Dienstag, 21. März 2017

Time to say goodbye

Wir haben uns getrennt. Es hatte einfach keinen Sinn mehr, es wollte sich kein Gefühl der Zusammengehörigkeit einstellen. Also war die Trennung von unserer Stute Sunny bald beschlossene Sache. Nicht nur wir hatten mit ihr so unsere Probleme. Sicher, sie war nicht aufsässig oder widerborstig. Aber sie war auch nicht gerade nett.
Sie war ein Einzelgänger und legte keinen Wert auf engere Kontakte. Und das war nicht nur mit uns Menschen so, sondern auch mit den anderen Pferden. Sie biss alle weg und konnte sich mit keinem anfreunden. Und dann wollte sie auch immer weg. Gleich mal durch den Elektrozaun. Und vom Strick losreissen. Also habe wir beschlossen sie zu verkaufen.
Wir erfuhren von einem Mann hier im Dorf, Stojan, dem im Winter der Esel gestorben war. Den brauchte er aber unbedingt, denn der Mann und seine Frau lebten unter anderem vom Schrott sammeln. Und der liegt nun mal nicht gleich um die Ecke und die Abgabestellen sind auch etliche Kilometer weit weg. Also brauchte er dringend wieder ein Zugtier für seine Karuza. Geld freilich, ein Pferd oder einen neuen Esel zu kaufen hat er nicht. Da er aber auch schon auf unserer Pferdekoppel für uns gearbeitet hat - als "Robocob" verdient er sich vom späten Frühling bis zum Herbst mit der Motorsense seinen Lebensunterhalt - vereinbarten wir Arbeitsleistungen für den Wert der Stute. Den setzten wir freilich selbst für hiesige Verhältnisse recht niedrig an. Wir sind ja froh wenn sie in Hände kommt, die nicht die schwere Waldarbeit von ihr verlangen. Jetzt scheint sie zufrieden: Sie steht den größten Teil des Tages auf einer Wiese, fernab von menschlichen und tierischen Störenfrieden und Mitessern und muss nur ab und zu mal etwas arbeiten. Ihr Fohlen Luna, das sie uns im vergangenen Jahr geschenkt hat, scheint sie nicht zu vermissen. Und auch Luna vermisst ihre Mutter wohl nicht mehr, sie fühlt sich mit den anderen Pferden und mit uns ganz wohl. Besonders dann, wenn es wieder einige Leckerlis zu fressen kriegt.

Montag, 6. März 2017

Todorovden - Tag des Hl. Todor oder Theodor


So richtig habe ich es nicht begriffen, aber irgendwie soll der Heilige Theodor, hier Todor genannt, nicht nur ein Drachentöter, sondern auch so eine Art Schutzheiliger für Pferde sein. Hierzulande jedenfalls begehen die Roma diesen Tag, der auf den ersten Samstag der Fastenzeit fällt, mit Reiterfestspielen. Wir hatten es ganz kurzfristig erfahren, dass auch in Primorsko solch ein Ereignis stattfinden soll. Also nichts wie hin und Pferde gucken. Da wir es erst ganz kurzfristig erfahren hatten kamen wir zwar etwas zu spät, aber einige der Pferderennen erlebten wir mit. Bei den Vorausscheiden liefen immer zwei Pferde gegeneinander, die drei Besten kämpften dann um den Sieg im Galopp.  Die Strecke dürfte einen halben Kilometer lang gewesen sein. Die jungen Männer, manche auch noch Knaben, reiten ihre Pferde  noch wie ihre Vorfahren seit Generationen: ohne Sattel. Ob Gewinner oder nicht - jedem Reiter und natürlich auch seinem Pferd wurde Anerkennung gezollt.
Am Rande des Festes gab es Getränke und  die traditionellen Kebabtsche, die etwa den gleichen Stellenwert haben wie in Deutschland die Rostbratwürste.
Nach dem Rennen sollte es noch einen weiteren Wettbewerb geben: eine Prüfung, welches der zuvor gelaufenen Pferde das meiste Holz auf einer Karuza (hiesige kleine Pferdewagen) wegzieht. Da sich die Vorbereitungen für diesen Wettbewerb aber sehr in die Länge zogen und wir uns der lauten Musik nicht länger aussetzen wollten, entschieden wir uns für einen Spaziergang zum Strand. Und nun wissen wir nicht wer schliesslich gewonnen hat. Dafür haben wir ein Wäldchen voller gelber Krokusse gefunden und mit ihnen das Gefühl, dass wohl doch Frühling ist.

Mittwoch, 1. März 2017

Честит Бабa Марта - Marteniza

Meteorologischer Frühlingsanfang - hierzulande der Tag der Baba Marta. Da werden, wie in den vergangenen Jahren an diesem Tag hier im Blog beschrieben, die rot-weissen Martenizi verschenkt. Wir gehen auch gleich los und verrteilen unsere Bändchen. Für alle, die wir nicht direkt besuchen können, verschenken Leo und Blacky die Marteniza-Grüsse.