Montag, 6. Februar 2017

Der Frühling hat sich angemeldet - aber bleibt nur kurz

Blick ¨ber Varvara Richtung Ahtopol heute morgen
Die Temperaturen steigen, die Grippewelle ist vorbei. Auch bei uns. Und damit ist die Gefahr gebannt, dass sich unser Laptop durch ständiges Anniesen und Vollhusten einen Virus einfängt. Also können wir nunmehr auch wieder Neues vermelden.
Das im letzten Post als ausgerückt vermeldete Pferd ist wieder da. Die Stute war sogar schon am nächsten Tag samt Fohlen wieder mitten im Dorf und wurde dort von Denkas Enkel sicher verwahrt. Wahrscheinlich hat die Stute festgestellt, dass einzig in ihrem kleinen Stall Futter verfügbar war. Denn rund um das Dorf und auch im angrenzenden Wald dürfte sie nichts als Schnee gefunden haben. Und der löscht vielleicht den Durst, er stillt nicht den Hunger. Also zurück zur Futterkrippe. Ein weiterer Ausbruchsversuch, auch von den anderen Pferden, wurde nicht unternommen.
Der Schnee ist allerdings seit einer Woche verschwunden. Nur kleine Reste liegen noch an schattigen Plätzen. Die Pferde stehen wieder auf halbwegs grünen Wiesen und können grasen.
Die Temperaturen erreichten an den vergangenen Tagen erfreuliche 15 Grad. Und deshalb hatten wir kurzfristig beschlossen, am 4. Februar die Grillsaison zu eröffnen. Es war ein schöner Nachmittag mit Freunden, Glühwein, Rostbratwürsten und Steaks. Jetzt könnte man sogar schon die ersten Gartenarbeiten planen - wenn da nicht die Wetterprognose wäre. Die droht mit Regen, niedrigen Temperaturen, vielleicht sogar Schneeregen am Wochenende. Wo doch schon Frühlingsgefühle aufkommen wollten.
Und so sah es  vor drei Wochen aus
Aber das mit dem Winter ist in diesem Jahr in Bulgarien so eine Sache. Zeitungsveröffentlichungen zufolge war der Januar hierzulande der kälteste seit 1948. Und an eine fast einen Monat lang geschlossene Schneedecke im ganzen Land kann sich auch kaum jemand erinnern.
Hier an der Küste ist das ja ohnehin ziemlich selten.Und dann haben sich Gesetzgeber und Polizei auch noch so ein paar Schikanen ausgedacht. Sie graben das Kriegsbeil gegen Verkehrssünder aus, war zu lesen. Wird auch Zeit, wenn man die vielen wildgewordenen Autofahrer auf den hiesigen Strassen erlebt. Aber jetzt soll es richtig teuer werden zu schnell oder gar betrunken zu fahren. Da können ausser Bussgeldern und Einzug der Autokennzeichen sogar Gefängnisstrafen drohen. Und für Leute, die ihre Bussgelder nicht bezahlen - die elektronischen System von Strassenpolizei und Steuerbehörde sollen gekoppelt werden, um so schneller zu prüfen, wer bezahlt hat und wer nicht.
Wen es interessiert, hier kann man noch mal genauer nachlesen:
http://bnr.bg/de/post/100790488/strassenpolizei-grabt-kriegsbeil-gegen-verkehrssunder-aus

Hier im Dorf hat es übrigens auch gerade einen Einwohner getroffen. Tappa, ein guter Freund, zuverlässiger Arbeiter, aber eben auch liebend gern Feiernder, hat seinen Führerschein verloren. Und das gleich auch mehreren Gründen und vor allem aus Dummheit: Mit seinem Auto raste er, gemeinsam mit Freunden, mehrmals die Hauptstrasse im Dorf entlang. Viel zu schnell natürlich. Und dabei auch nicht beachtend, dass am Strassenrand ein Polizeiauto mit einer Panne stand, das gerade repariert wurde. Als also das Fahrzeug zum wiederholten Male angerast kam haben die Polizisten es angehalten. Und mussten feststellen, dass das Fahrzeug nicht nur zu schnell, sondern der Fahrer auch noch ziemlich angetrunken und zudem sein Führerschein bereits seit einem Jahr abgelaufen war. Ja, dumm gelaufen - oder gefahren. Und jetzt erst mal gar nicht mehr fahren, wahrscheinlich ein ganzes Jahr lang nicht. Von der hohen Strafe mal abgesehen.