Samstag, 8. Oktober 2016

Griechenlandreise mit Hindernissen

Unser Ausflug nach Griechenland war kurz, aber ereignisreich. Und ausgesprochen spannend. Spannend deshalb, weil wir nie wussten, ob wir unser abgestelltes Auto wieder würden starten können. Dabei hatten wir es ja frisch repariert gerade erst aus der Werkstatt geholt. Mit der Versicherung, dass der Fehler behoben sei. Behoben war er ja wohl auch, aber eben nicht beseitigt. Und da das mit dem Starten des Wohnmobils also ein Problem war, haben wir es nur selten gewagt das Fahrzeug abzustellen. Also weniger Stopps und weniger Besichtigungen als geplant. Aber was wir unbedingt sehen wollten haben wir geschafft.
Der erste Aufenthalt war Alexandroupolis.
An der Uferpromenade von Alexandroupolis
Da hatten wir schon gemerkt dass wir ein Problem hatten. Also grossen Parkplatz in der Stadt gesucht und gefunden. Gleich gegenüber ein hübscher kleiner Park mit schönem Café inmitten kleiner Teiche mit Wasserspielen. 100 Meter in die andere Richtung das Meer mit schöner Promenade und jeder Menge Tavernen. Also war Fischessen angesagt. Für Jo das erste Mal Oktopus - frisch gegrillt. Und siehe, es schmeckte wirklich. Zartes Fleisch und gar nicht gummiartig.
Am nächsten Morgen dann die Überraschung - das Auto ließ sich problemlos starten. Also auf zum Peloponnes. Die Euphorie hielt nicht lange vor. Die vielen Mautstellen verblüfften uns so ziemlich. Aller paar Kilometer anhalten und zahlen. Für rund 800 km haben wir an die 100 Euro bezahlt - Unser Wohnmobil zählt zu den zweitteuersten Fahrzeugen, nur die grossen LKW sind teurer.
Am Nachmittag erreichten wir die Thermopylen. Dort waren wir schon bei einer vorigen Griechenlandreise. Hier wollten wir einfach einen Tag bleiben und es uns im sehr warmen und sehr schwefelhaltigen Quellwasser gut gehen lassen. Mit einiger Überraschung stellten wir fest, dass die vor Jahren sehr vernachlässigten Gebäude des Thermalbades renoviert waren. Allerdings nicht für Kurgäste, hier ist eine Unterkunft für Flüchtlinge entstanden - Kinder und Jugendliche werden hier betreut, auch eine kleine Schule ist eingerichtet.
Im Amphitheater von Epidaurus
Am nächsten Morgen dann, nach einem wohltuenden Bad im anrüchigen, aber wohltuenden Wasser und einem ausgiebigen Frühstück die freudige Überraschung - das Auto ließ sich starten. Die schlechte Nachricht - der Akku des Fotoapparates hatte seinen Geist aufgegeben und das Handy ließ sich im Auto nicht laden. Also keine Fotos. Aber wer braucht die auch, noch funktioniert die Erinnerung. Der Weg führte uns weiter in Richtung Athen, dann nach Korinth, dort über die Brücke über den Isthmus, diese wirklich beeindruckend tiefe Schlucht. Dann fanden wir die richtige Strasse nach Epidaurus, dort wollten wir das beeindruckende Amphitheater besuchen. Da es erst früher Nachmittag war also doch gleich auf den Parkplatz am Amphitheater. Vielle Besucher, auch mehrere Reisegruppen. Vor allem französisch war zu hören, aber auch eine deutsche Gruppe dabei. Beeindruckend vor allem das riesige Theater, gebaut vor mehr als 2300 Jahren. Die steil aufragenden steinernen Sitzbänke bieten 14000 Zuschauern Platz. Eine Aufführung im Theater konnten wir nicht miterleben, aber die Reiseleiterinnen demonstrieren ihren Zuhörern, welch wunderbare Akustik hier herrscht: Auch in den obersten Reihen ist zu veerstehen, was ganz unten auf der Spielfläche gesprochen wird. Die benachbarte Ausgrabbungsfläche mit den Ueberresten von Tempeln, Wohnhäusern, Badeeinrichtungen, Stadion und Gymnasion zeigte an vielen Stellen, dass hier immer noch gegraben, ausgebessert, erneuert wird.
Schon wieder eine Mautstelle
Zurück am Auto wollten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz begeben. Wollten - denn jetzt streikte das Wohnmobil tatsächlich. Hilfe nahte von einem benachbarten Imbissstand. Ein Verkäufer fragte auf englisch, ob er helfen könne. Wie sich zu unserem Erstaunen herausstellte war er kein Grieche, sondern Bulgare. Er lebt seit vielen Jahren mit seinen Eltern in Griechenland. Und natürlich half er Deutschen die aus Bulgarien kamen. Gemeinsam mit einem Kollegen telefonierte er eine Weile herum und sagte uns dann dass am nächsten Morgen ein Monteur kommt. Der kam tatsächlich zur angegebenen Zeit, setzte ein neues Relais ein - und die Fahrt konnte weitergehen. Nicht ohne ein grosses Dankeschön an Radoslav.
Doch jetzt geht die (schriftliche) Reise erst mal nicht weiter, aber versprochen: Fortsetzung folgt.

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