Donnerstag, 31. Dezember 2015

Das neue Jahr kann kommen

Weihnachten war sehr entspannend im Thermalbad in STara Zagora mit - wie könnte es Weihnachten anders sein - gutem Essen, schönen Erlebnissen mit guten Freunden, vielen Spaziergängen bei strahlendem Sonnenschein. Seit gestern ist hier der Winter angekommen - Minusgrade, heute morgen sogar etwas Schneegriesel. Da macht man es sich doch erst mal ganz gemütlich am Fernseher. Und nach einem schönen Film beim MDR - König Drosselbart mit Manfred Krug und seinen herrlich gesungenen Liedern - kann es nun mit der Silvesterfeierei losgehen. Wir werden uns wohl zum Feiern an verschiedene Orte hier im Dorf begeben - also warm anziehen, der Wind da draussen weht eisig. Aber erst mal noch: The same procedure as every year - Dinner for one. Und dann kann das Feiern beginnen.

Mittwoch, 11. November 2015

Fast noch Strandwetter

Die schönen sonnigen und warmen Tage zu ausgiebigen Spaziergängen genutzt. Der Wind, der die Wellen hier im Foto produzierte, war in den vergangenen Tagen fast eingeschlafen. Also Badewetter - zumindest für unsere Hunde Blacky und Leo. Mir war das Wasser zu kalt.
 Doch jetzt heisst es erst mal Koffer packen und abreisen Richtung Deutschland. Wir hoffen natürlich, dass die Kontrollen an den Grenzen nicht allzu aufwendig und die Wartezeiten nicht allzu lang sind. Das Wetter zumindest lässt schnelle Reise zu. Also hoffen wir, dass Grenzer und Zöllner der gleichen Meinung sind und uns eine schnelle Durchreise erlauben.
Eins hätte ich ja fast vergessen: Wir haben jetzt richtige Strassennamen. Nach Vorschlägen wurde im vergangenen Jahr schon gefragt. Wir wollten gern Europastrasse heissen, weil die wenigen Häuser nicht nur von Bulgaren, sondern auch von Deutschen und Schweizern bewohnt sind. Jetzt hat unsere kleine Strasse einen richtig grossen Namen bekommen - uliza Christo Botev. Der  war Lehrer, Dichter und einer der führenden Revolutionäre im bulgarischen Widerstandskampf gegen das Osmanische Reich. Wir haben übrigens die Nummer zwei - von insgesamt drei Häusern in der Strasse. Viel wichtiger ist aber ein anderer Straßenname - die Hauptstrasse, die von einem Ende des Ortes bis zum anderen reicht und an der viele Häuser liegen, die heisst ul. Rene Sharon - nach dem französischen Finanzier, der mit einem von ihm aufgelegten Fonds all den Bulgaren in den 20er Jahren den Hausbau ermöglichte, die nach der Vertreibung aus ihren Heimatorten in Griechenland und der Türkei hier in der Strandsha-Region ein neues Zuhause fanden.
Ach ja, und noch etwas: das Bild am Blogrand rechts oben zeigt den Blick aus unserem Schlafzimmerfenster über das Dorf Richtung Meer. Dort haben wir eine Kamera installiert, deren Bilder regelmässig erneuert werden. Nachts natürlich nicht so prickelnd, da sieht man nur ein paar Lichtpunkte.

Freitag, 23. Oktober 2015

Dach abdichten - die Regenzeit kommt

Zugegeben, so eine richtige Regenzeit haben wir nicht. 
Aber dennoch sind Herbst und Winter niederschlagsreiche Zeiten. Und da wir beim letzten starken Regen gleich an mehreren Stellen im Haus deutliches Tropfen erst vernahmen und dann das Wasser, das unser Dach durchdrang auch sahen und spürten, da stand fest: Das Dach muss noch vor dem Winter dicht werden. Also mit einer Dachdeckertruppe aus dem Dorf (die auch als Maurer, Klempner, Fliesenleger und was sonst noch gebraucht wird fungiert) einen Termin vereinbart und Material gekauft. Das Dach wurde bei der gründlichen Restaurierung des Hauses vor 18 Jahren neu gedeckt - mit den alten Ziegeln. Für die Vorderseite des Hauses benutzten wir die Ziegel, mit denen das Haus bei seiner Erbauung in den 20 Jahren gedeckt wurde - die waren damals aus gutem Material und gut gebrannt. Allerdings waren uns von diesen guten Ziegeln gut die Hälfte geklaut worden. Für die Hausrückseite mussten wir deshalb Ziegel vom Stallanbau aus den 50er oder 60er Jahren verwenden. Ziemlich schlechte Qualität.Aber Baumaterial war 1997/98, als Bulgarien in einer schweren Krise steckte, kaum zu kriegen. Und so erlebten wir jetzt also ein ziemlich schadhaftes Ziegeldach auf der einen Seite des Hauses. Und das sollte sich ändern. Das Beachtliche an unserer Dachdeckertruppe - einige von ihnen hatte schon vor 18 Jahren auf unserem Dach gestanden, damals zum Abtragen der Ziegel. Streng überwacht auch damals schon von Jo, der mittels einer selbstgebauten Rutsche dafür sorgte, dass möglichst wenig Steine kaputt gingen. Leider derzeit kein Foto von der jugendlichen Truppe, sind alle nur auf Dias verewigt.
Die hintere Dachhälfte ist also nun ganz neu gedeckt. Gerade rechtzeitig übrigens. Denn in den vergangenen zwei Tagen hat es rund 60 Liter auf den Quadratmeter geregnet. Bewährungsprobe fürs neue Dach, die es weitgehend bestanden hat. Nur ein Loch scheint noch übrig, direkt am Schornstein läuft immer noch Wasser ins Haus. Aber ab Sonntag soll wieder die Sonne scheinen, dann wird hoffentlich auch das letzte Loch gestopft.
Und nach getaner Arbeit auf dem Dach und im Garten wurde das abgeschnittene Gehölz im Feuerloch verbrannt und wir gönnten uns mit Denka ein Bierchen am Feuer. Das Feuerloch ist übrigens inzwischen wie nach jedem starken Regen wieder zum Wasserloch mutiert.





Montag, 19. Oktober 2015

Herbst in allen seinen Facetten

Der Herbst kann sich hier noch nicht so recht entscheiden - Regen und niedrige Temperaturen, dann wieder Sonne, Sturm, Wolken, leichter Regen und doch wieder Sonne.
Leider nur Wasser und keine Trüffel...
Aber das alles bei erträglichen Temperaturen so um die 20 Grad. Das lässt sich aushalten, und da machen auch lange Wanderungen Spass. In den Wald beispielsweise, wo jetzt so richtig Pilzsaison ist. Vergangene Woche haben wir fast 10 kg Pilze gefunden. Nur das Fotografieren der schönsten Exemplare leider vergessen. Aber darauf kommt es ja auch nicht an beim Pilzesuchen, sondern auf die schöne Zeit im Wald und das Geniessen danach. Aber dazwischen wurde noch ein Zwischengang eingeschoben - Pilze putzen. Die Arbeit kriegte diesmal Jo zugewiesen. Das Vorbereiten zum Einfrieren war dann wieder meine Arbeit. Denn diese Mengen kann man ja nicht gleich wegessen.
Die ausgedehnten Spaziergänge mit den Hunden in den vergangenen Tagen führten wieder ans Meer. Unter anderem über grosse Wiesenflächen, auf denen Champignons wachsen. Zum Glück nicht allzu viele, der Gefrierschrank ist voll. Je nach oben beschriebener Wetterlage zeigt sich das Meer auch recht wechselhaft wie die Fotos zeigen. Noch zwei Tage soll es mild bleiben, verspricht der Wetterbericht. Dann werden leider auch hier die niedrigen Temperaturen ankommen. Also warm anziehen, die Hunde wollen raus.

Sonntag, 11. Oktober 2015

Wenn einer eine Reise tut...

Dann kann er oder können sie eine Menge erzählen. Wir haben eine Reise gemacht. Gemeinsam mit Denka und Ilija machten wir uns auf den Weg, Ilijas Freund Gero zu besuchen. Gero, das ist der Gadulka-Spieler, der uns gemeinsam mit Ilijas Gesang schon manches Fest verschönt hat. Er hatte uns eingeladen, ihn in seinem Heimatdorf zu besuchen - Shelezniza, gelegen südlich von Sofia, am Fuße des Vitosha, des Hausberges der Sofioter.
Dorfidylle   
Die Reise ging gut los - gleich an der Tankstelle versagte der Caravan den Dienst. Also in die Werkstatt, dann zurück in unser Dorf und mit dem PKW auf Tour.
Erwartungen auf und an unsere Reise hatten wir kaum. Doch was wir erlebten hat uns zutiefst beeindruckt. Geros guten selbst gemachten Wein und selbst gebrannten Rakia kannten wir ja schon von seinen Besuchen in Varvara. Aber er bescherte uns auch vier unvergessliche Tage in seinem Dorf. Dass er ein guter Spieler der Gadulka ist - ein Streichinstrument, das in Bulgarien beheimatet ist und bis zu 13 Saiten hat - wussten wir auch. Doch dieses Mal spielte er uns nicht schlechthin etwas vor, er begleitete vielmehr seine Mutter. Die 92jährige Baba Nevena ist seit früher Jugend eine leidenschaftliche Sängerin. Viele Jahre lang hat sie in einem Folkloreensemble gesungen - Lieder des Balkan, vorallem viele mazedonische Weisen. Und nun also das Ständchen für uns. Ihre Stimme ist immer noch sehr schön, und auch die Texte hat sie nicht vergessen. Am Abend dann gingen wir gemeinsam essen in einen kleinen Imbiss am Rande des Dorfes.
Die trafen wir auch bei Gero

Und dort erwartete uns die nächste Überraschung. Gero hatte einige seiner Freunde eingeladen. Weniger zum Essen und Trinken als vielmehr zum Musizieren. Gadulka, zwei Akkordeons (Weltmeister aus Deutschland, wie sie stolz vorführten), Trommel und kräftige Männerstimmen bescherten uns ein unvergessliches Konzert. Natürlich auch wieder Folklore, Lieder des Balkan und auch hier wieder viele mazedonische Lieder. Es ist für uns ohnehin immer wieder erstaunlich, wie fest verankert in den bulgarischen Familien  die traditionelle Musik, die traditionellen Lieder sind. Wohin man auch kommt, Jung und Alt singen die vielen Volkslieder gemeinsam. Und die Männer in unserer kleinen Kneipe spielten und sangen voller Begeisterung. Die Stunden vergingen wie im Fluge.
Am nächsten Tag dann ein Ausflug zu einer Mineralquelle im Wald dicht am Dorf Shelezniza, das in 1200 Metern Höhe liegt. Die Quelle am Ortsrand wurde schon vor vielen Jahren gefasst. Das Wasser hat 36/37 Grad, das kleine Badehäuschen mit Badebecken dicht neben der Quelle wird gut genutzt. Die Quelle zum Wasserholen, das Häuschen zum Baden. Ursprünglich waren es zwei kleine Badehäuschen, wahrscheinlich getrennt für Männer und Frauen. Das zweite Gebäude ist leider nicht mehr benutzbar. In diesem Sommer sollen hier etliche Obdachlose aufgehalten haben, die Müllberge zeugen vom Aufenthalt.
Am Nachmittag dann ein Ausflug zu einem großen Pferdehof. Hier kann man Reitstunden nehmen, sein Pferd unterstellen und trainieren lassen und auch selbst trainieren. Ich wagte einen kleinen Ausflug hoch zu Roß in die Umgebung: Der Blick vom Pferderücken war phantastisch, auf der einen Seite das Vitoscha-Gebirge, auf der anderen Seite erstrecken sich die Berge des Pirin und der Rhodopen.
Von der Pferderanch ging es weiter nach Samokov. Hier wohnt ein
weiterer Freund Geros, Neyko Neykov, Maler und Bildhauer. Auch das wieder ein unwahrscheinlich interessantes Erlebnis. Besonders beeindruckend das Werk, an dem Neyko zur Zeit arbeitet - ein überlebensgroßer Elefant, zusammengeschweisst aus großen Metallplatten. Noch ist er nicht ganz fertig, aber das meiste ist geschafft. Blieb nur die Frage: wie soll das Riesentier aus dem Grundstück kommen? Alle Türen zu eng und auch die Straße vor dem Grundstück viel zu schmal. Mit dem Hubschrauber, so die lakonische Antwort. Aber das wird der ausländische Auftraggeber regeln.
Nicht nur faszinierende plastische Arbeiten waren zu sehen, auch seine Malereien und die grafischen Arbeiten waren beeindruckend. Und noch eine andere Kunst beherrscht er perfekt - die Kochkunst. Eigentlich sollte es nur ein kurzer Besuch werden, aber er bestand auf dem gemeinsamen Abendessen mit vielen verschiedenen und überaus wohlschmeckenden Gerichten - Wachteln, Leber, Bohnensuppe, Rindfleischtopf. Unglaublich, dieser Mann.
Drei tolle Tage voller toller Erlebnisse. Das Fazit: So etwas kannst du in keinem Reisebüro kaufen, solche Erlebnisse  können dir nur gute Freunde bieten. Danke, Gero.

Dienstag, 29. September 2015

Ein rundes Jubiläum - fast vergessen

Da haben wir ständig darüber geredet - und es dann doch fast vergessen, unser rundes Jubiläum. Nein, nicht 25 Jahre deutsche Einheit. Wir feiern nur 20 Jahre, denn so lange ist es her, dass wir uns das mit dem kleinen Häuschen am Schwarzen Meer überlegt haben. Unsere Freunde Rosi und  Boby brachte uns drauf, dass es in diesen Tagen genau vor 20 Jahren war, dass wir uns auf die Suche machten.
Unser Häuschen vor 20 Jahren
Der Anbau diente mal als Stall, heute ist hier das Bad.
Das sollte mal wieder ein Haus werden
Gemeinsam mit Rosis Vater Wasil nahmen wir das Vorhaben in Angriff. Die Suche begann in seiner Geburtsstadt Achtopol. Aber da  fanden wir nichts geeignetes mehr. Obwohl Wasil dort fast jeden Stein und so ziemlich jeden Einwohner kannte. Also machte er den Vorschlag im Nachbarort Varvara zu suchen. Mit der ihm eigenen Ruhe und Freundlichkeit fragt er die Dorfbewohner, ob denn Grundstücke zu Verkauf stünden. Und es gab welche. Die 90er Jahre, das waren auch in Bulgarien Zeiten des Umbruchs. Und Mitte der 90er ging es den Bulgaren ziemlich schlecht - die Wirtschaft und Landwirtschaft zusammengebrochen, keine Arbeit, Inflation, es gab kaum noch Lebensmittel. Da versuchte jeder, der ein Stück Land oder ein Häuschen von den Grosseltern geerbt hatte und nicht selbst drin wohnte zu verkaufen. Für uns ein Glück, denn wir wurden schnell fündig. Kaufen konnten wir selbst nicht, das war Ausländern nicht erlaubt. Also war der offizielle Käufer unser Freund, und wir hatten unser eigenes Häuschen mit Garten. Der Garten seit vielen Jahren Wildnis und Müllhalde, das Häuschen kurz vor dem Zusammenbruch. Aber nun eben unser. Und fortan dienten unsere Urlaube dazu, Häuschen (fast) abzureissen und dann wieder in der alten Kubatur aufzubauen. Mit Hilfe einiger junger und ganz junger Zigeuner und Bulgaren aus dem Dorf wurden die Arbeit in Angriff genommen. Dach abtragen - vorsichtig, brachte Jo den Bauleuten bei, denn die meisten Dachziegel waren noch brauchbar. Teile des Mauerwerks ebenso, denn Baumaterial war zu der Zeit auch mehr als rar. Da unser Urlaub zu kurz war um wirklich etwas zu schaffen sprang unser Freund Boby ein. Nach Jos Plänen und seiner statischen Feinplanung überwachte er die Bauarbeiten in den Sommermonaten, die er am Meer verbrachte.
Das wichtigste - ein Dach überm Kopf
Und so ganz allmählich, Stein für Stein, Holzbalken für Holzbalken und Stück für Stück wuchs das Haus. In diesen ersten Jahren lernten wir auch Denka und Ilija kennen. Sie waren uns empfohlen worden für Hilfe beim Bau, bei Transportarbeiten mit Pferd und Karuza und bei regelmässigen Kontrollen im Winterhalbjahr. Später dann war und ist bis heute Denka eine grosse Hilfe bei der Gartenarbeit und Ilija bei den Pferden. Aufs Pferd sind wir ja auch erst durch ihn gekommen, weil er für seinen Hengst eine Stute wollte und Jo überzeugen konnte eine zu kaufen.
Heute, nach 20 Jahren können wir sagen: Alles richtig gemacht. Es ist ein schönes Haus mit einem schönen Garten geworden. Und rundherum alles was zu einem bulgarischen Haus gehört: eine Weinlaube, ein Feigenbaum, ein Granatapfelbäumchen, ein Tomatengärtchen, Hund und Katzen. Und viele schöne Freundschaften zu den Dorfbewohnern, die uns oft mit Rat und Tat und vor allem mit ihrer Freundschaft zu Seite gestanden haben und das bis heute tun - auch wenn wir immer noch nicht richtig bulgarisch können. Und mit unseren Freunden Boby und Rosi und Baba Maria
Und  so sah es 2008 aus, als wir umgezogen sind
haben wir selbstverständlich auf 20 erfolgreiche Jahre mit Sekt und Rakia angestossen.

Sonntag, 27. September 2015

Wein Lese Zeit

Überall im Land ist Weinlesezeit. Auch bei uns im Garten. Wir haben nur vier Rebstöcke,eigentlich als Schattenspender angepflanzt. Die Trauben nehmen wir aber sehr gern in Kauf - zum Essen, zum Saft machen oder um schönes, dunkelrotes Gelee daraus zu kochen.
Dieses Jahr trugen unsere Reben sehr, sehr viele und vor allem auch sehr süße Trauben. Genug zum Wein ansetzen. Na gut, ein ganzes Faß (schreibt man das eigentlich noch mit ß?) ist noch nicht voll geworden, aber immerhin ein halbes. Den Rest haben wir dazugekauft. Jede Menge Arbeit, die Beeren sollen schließlich ohne Stiele zu Wein werden. Jetzt steht das Faß im Schatten vor dem Haus und gärt vor sich hin. Im vergangenen Jahr ist der Rotwein richtig gut gelungen. Vor drei  Jahren hatten wir ebenfalls Erfolg - ein ganz vorzüglicher Rotweinessig hatte sich im Faß entwickelt. Der war wirklich gut,nur eben kein Wein. Aber für dieses Jahr haben wir wieder ein gutes Gefühl. Im Winter werden wir es wissen wozu der Wein taugt. Bis dahin muß er zu Ende gären und dann noch ins Holzfaß zum Reifen. Ach ja, drei weitere Fässer stehen auch schon im Schatten und warten auf weitere Verarbeitung: zwei enthalten vergorene Birnenmeische, ein weiteres Feigen. Demnächst werden sie zum Brennen gebracht. Birnenschnaps und Feigenschnaps soll draus werden. Nicht daß jemand denkt wir würden so viel trinken. Aber der viele Besuch, den wir im Laufe des Sommers bekommen freut sich über einen gelungenen Tropfen. Und dann ist so selbstgemachtes - Wein, Rakia (wie hierzulande der Obstbrand heißt) oder auch ein leckeres Gelee - immer auch ein schönes Geschenk für die Familie und die Freunde.

Mittwoch, 9. September 2015

Es herbstelt - die Schwalben sind davongeflogen

Nach den 36 Grad am Wochenende hat es sich in dieser Woche abgekühlt. Nur noch 25 Grad, aber heute immerhin Sonnenschein. Das kann man doch aushalten und auch wieder im Garten arbeiten. Und zum Beispiel die ersten reifen Feigen ernten und verarbeiten. Zu Feigen-Rakia oder die schönsten zu Feigen im Schinkenmantel.
Die Schwalben haben wohl geahnt dass der Herbst naht und haben sich davongemacht. Statt der grossen Wolke aus mehreren hundert Schwalben fliegen jetzt am Morgen nun noch ein paar Dutzend über unser Haus. Aber auch die werden wohl bald das Weite suchen. Wie auch die Urlauber.
Nach dem Dorffest am vergangenen Wochenende mit Musik, Tanz, Essen und natürlich Trinken und den traditionellen Rinderturnier ist es im Dorf jetzt sehr ruhig geworden.
Jetzt sind noch all  jene da, die Ruhe und Erholung suchen und dazu keine Stranddisko brauchen.

Montag, 31. August 2015

Seltene Gäste zum Ende der Saison

Der August geht zu Ende, die Urlauber werden deutlich weniger. Auch bei uns sind Besucher eher selten geworden. Aber Überraschungen erlebt man immer wieder. Ein recht exotischer Besucher - Tui, Sängerin aus Neuseeland, die sich in Plovdiv mit traditioneller bulgarischer Musik vertraut macht, traf beim Rundgang durch unseren Garten auf einen weiteren exotischen Gast: eine Schildkröte.
Genauer eine griechische Landschildkröte, die in Bulgarien und auch hier in unserer Region noch recht häufig vorkommen. Aber in unserem Garten eher sehr selten. Das Exemplar war noch recht klein, der Panzer vielleicht 15 cm lang. Wir vermuten, dass sie im verwilderten Nachbargarten lebt und nur mal eben schauen wollte was bei uns so los ist. Aber neugieriger Hund und interessierte Katze - das war wohl nicht nach ihrem Geschmack und über Nacht ist sie wieder verschwunden. Doch wir freuen uns dass sie uns einen Besuch abgestattet hat.

Dienstag, 25. August 2015

Der Sommer ist noch lange nicht vorbei

Der heisse Sommer scheint vorbei zu sein - dachten wir am Wochenende. Ende vergangener Woche hatte es heftige Regenfälle gegeben. Uns hatten sie mitten im Balkangebirge auf dem Weg nach Trjavna erwischt. Auf einer Serpentinenstrecke, zeitweise sah man kaum noch die Hand vor Augen geschweige denn die nächste Kurve. Aber dank der guten Chauffeure  alles bestens bewältigt. Trjavna freilich bei Regen war nicht wirklich schön. Dafür war das Essen im von uns besuchten Lokal vom feinsten - nicht im entferntesten zu vergleichen mit der Massenabfertigung und entsprechender Zubereitung in vielen Lokalen hier an der Küste. Wir sind schon am Freitag wieder Richtung Meer gestartet. Bei schönstem Sonnenschein nachdem wir den Schipkapass überquert hatten. Der grössere Rest der Familie blieb in einem kleinen Bergdorf zurück - mitten in den dicken Wolken. Sicher auch Erholung nach heissen Strand- und Gartentagen.
 Der Sonnenschein blieb uns allerdings auch nicht lange erhalten. An der Schwarzmeerküste finster drohender Himmel. Unser Dorf empfing uns mit Regen, der die ganze Nacht anhalten sollte. Und der auch in der Nacht zuvor schon der Region gewaltige Wassermassen beschert hatte. Uns verwöhnt das Wetter seither mit angenehmen Nachttemperaturen. Alle Gartenpflanzen sehen sichtlich erholt aus. Am Tag knallt allerdings die Sonne schon wieder gewaltig herunter. Und in den nächsten Tagen soll auch die 30-Grad-Grenze wieder überschritten werden. Und vorerst keine Wolke mehr in Sicht. Dafür aber deutlich weniger Urlauber. Ende August geht die Urlaubssaison zum grossen Leidwesen der Vermieter dem Ende entgegen. Die Hochsaison mit zahlreichen Urlaubern und gut gebuchten Hotels und Ferienzimmern währt hier an der südlichen Schwarzmeerküste leider gerade mal fünf bis sechs Wochen, von Mitte Juli bis Ende August. Vorher und nachher kommen nur recht wenige Urlauber. Also nicht viel Zeit zum Geld verdienen.
Jetzt ist auch die Zeit da sich die Störche auf den langen Weg nach Süden machen. Vor wenigen Tagen hatten unsere drei Jungstörche nur mal kurz das Nest verlassen um das Fliegen zu üben. Seit gestern allerdings sind sie ganz verschwunden. Sicher bleiben sie noch einige Tage in der Region, schlagen sich die Bäuche voll, doch der endgültige Abflug steht bevor.
Verlassen haben uns auch unsere zwei Frösche. Mit dem vielen Regenwasser, das auch ihren kleinen Tümpel überflutet hat, sind sie auf und davon. Und haben uns ihre Brut hinterlassen. Kaulquappen in allen Grössen und Entwicklungsstadien. Mal sehen wann die so weit sind nicht den Abflug, aber zumindest den Absprung hinaus ins wahre Leben zu wagen.

Samstag, 8. August 2015

Vor dem Abflug

Nicht wir. Denn zur Zeit geben sich bei uns die Besucher förmlich die Klinke in die Hand. Seit Juni viel Zeit mit vielen Freunden verbracht, gut gegessen und reichlich getrunken, zahlreiche schöne und anregende Gespräche geführt. Und dabei rennt die Zeit. Das Dorf quillt derzeit förmlich über vor Urlaubern und ihren Autos.
Und dabei fast unbemerkt sind auch die Störche gross geworden. Gerade eben haben sie doch noch mühsam die wackelnden Köpfe über den Nestrand gestreckt um möglichst als erster gefüttert zu werden. Und jetzt stehen sie da und üben das Fliegen. Zumindest einer von ihnen. Die anderen hoffen wohl noch, dass ihnen auch weiterhin das Futter ins Nest getragen wird. In nicht allzu ferner Zeit werden sie aber wohl oder übel selber fliegen und Futter suchen und Muskeln aufbauen müssen für den Abflug gen Süden. Aber noch ist ja Sommer und die drei Jungstörche  posieren in ihrem Nest hoch oben auf dem Strommast für Urlaubsfotos.



Samstag, 6. Juni 2015

Wandertag im Zauberwald

Als wir heute morgen die Augen aufschlugen und aus dem Fenster sahen war der Himmel zweigeteilt: Im Nordosten dunstig-blauer Himmel mit aufgehender Sonne, im Südwesten dunkelgrau mit Regendrohung. Zwischendrin wehte ein ordentlicher Wind. Und da wir ohnehin keine Lust auf Garten- oder sonstige Arbeit hatten beschlossen wir: Wandertag mit Unterwegs-Frühstück. Also angezogen, Bemmchen geschmiert, Tee gekocht, Fotoapparat eingepackt, Leo an die Leine genommen und los ging es. Ein Stück durchs Dorf, über eine grosse Wiese hinein in den Wald. Da waren wir aber anfangs nicht die einzigen. Nach einer kleinen Schafherde mit einer ebenso kleinen Hirtin trafen wir auf zwei Pferde, ein Fahrrad am Waldesrand, gleich dahinter eine Ziegenherde mit einem Hirten, der die Herde mit lauten Rufen aus dem Wald bewegte. Ein klein wenig später dann neben einem Waldweg ein Auto - Grenzpolizei. Da das Dorf nicht weit von der türkischen Grenze entfernt liegt wird hier natürlich regelmässig kontrolliert, um illegal ins Land kommende Flüchtlinge aufzugreifen. Freunde haben erst kürzlich beobachtet, wie in unserem kleinen Hafen einige junge Männer von einer Zivilstreife aufgegriffen und in einen Mannschaftswagen dirigiert wurden - Flüchtlinge vermutlich, die über das Meer gekommen sind.
Aber wir blieben unbehelligt und wanderten fortan ganz einsam durch den Wald. Der Weg führte allmählich aber unablässig in einem leichten Anstieg bergauf. Das hatten wir lange nicht, die täglichen Hundespaziergänge zum Meer gehen nur über plattes Land. Also schwitzen und ein wenig keuchen am Rande des Strandja-Nationalparkes war heute angesagt. Aber die Schönheit der Landschaft hat uns dann wieder entschädigt. Vor allem die Waldstücke rund um den Gipfel (immerhin in 200 Metern Höhe, wie bei Google-Maps zu erkennen war). Zeitweise wirkte der Wald tatsächlich wie ein Zauberwald, in dem urzeitliche Riesen ihre Kräfte damit gemessen haben, riesige Felsbrocken vom Gipfel den Berghang hinabzuschleudern. Wir haben die kleineren Steine als Sitzgelegenheit für das Frühstück genutzt, die grösseren haben wir erklettert. Ein kleiner Wermutstropfen auf dem Gipfel. Voller Freude entdeckten wir dort, inmitten einer Blumenwiese, einen hölzernen Aussichtsturm. Beim Näherkommen dann aber die Erkenntnis, dass ein Besteigen nicht möglich war - die Treppe war leider zusammengebrochen. Von Dort oben hätte es sicher einen schönen Blick aufs Meer und auf Tsarevo gegeben.Vielleicht findet sich ja mal jemand von der Strandja--Park-Verwaltung, der den Turm repariert.
Vielleicht war es ja aber auch ein Hochsitz der vielen Jäger in der Region, dann könnte ja vielleicht die Forstverwaltung reparieren.
Ein weiterer Wermutstropfen dann auf dem Rückweg:
Ein Grabhügel am Wegesrand war von der dem Weg abgewandten Seite tief aufgegraben und leergeräumt. Grabräuber offensichtlich, die auf der Suche nach Schätzen Teile ihrer Geschichte vernichten. Vor einigen Jahren war das Grab jedenfalls noch unversehrt. Schade dass dafür keine Polizeiwache da war.



Dienstag, 2. Juni 2015

Schrei nach Rechtsstaatlichkeit

So ist ein Beitrag des Bulgarischen Nationalen Radios überschrieben, der sich erstaunlich offensiv mit der Misere des Umgangs mit den Roma in Bulgarien auseinandersetzt. Den Beitrag betrachten wir als sehr mutig - auch wenn er nur einen kleinen Ausschnitt der Probleme zeigt, die das Leben der Roma in Bulgarien ausmachen.
Hier kann jeder Interessierte selbst nachlesen: 
http://bnr.bg/de/post/100563380

Samstag, 23. Mai 2015

Wir sind dann mal weg


Und hoffen natürlich, dass wir bei der Rückkehr in spätestens zwei Wochen alles noch so schön wie jetzt vorfinden. Der Aufenthalt in Deutschland soll kurz bleiben mit Arztbesuch, Geburtstagsfeier und Klassentreffen. Um Haus, Garten und das liebe Vieh kümmert sich wie immer unsere Denka. Und für Blacky haben wir auch erst mal eine Lösung gefunden. Das Ehepaar, bei dem sie sich in ihrem ersten Jahr hier in Varvara aufgehalten hat und die sie nach wie vor als "ihr Rudel" betrachtet nimmt sie zu sich. Und sie kriegt auch gleich eine Aufgabe. Das Ehepaar ist gerade dabei am Dorfrand ein kleines Gartenzentrum einzurichten. Dort wird sie sich tagsüber mit ihrem Rudel, zu dem auch ein Husky gehört, aufhalten. Und nachts werden die beiden Hunde dort Wache halten. Das wird ihr gefallen. Immer draussen, sogar nachts, und dann auch noch mit Menschen und einem Hund, die sie liebt. (Die Menschen sind nachts natürlich im Haus.) Besser geht es nicht. Wir hoffen, das klappt gut. Dürfte auch keine Probleme geben solange sie nicht abrücken, über andere Hündinnen herfallen und Hühner killen kann ....
 Also wir sind dann mal weg aber auch gleich wieder zurück.


Donnerstag, 21. Mai 2015

Wer will fleißige Handwerker sehn

Der sollte mal in unseren Garten gehn. Arbeit ist immer: Abfluss verstopft, Leitung tropft, Dach nicht dicht. Aber Jo wird es schon richten. Eine der letzten grossen Arbeiten: Ein Tomatenhaus. Nicht so sehr zu Schutz der Tomaten vor Regen, vielmehr soll es helfen gegen saugende und fressende Insekten, die in den vergangenen Jahren für viele angestochene und in der Folge ungeniessbare Tomaten die Verantwortung trugen. Mal sehen ob es hilft.
Fleißige Handwerker werden mehr als bisher schon künftig in Plovdiv zu sehen sein. Die Stadt wurde als europäische Kulturhauptstadt für 2019 gekürt. Und das völlig zu recht, denn Plovdiv ist für uns die schönste Stadt Bulgariens: Mit ihrem Amphitheater und den gekonnt restaurierten Resten eines Hippodroms aus der Römerzeit, dem ausgedehnten und sehr lebendigen historischen Stadtkern mit den zahlreichen sanierten Häusern aus der bulgarischen Wiedergeburtszeit, den gut erhaltenen Moscheen im Stadtzentrum, mit sehenswerten Museen und einer vielfältigen Kulturszene und, und, und. Kurzum, eine sehenswerte Stadt. Ganz gewiss wird es in den kommenden Jahren zusätzliche finanzielle Mittel geben, um diese schöne Stadt noch schöner zu machen und so manche weniger schöne Ecke aufzuwerten. Wir freuen uns über diese Wahl.

Montag, 11. Mai 2015

Jede Menge Feiern

Zweimal Ostern, 1. Mai und schließlich der 6. Mai, der Georgstag,

dieser besondere Feiertag der Romafamilien. Wir waren wieder bei Denka und Ilija eingeladen - und hatten weitere deutsche Gäste aus Burgas mitgebracht. Es gab leckeres Lamm aus dem Backofen, hausgemachten Rakia, jede Menge Musik, Spiele und Tanz. Und ich werde hier nicht zeigen, wie das Lämmchen noch einen Tag zuvor aussah.

Dienstag, 28. April 2015

Rote Socke von Varvara

Es scheint, der Sommer kommt nun doch. Viel Sonnenschein, das Unkraut wächst wie verrückt, aber alle anderen Pflanzen auch. Die Wachstumsschübe machten auch vor Leos Krallen nicht halt, und eine ist leider eingewachsen. Also auf zum Tierarzt zu einer kleinen Operation.

Was Leo nicht so toll fand. Dabei war es kurz und kaum schmerzhaft. Und als Draufgabe noch ein schicker Verband. Rot, ein kommunistischer Verband, meinte der Tierarzt. Red sock - rote Socke. Und als solche durfte Leo sich dann im Dorf präsentieren. Allerdings hatte er seine Socke schon nach einem Tag ausgezogen - wollte wohl doch keine rote Socke sein.
Im übrigen haben wir uns mal wieder vermehrt - zumindest was den Tierbestand angeht. Im Miniteich wohnen jetzt nicht nur die beiden großen Frösche, die schon dort überwinterten. Jetzt hat sich ihnen auch noch ein ganz kleiner zugesellt. Also haben wir jetzt vermutlich einen Teichfrosch und einen großen und kleinen Wasserfrosch. Und jede Menge Froschgeschrei und ebenfalls jede Menge Froschlaich. Aber eins muss man den Fröschen lassen, sie sind wahrscheinlich empfänglich für wohlklingenden Vogelgesang. Denn seit einigen Nächten singt im Garten wieder die Nachtigall - und während ihres Gesangs schweigen die Frösche.

Und noch ein erfreuliches Ereignis ist zu vermelden. Lange mussten wir ja darum bangen, wieder brütende Störche im Dorf zu haben. Zwar waren bereits Ende März die ersten beiden Störche angekommen und sie besetzten auch gleich gemeinsam ein Nest - aber nur für einige Tage. Dann trennten sie sich aus für uns unbekannten Gründen. Vielleicht haben sie ja festgestellt, dass sie gleichgeschlechtlich sind. Oder sie konnten sich einfach nicht leiden. Jedenfalls blieb einer von ihnen einsam im Dorf zurück, baute an seinem Nest - aber kein Partner stellte sich ein. Doch seit dem Wochenende hat sich nun doch noch ein Storchenpartner gefunden. Und alle Zeichen deuten darauf hin, dass ganz sicher auch bald die ersten  befruchteten Eier gelegt werden. Also wird es auch in diesem Jahr eine neue Storchengeneration geben. Und damit dürfte auch weiterer Kindersegen der Dorfbewohner gesichert sein.
Aber jetzt wollen wir uns erst mal auf die nächsten Feiertage und damit zahlreiche Besucher im Dorf einstellen - der 1. Mai und der 6. Mai sind hier Feiertag und Anlass für viele Bulgaren für einen Kurzurlaub.