist die Straße vor Primorsko wegen Überschwemmung gesperrt. Und auch eine großräumige Umgehung über einige Dörfer weg von der Küste ist nicht möglich, auch dort sind die Straßen überflutet. Sindflutartige Regenfälle seit der vergangenen Nacht hatten Flüsse weit über die Ufer treten und große Wiesenflächen und Felder total überflutet.
Also erst mal Halt machen und Kaffee trinken bei Regine und Wolfgang in Sosopol- dachten wir. Aber schon in Tschernomorez, dem Ort vor Sozopol, standen wir in Stau. Dann wurden alle Fahrzeuge von der Straße heruntergeleitet in den Ort bzw. zurück nach Burgas. Fast alle. Transporter und Jeeps und alles, was eine hohe Bodenfreiheit hatte, durften weiterfahren. Vor Sozopol an der tiefsten Stelle der Straße lief das Wasser wie ein mittelprächtiger Fluss über die Straße. Ausgiebige Unterbodenwäsche war garantiert, aber wir kamen durch. Am späteren Nachmittag dann der Versuch der Weiterfahrt. Auf direktem Wege immer noch nicht möglich, der Ropotamo hatte kurz vor Erreichen des Meeres die Küstenstraße geflutet und damit die Schwarzmeerorte südlich von Sozopol und damit auch Varvara vom Rest der Welt abgeschnitten. Aber immerhin waren die Straßen im "Hinterland" der Urlauberorte am Meer wieder befahrbar. Und so erreichten wir Haus und Hof am Abend dann endlich doch noch wohlbehalten.

Freitag, 4. Juli 2014

Kein Beitrag für Vegetarier

Bis Zeithain hatte es sich
herumgesprochen:
Bei Langes in Varvara wird ein Lamm am Drehspieß gegrillt.
Im Prinzip stimmte das. Nur dass ein kein Lamm, sondern ein Zicklein war. Was heißt Zicklein, junge Ziege trifft es besser. Am Morgen fachte Ilija im Garten ein Feuer an. Als genug Glut vorhanden war, kam das Tier auf den Drehspieß. Und dort blieb es dann stundenlang, immer wieder mit einer Marinade aus Öl und Gewürzen eingepinselt und gleichmäßig von allen Seiten knusprig braun geröstet.
Am Abend dann versammelte sich eine deutsch-romabulgarische Gesellschaft rund um einen reich gedeckten Tisch: Salate, Denkas unvergleichliches Pita-Brot, Rakia, Wein - und natürlich leckeres Ziegenfleisch.
Ein schöner Abend mit lieben Freunden.

Samstag, 21. Juni 2014

Unwetter in Bulgarien

Eine ziemich deutliche Sprache, die zumindest einige bulgarische Medien nach dem Unwetter im Nordosten des Landes sprechen. Hier wird mal sehr direkt gesagt, was nicht die Ursachen für die Unwetter, wohl aber für deren verheerende Folgen liegen. Hier kann man es nachlesen:
http://bnr.bg/de/post/100424951/die-rache-der-natur

Übrigens war das große Urlaubshotel, dessen Gäste evakuiert werden mussten, ganz offensichtlich vor allem eins: schnell und billig gebaut. Offenbar hatte es den Untergrund weggeschwemmt, so dass sich das Gebäude plötzlich schräg stand.

Freitag, 20. Juni 2014

Land unter im Nordosten Bulgariens

Erst mal die gute Nachricht: Wir sind vom Hochwasser nicht betroffen. Zwar hat es auch hier in den letzten Tagen reichlich gewittert und geregnet, aber bisher ist alles ordentlich versickert und abgeflossen.
Die russische Kirche in Schipka liegt hoch genug 

Anders in Varna und der Region rund um Veliko Tarnovo.

Dort hat es nach extremen Regenfällen in der Nacht zum Freitag heftige Überschwemmungen und Schlammlawinen gegeben. 12 Menschen sind in den Fluten umgekommen. Wir sind froh, wieder in Varvara zu sein. Denn am Mittwoch und Donnerstag waren wir ganz nah an der Region, die jetzt an vielen Orten überschwemmt ist.
Die Schwarzmeerküste ist aber auch betroffen von Überschwemmungen. Rund um Varna hat es teilweise Strände weggeschwemmt. Im Fernsehen waren Bilder zu sehen, wie Urlauber mit Hubschraubern aus  Hotels geholt wurden.Und hier im Süden, in Sozopol und Umgebung, hat es unter anderem Campingplätze überflutet. Und das zu Beginn der Urlaubssaison. Dieses Frühjahr und der Sommerbeginn sind schon sehr ungewöhnlich. Immer wieder Regen und zwischendurch mal wenige Tage sonnig. Dann wieder Regen, und jetzt seit mehr als einigen Wochen immer wieder heftige Gewitter.
Das Gute: Die Pflanzen im Garten wuchern nur so. Das Schlechte: der Wintervorrat an Heu für unser Pferd ist nach dem Mähen total vergammelt.
Die schönen Blüten schütteln den Regen einfach ab.
Trockenes Plätzchen auf dem Keramikbruder
Doch jetzt wieder zu den guten Nachrichten: Dank des Regens steht das Gras hüfthoch. Und ab Sonntag ist Sommer angesagt. Sonne pur und schön warm. Strandwetter ist angesagt. Wahrscheinlich werden wir aber auch dann wieder klagen, dass es doch viel zu warm ist :))) Aber dann kann auch endlich wieder Heu gemacht werden.

Donnerstag, 5. Juni 2014

Ein Kurban für die Gesundheit der Dorfbewohner

Einen Kurban hatten Frauen des Dorfes am 3. Juni für die Einwohner von Varvara organisiert. Kurban, das ist ein traditionelles Opfer, das zu einem bestimmten Anlass gebracht wird.
Der Anlass für Varvara war die Tatsache, dass es in diesem Winter im Dorf viele schwere Erkrankungen gegeben hat. Dafür waren Spenden im Dorf gesammelt worden.
Der  Kurban ist vermutlich eine uralte heidnische Tradition. Dafür wird ein Schaf zum Opfer gebracht, gekocht und von allem gemeinsam gegessen. Er sollte der Gesundheit und dem Wohlergehen der Dorfbewohner dienen. Und natürlich wirkt er nur, wenn der Pope das gemeinsame Mahl segnet.

Freitag, 30. Mai 2014

Vatertag am Eisenbaum oder - kein Morgenkaffee am Meer

Wir waren auf der Flucht - auf der Flucht vor einer Nacht mit ohrenbetäubend lauter Musik aus dem benachbarten Hotel. Dort feierte eine Roma-Familie aus dem Dorf das bestandene Abitur ihrer Tochter. Und das hätte uns eine schlaflose Nacht beschert. Denn wenn gefeiert wird, dann richtig und vor allem laut.
Also beschlossen wir, unsere neueste Errungenschaft flott zu machen und zwei Tage einschließlich der Nächte am Meer zu verbringen. Grillwurst gekauft, Wohnmobil gepackt und auf ans nahe Meer. Einen schönen Stellplatz kennen wir von Badeaufenthalten und zahllosen Spaziergängen mit den Hunden. Der Platz an der Steilküste am Eisenbaum. Der ist vor vielen Jahren mal gebaut worden für einen Spielfilm und prägt seither diesen Platz. Da die Saison noch nicht begonnen hat konnten wir sicher sein dort wahrhaftig ruhige Tage und Nächte zu verbringen. Und da zufällig auch noch Christi Himmelfahrt war, auch bekannt als Männer- oder Vatertag, luden wir gleich noch unseren Freund Wolfgang aus Sozopol zum Grillen ein. Wolfgang fuhr noch am Abend zurück und nun wurde es wirklich ruhig und einsam. Aber nicht für lange. Am Horizont zogen finstere Wolken auf und die bescherten uns die ganze Nacht über starke Gewitter und heftigen Regen. Da war an Ruhe und Schlafen nur wenig zu denken. Um sechs Uhr morgens entschlossen wir uns dann im strömenden Regen, schnellstens den Rückweg anzutreten. Bevor die Wege so aufgeweicht sind, dass kein Fahrzeug mehr durchkommt. Also nichts von wegen Morgenkaffee am Meeresufer bei Sonnenaufgang. Jetzt warten wir auf besseres Wetter für einen neuen Ausflug, denn auch in den kommenden Tagen soll es zwar warm, aber wechselhaft sein.

Samstag, 24. Mai 2014

War das etwa ein Erdbeben?

Erstes Erdbeben erlebt? Heute Mittag in der Nachbarstadt Zarevo. Ich sitze allein im Auto, das plötzlich wackelt. Mehrfach, ganz leicht, aber deutlich spürbar. Und jetzt lese ich in einigen Veröffentlichungen, dass es in der Mittagszeit in der Ägäis und in der Westtürkei immer wieder gebebt hat. Das stärkste Beben heute in der Ägäis soll bei 6.9 gelegen haben. Also durchaus möglich, dass es bis in unsere Gegend spürbar war.

Sonntag, 30. März 2014

Und wieder wird protestiert

Und wieder ist von Protesten in unserer Region die Rede.Dieses Mal aber nicht, um Naturschutzgebiete zu bewahren und die Regierenden an bestehende Gesetze zu erinnern. Dieses Mal protestieren Immobilien- und Bauunternehmer und Landbesitzer (die kleinen Landbesitzer und der Staat haben allerdings meist ihr Land schon längst an die Unternehmer verkauft) dafür, endlich die Gesetze zu beseitigen und die letzten verbliebenen unberührten Regionen der südlíchen Schwarzmeerküste mit Beton zuschütten zu dürfen. Weil es angeblich unglaublich viel Arbeitsplätze bringt. In Wirklichkeit aber in erster Linie, weil mit dem Land endlich viel Geld verdient werden soll. Denn die Arbeit gibt es kurzfristig in der Bauphase und dann für maximal zwei Monate in der Saison. Heute mittag waren Proteste in mehreren Orten entlang der Küste geplant. Die Beteiligung war eher gering. Wer mehr über die Hintergründe lesen will, hier gibt es einen sehr informativen Beitrag dazu:
http://bnr.bg/de/post/100379777/karadere-ein-deja-vu-erlebnis

Donnerstag, 20. März 2014

Frühlings Erwachen

Naja, von Erwachen kann wohl keine Rede sein. Denn der ganze Winter war eigentlich der direkte Übergang vom Herbst zum Frühjahr. Aber in der letzten Zeit hatten wir so ziemlich durchwachsenes Wetter - Nebel, Regen. Sonnenschein. Nebel, Regen, Sonnenschein. Aber jetzt ist ist durchweg Sonnenschein. Und die ersten Schwalben sind da und heute haben wir auf dem Weg nach Burgas auch die ersten Störche gesehen. Was bedeutet, dass die rot-weißen Martenizi jetzt an einen blühenden Baum oder Strauch gehängt werden können. Nur die Störche in unserem Dorf sind noch nicht da. Aber die sind ja immer ziemlich spät dran.
Das schöne Wetter hat uns jedenfalls zu einem Ausflug animiert in den übernächsten Ort, nach Sinemoretz.
Gleich am Ortseingang mündet einer der schönsten Flüsse der Region ins Meer, die Veleka. Die Ufer des 145 km langen Flusses (125 davon in Bulgarien, die restlichen 20 km fließen durch türkisches Territorium) sind zu großen Teilen Naturschutzgebiete. Was Angler und Sommerfrischler zu aber nicht daran hindert, ihren Plastikmüll an diversen Picknickplätzen zu hinterlassen. Aber ansonsten ist eine Wanderung entlang der vielen Windungen der Veleka immer ein schönes Erlebnis. Uns empfingen die Flussufer dieses Mal mit zahlreichen blühenden Primeln, Traubenhyazinthen und Lerchensporn.

Und ein Wiedehopf, eine Schafherde und etliche friedlich grasende Pferde gaben uns auch die Ehre.

Samstag, 1. März 2014

Grüße von Baba Marta

Schon wieder mal 1. März und damit der Tag der Baba Marta - Mütterchen März. Jeder schenkt jedem ein rot-weißes Bändchen oder rot-weiße Figürchen, die Martenizi, und wünscht damit Glück und Gesundheit. Die Marteniza ist sozusagen ein Talisman für Gesundheit und ein langes Leben, was jeweils die Farben symbolisieren: rot für rote Wangen bzw. weiß für weißes Haar und hohes Alter. Man trägt sie auf der linken Seite (nahe dem Herzen) oder als Armband am linken Handgelenk. Denn der März als der Frühlingsmonat legt den Grundstein für das Erblühen der Landschaft.
So schön können Martenizi aussehen (Abbildung gefunden bei Wikipedia, einfach mal nach Baba Marta suchen für mehr Informationen). Also allen Lesern zum Geschenk diese Marteniza verbunden mit den besten Wünschen für Glück und Gesundheit.

Mittwoch, 12. Februar 2014

Trauriger Geburtstag des Strandja-Nationalparks

Und hier mal wieder etwas zum Lesen für alle, die mit uns um den Erhalt auch der Küstenregion des Strandja-Naturparks bangen. Und auch für all jene, die noch nichts vom Park und dessen zumindest teilweiser Gefährdung gehört haben.
http://bnr.bg/de/post/100295055/naturpark-strandscha-geburtstag-mit-bitterem-beigeschmack

Seit bekannt geworden ist, dass aus den Bebauungswünschen der Küste festgeschriebene Planungen geworden sind, gibt es fast täglich Protestaktionen in Sofia, Burgas und vielen anderen Orten in Bulgarien. Denn nicht nur der Strandja-Nationalpark soll teilweise zubetoniert werden, sondern auch Gebiete in weiteren Naturschutzgebieten Bulgarien.

Montag, 27. Januar 2014

Eispanzer statt Rosen

Gerade blühten noch die Rosen - und heute das: Dicke Eispanzer haben Bäume, Sträucher, Blumen, Hausdächer und auch die Autos überzogen. So schnell kann der Winter kommen. Bei uns war er vergleichsweise zurückhaltend, den Norden des Landes hat es weit schlimmer getroffen. Sturm, Eis und Schneefälle haben Straßen und Schienen blockiert und Strommasten umstürzen lassen.
Mensch und Hunde sind beim Spaziergang zwar stellenweise mächtig ins Rutschen gekommen, aber sonst fanden wir das Wetter nicht gar so schlimm.


Samstag, 25. Januar 2014

Blumenpracht im Januar und betonierter Naturpark

Heute den ganzen Tag Regen - bei milden Temperaturen.
Aber eigentlich soll es ja an diesem Wochenende kalt werden und nachts Minusgrade geben, zumindest zwei Tage lang. Allerdings zeigt das Thermometer jetzt, also 22 Uhr, noch 12 Grad. Falls es aber doch Frost geben sollte, hier schnell noch ein paar Fotos, die in dieser Woche in unserem Garten entstanden sind.
Die Quallensuppe kommt freilich nicht in unserem Garten vor, die fanden wir im Hafen von Zarevo.

Und jetzt der weniger schöne Teil der neuen Ereignisse. In dieser Woche wurde bekannt, dass eine kleine Gruppe kommunaler Politiker jetzt endlich durchgesetzt hat, woran sie schon seit Jahren arbeiten. Der Landkreis Zarevo hat seinen Master-Bebauungsplan genehmigt bekommen. Dieser Plan  erlaubt das Bebauen des Küstengebietes zwischen Zarevo und Achtopol, mittendrin liegt unser Dorf Varvara. Damit wurde nach jahrelangem Bemühen erreicht, dass endlich auch Gebiete bebaut werden können, die zum Naturschutzpark Strandja gehören, dem größten bulgarischen Naturpark. Die seit vergangenem Jahr in Bulgarien wieder regierenden Sozialisten haben damit endlich das erreicht, was sie bis zu ihrer Abwahl vor fünf Jahren zwar vorbereitet, aber nicht ganz geschafft hatten. Eine in dieser Region gesetzwidrig bereits errichete Feriensiedlung war während der Regierung von GERB abgerissen worden. Aber jetzt können sie endlich, endlich ihre Versprechen gegenüber Immobilienhaien wahr machen. Der Masterplan sieht insgesamt Gebäude für 65000 Betten vor. Und das an einem Küstenstreifen, an dem es so gut wie nur Steilküste und kaum Badestrände gibt. Da können sich alle mitwirkenden Politiker ja nun wirklich die Hände reiben - fette Beute winkt, wenn sie die nicht schon lange eingesackt haben. Ich weiß auch nicht wieso ich mal der Meinung war, dass sozialdemokratisch was mit sozial und also für die Allgemeinheit zu tun haben soll. Hier geht es nur ums Geschäft.
Das Erfreuliche ist, dass es viele Proteste in der Region, ja im ganzen Land gibt. Bei Facebook drücken viele Bulgaren ihr Unverständnis und ihre Empörung aus und haben eine Unterschriftenaktion gegen die Pläne gestartet. Aber das wird wohl nichts nützen. Selbst wenn es Proteste bei der EU geben sollte - ehe die bearbeitet  sind ist hier die Küste endgültig zubetoniert.






Montag, 6. Januar 2014

Jordanstag - Baden bei schönstem Wetter

Der 6. Januar - dieser Tag ist in Bulgarien ein kirchlicher Feiertag, auch Jordanstag oder Erscheinungstag genannt.
Es ist der Tag, an dem Jesus im Jordan getauft worden sein soll. Und dieser Tag der Taufe wird auch heute noch in Bulgarien mit Gottesdiensten und rituellen Bräuchen am Wasser begangen. Ein solches Fest soll es übrigens auch schon im hellenistischen Ägypten gegeben haben, da wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert. Und am  6. Januar folgte das Schöpfen des heilbringenden Wassers aus dem Nil.
Wir machten uns heute wie auch schon in den vergangenen Jahren auf den Weg zum Hafen von Zarevo, um den hiesigen Brauch mitzuerleben. Der Brauch geht so: Es gibt an einem Gewässer, hier natürlich am Meer, einen Gottesdienst, bei dem auch das Wasser geweiht wird. Danach wirft der Pope ein Kreuz ins Meer, das junge Männer mit einem wagemutigen Sprung ins kalte Wasser herausholen. Wer das Kreuz zuerst erreicht, dem soll das kommende Jahr ein glückliches werden. Der Pope machte es kurz: Er kam, versammelte die jungen Männer um sich und warf das Kreuz. Der Gottesdienst hatte wahrscheinlich zuvor in der Kirche stattgefunden. Leider waren es in diesem Jahr auch nur sechs Männer, die ins Hafenbecken sprangen, um ihr Glück mit dem Kreuz zu versuchen. In den vergangenen Jahren waren es deutlich mehr. Dabei war das Wetter heute mit strahlendem Sonnenschein und 15 Grad plus ja fast schon Badewetter.
Ein Anruf machte uns darauf aufmerksam, dass es in Vassiliko, dem ältesten Ortsteil von Zarevo, ebenfalls eine Zeremonie geben würde. Dort steht auf einer Halbinsel, weithin sichtbar, ein großer, aber schlichter Kirchenbau.
Ein eher an eine Scheune denn eine Kirche erinnernder Bau, als Kirche nur erkenntlich durch ein Kreuz auf dem Dach. Allerdings ist die Kirche sehr schön saniert worden. Auf dem umgebenden Gelände gab es in den vergangenen Jahren archäologische Grabungen. Hier hat wahrscheinlich schon in sehr alten Zeiten ein Kloster gestanden, einige der Mauern und auch Teile eines alten Friedhofes wurden freigelegt. Und an einem kleinen Strand zu Füßen dieser Kirche, hatten sich Einwohner von Vassiliko versammelt, um gemeinsam mit ihrem Popen den Jordanstag zu feiern. Und der Pope hier zelebrierte die für diesen Tag vorgesehene Andacht. Er las am Ufer des Meeres eine Messe, segnete die Anwesenden und das Wasser und war schließlich ein großes Kreuz ins Wasser. Vier junge Männer waren es hier, die dem Kreuz nachsprangen. Und sie alle erhielten, wieder an Land, den besonderen Segen des Popen. Vorgesorgt hatten sie hier übrigens auch: sie hatten ein kleines Feuerchen gemacht, an dem sie sich vor ihrem Sprung ins kühle Nass aufwärmen konnten. Und hinterher vielleicht auch wieder, aber da waren wir schon den Berg hinaufgestiegen um die Kirche anzusehen.
Dass es in diesem Jahr weniger Badelustige und auch weniger Zuschauer als in den Jahren zuvor gab könnte man mit einer etwas bösartigen Überlegung begründen: Die Bulgaren sind, wie in vielen Ländern befürchtet, auf dem Weg in die reichen Länder der EU. In unserem Dorf sind allerdings alle noch da. Sie sind entweder Rentner oder wollen auch künftig versuchen, Arbeit in ihrer Heimat zu finden.