Samstag, 7. Mai 2016

Eine Woche feiern

Kaum ist das orthodoxe Osterfest vorbei, da steht schon der 6. Mai, der Georgstag vor der Tür. St. Georg, in Bulgarien Schutzheiliger der Krieger, der Armee, der Verteidiger oder wie immer sie sich nennen wollen, und gleichzeitig auch Schutzheiliger der Roma.
Und deshalb einmal staatlicher Feiertag, und zugleich größter Feiertag für die Zigeuner (politisch korrekt in unserem Fall der bulgarischen Roma-Minderheit). DAS große Familienfest der Roma, das nicht jede (Groß)Familie für sich feiert, sondern das in der Dorfgemeinschaft gefeiert wird. In diesem Jahr waren für die Vorbereitung des Festes unsere Freunde Denka und Ilija, gemeinsam mit einer zweiten Familie, für die Organisation zuständig. Da hieß es früh Spenden sammeln, um eine Kapelle verpflichten zu können. Solche Bands, die die nötige lautstarke Technik meist auf einem LKW mit sich führen, gibt es im ganzen Land zu Hauf. Aber im ganzen Land, in jeder Stadt, in jedem Dorf finden an diesem 6. Mai Feiern statt. Und zu jeder Feier des Georgiev den gehört eine Liveband. Also rechtzeitig mit einer Vorauszahlung die Musikgruppe binden. Wir hatten die Idee, für Denkas Fest eine Tombola vorzubereiten. Begeisterte Zustimmung bei den Organisatoren. Und dank unserer deutschen Freunde in Sozopol und in Burgas kamen auch viele Tombolapreise zusammen.
Das Fest selbst war ein voller Erfolg. Jede Familie hat ein Schaf geschlachtet und gebacken, ausreichend Getränke bereit gestellt, Tische und Stühle am Festplatz aufgestellt. In diesem Jahr war die traditionelle Festwiese nicht begehbar - tagelang hatte es geregnet, kalt war es auch. Aber am Festtag selbst lachte uns die Sonne und alle Einheimischen und ihre Gäste konnten ihr Fest begeistert begehen. So viel Glück hatten allerdings die Roma-Familien in den umliegenden Dörfern nicht - sie wurden heimgesucht von Gewittern und Sturmböen.

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