Sonntag, 10. April 2016

Eine Koppel für die Pferde

Das war schon lange geplant, aber schwer zu realisieren: eine Pferdekoppel. So etwas ist hier kaum üblich. In aller Regel werden die Pferde mit dem Bein an einem langen Strick angebunden und könne so grasen. Laufen allerdings nur im kleinen Kreis. Doch mittlerweile etablieren sich im Land immer mehr Reiterhöfe, und dort werden die Pferde in Koppeln gehalten.

Und auch für die Kühe setzen sich eingezäunte Areale mehr und mehr durch. Die meisten Rinder werden hier allerdings nach wie vor genau wie die Schaf- und Ziegenherden über Brachflächen getrieben. Aber wir wollten für unsere Pferde endlich eine Koppel. Also aufwändige Suche nach geeigneten Flächen. Noch vor zwei, drei Jahren nicht möglich: Wir wollen unsere Flächen als Bauland verkaufen, das nimmt keiner wenn da Pferde drauf weiden. Inzwischen hat sich allerdings gezeigt, dass so viel Bauland selbst hier an der Küste nicht gebraucht wird. Und nicht jede Fläche kann Bauland werden. Und dank Fördermitteln aus der EU haben nun einige Landwirte grosse Teile der Brachflächen gepachtet und beziehen dafür Landschaftspflegemittel. Ein gutes Geschäft, wie es scheint. Für die Eigentümer, weil sie so für ihre Flächen Geld und wenn gewünscht vom Pächter auch Naturalien (Tierfutter) bekommen. Und für den Pächter bleibt von den Fördergeldern nach Abzug der nötigen Arbeitsleistungen (die werden kontrolliert) auch noch genug übrig.
So viel der Vorrede. Wir konnten uns jedenfalls mit einem der Pächter einigen eine ausreichend grosse Fläche einzuzäunen und dort für die Pflegemassnahmen zu sorgen: Das Gras kurzhalten (das erledigen die Pferde) und Wildwuchs durch Bäumchen und vor allem Sträucher zu verhindern. Jetzt jedenfalls sind erstmal die Zaunpfähle gesetzt und die Fläche mit einem ersten Draht eingezäunt, um die bisher dort grasenden Kühe und Schafe fernzuhalten. Der Schafhirte leitet seine Tiere jetzt um den Zaun herum, die Besitzerin der stattlichen Kuhherde hingegen gewährt ihren Tieren freien Auslauf ohne Kontrolle. Und da rennen sie schon mal durch den Draht hindurch. Alte Gewohnheiten mit vermeintlichem Wegerecht sind nur schwer abzugewöhnen, und das betrifft Tiere genauso wie Tierhalter. Also in den nächsten Tagen den Elektrozaun installieren, das merken die Tiere dann vielleicht. Erfreulicherweise hat es heute nun auch noch geregnet, so dass das Gras  nachwachsen kann. Wir sind jedenfalls gespannt, wie unsere Pferde auf die angebotene Bewegungsfreiheit reagieren. Die Lage der Koppel ist jedenfalls schön - gleich neben einem Waldstück und mit freiem Blick zu Meer. Den Hunden jedenfalls gefällt es schon mal.

1 Kommentar:

  1. Guten Abend,
    ich lese Ihren Blog an sich recht gerne, er stillt ein ganz klein wenig meine Sehnsucht nach diesem wunderbaren Land. Allerdings finde ich das mit der beginnenden Umzäunung der Areale sehr bedenklich. Gerade der freie Blick bei der Fahrt durch das Land ohne Eingrenzungen war wohltuend und gab einen Eindruck, wie Landschaft aussehen kann. Die klugen Kühe und auch Pferde fanden ihren Weg immer alleine zum heimischen Stall, wie ich oft beobachten konnte. Ich frage mich, wie dann die Hirten mit den Herden weiterkommen werden, oder schafft man die auch ab, um genügend Koppeln für die zu erwartendend "millionen" Touristen zu bauen. Erst die komplette Verbauung der Küsten, dann die Verparzellierung des Landes. Bald wird Bulgarien genauso aussehen, wie jedes mitteleuropäische Land, mit gebürstetem Rasen und Thujenhecken vor dem alpenländischen Bungalow.
    Anscheinend ist in Europa die hochansteckende Zaunwut nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb der Länder ausgebrochen. Ob die Pharmakonzerne wohl darauf reagieren?
    Schönen Abend
    Valia (Eine, die Bulgarien liebt)

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