Samstag, 6. Juni 2015

Wandertag im Zauberwald

Als wir heute morgen die Augen aufschlugen und aus dem Fenster sahen war der Himmel zweigeteilt: Im Nordosten dunstig-blauer Himmel mit aufgehender Sonne, im Südwesten dunkelgrau mit Regendrohung. Zwischendrin wehte ein ordentlicher Wind. Und da wir ohnehin keine Lust auf Garten- oder sonstige Arbeit hatten beschlossen wir: Wandertag mit Unterwegs-Frühstück. Also angezogen, Bemmchen geschmiert, Tee gekocht, Fotoapparat eingepackt, Leo an die Leine genommen und los ging es. Ein Stück durchs Dorf, über eine grosse Wiese hinein in den Wald. Da waren wir aber anfangs nicht die einzigen. Nach einer kleinen Schafherde mit einer ebenso kleinen Hirtin trafen wir auf zwei Pferde, ein Fahrrad am Waldesrand, gleich dahinter eine Ziegenherde mit einem Hirten, der die Herde mit lauten Rufen aus dem Wald bewegte. Ein klein wenig später dann neben einem Waldweg ein Auto - Grenzpolizei. Da das Dorf nicht weit von der türkischen Grenze entfernt liegt wird hier natürlich regelmässig kontrolliert, um illegal ins Land kommende Flüchtlinge aufzugreifen. Freunde haben erst kürzlich beobachtet, wie in unserem kleinen Hafen einige junge Männer von einer Zivilstreife aufgegriffen und in einen Mannschaftswagen dirigiert wurden - Flüchtlinge vermutlich, die über das Meer gekommen sind.
Aber wir blieben unbehelligt und wanderten fortan ganz einsam durch den Wald. Der Weg führte allmählich aber unablässig in einem leichten Anstieg bergauf. Das hatten wir lange nicht, die täglichen Hundespaziergänge zum Meer gehen nur über plattes Land. Also schwitzen und ein wenig keuchen am Rande des Strandja-Nationalparkes war heute angesagt. Aber die Schönheit der Landschaft hat uns dann wieder entschädigt. Vor allem die Waldstücke rund um den Gipfel (immerhin in 200 Metern Höhe, wie bei Google-Maps zu erkennen war). Zeitweise wirkte der Wald tatsächlich wie ein Zauberwald, in dem urzeitliche Riesen ihre Kräfte damit gemessen haben, riesige Felsbrocken vom Gipfel den Berghang hinabzuschleudern. Wir haben die kleineren Steine als Sitzgelegenheit für das Frühstück genutzt, die grösseren haben wir erklettert. Ein kleiner Wermutstropfen auf dem Gipfel. Voller Freude entdeckten wir dort, inmitten einer Blumenwiese, einen hölzernen Aussichtsturm. Beim Näherkommen dann aber die Erkenntnis, dass ein Besteigen nicht möglich war - die Treppe war leider zusammengebrochen. Von Dort oben hätte es sicher einen schönen Blick aufs Meer und auf Tsarevo gegeben.Vielleicht findet sich ja mal jemand von der Strandja--Park-Verwaltung, der den Turm repariert.
Vielleicht war es ja aber auch ein Hochsitz der vielen Jäger in der Region, dann könnte ja vielleicht die Forstverwaltung reparieren.
Ein weiterer Wermutstropfen dann auf dem Rückweg:
Ein Grabhügel am Wegesrand war von der dem Weg abgewandten Seite tief aufgegraben und leergeräumt. Grabräuber offensichtlich, die auf der Suche nach Schätzen Teile ihrer Geschichte vernichten. Vor einigen Jahren war das Grab jedenfalls noch unversehrt. Schade dass dafür keine Polizeiwache da war.



Dienstag, 2. Juni 2015

Schrei nach Rechtsstaatlichkeit

So ist ein Beitrag des Bulgarischen Nationalen Radios überschrieben, der sich erstaunlich offensiv mit der Misere des Umgangs mit den Roma in Bulgarien auseinandersetzt. Den Beitrag betrachten wir als sehr mutig - auch wenn er nur einen kleinen Ausschnitt der Probleme zeigt, die das Leben der Roma in Bulgarien ausmachen.
Hier kann jeder Interessierte selbst nachlesen: 
http://bnr.bg/de/post/100563380