Dienstag, 13. Dezember 2011

Wir haben einen Vogel

Auf den Hund sind wir nicht gekommen, wir haben einen Vogel. Das wird für viele, die uns kennen, nicht wirklich erstaunlich sein. Spätestens als wir vor einigen Jahren unsere Bulgarienpläne offenbarten haben sich das sicher ganz viele gesagt. Aber der, den wir jetzt haben, ist echt. Und ziemlich groß ist er auch. Vor zwei Tagen kam Denka zu uns. Jo kündigte sie an mit den Worten: Denka kommt mit einem Baby auf dem Arm. Zuerst dachten wir, sie will das neue Enkelkind vorstellen. Aber was da in ein großes Tuch gewickelt war, das war kein Kind. Das war ein Vogel, von dem wir erst mal nur den kräftigen Schnabel sahen. Aha, Raubvogel also.
Ein Mäusebussard, wie sich dann heraus stellte. Denka hatte ihn am Waldrand gefunden. Er konnte nicht fliegen und war ganz offensichtlich verletzt. Ein Flügel ist verletzt, war auch etwas blutig. Wir tippen auf eine Schussverletzung, denn derzeit sind mal wieder jede Menge Jäger hier in der Region unterwegs und die schießen auf alles was sich bewegt. Auch auf Möwen und auf Raubvögel. Nun wollte Denka das Tier nicht sich selbst überlassen und brachte es zu uns. Ein Anruf beim Tierarzt in Zarevo half uns nicht wirklich weiter: Was soll man da machen, bringt ihn in den Wald. So etwas behandelt hier keiner. Das wollten wir aber auch nicht. Tierauffangstationen gibt es hierzulande auch, aber die nächste ist 250 km entfernt. Also setzten wir ihn in unser Poolhäuschen, gaben ihm erst mal was zu fressen und durchsuchten das Internet nach hilfreichen Hinweisen. Ein Falkner, der auf der Ronneburg in Hessen nicht nur Greifvogelvorführungen macht sondern auch eine Hilfsstation betreibt, hat uns erfreulicherweise viele wichtige Tips gegeben. Und heute haben wir auch noch mit einem befreundeten Tierarzt gesprochen, der uns empfohlen hat, uns den Flügel gründlich anzusehen und, wenn etwas gebrochen ist, zu schienen. Einen Tierarzt, der sich mit Vögeln auskennt und vielleicht sogar ein Röntgengerät hat kennt er hier in der Umgebung nicht.
Aber leider ist die verletzte Stelle so dicht an der Brust, dass eine Schiene nicht zu befestigen ist. Nun müssen wir einfach abwarten, was geschieht. Appetit jedenfalls hat er, bisher hat er alles aufgefuttert was wir ihm angeboten haben. Hoffen wir, dass es so bleibt. Und hoffen wir weiter, dass die verletzte Stelle am Flügel doch kein Bruch ist. Denn dann könnte er nie wieder fliegen. 
Die Katzen übrigens sind auch schon interessiert. Unser Stummelchen stand schon vor dem Vogel, ihr kurzes Stummelschwänzchen dick aufgeplustert. Wahrscheinlich wollte sie dem Bussard zu verstehen geben dass er sich vorsehen soll, sie ist nämlich in Wirklichkeit ein Luchs.

Kommentare:

  1. Schön, dass wir den Vogel auch kennen lernen. Wir wußten ja, dass Euch noch etwas fehlte. Sollte der Flügel stark schmerzen, kann man ihn auch an den Körper binden. Aber wenn das Tier ruhig sitzt und nicht viel flattert, dann heilt es meistens auch so. Dann drücken wir die Daumen für Euren kleinen "Paul".

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  2. Schön, dass wir den Vogel kennenlernen. Wir wussten ja schon immer, dass Euch noch etwas fehlt. Hoffen wir für den kleinen "Paul", dass er wieder fit wird.

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