Samstag, 16. April 2016

Ostereier unter Rosen



Blauregen und Clematis
Der Frühling hat vor noch nicht allzu langer Zeit begonnen, da ist er auch fast schon vorbei. Narzissen und Tulpen sind fast alle verblüht, jetzt öffnen sich die ersten Rosen- und Irisknospen. Auch der Blauregen steht in voller Blüte und gleich daneben leuchten ebenfalls blau die ersten Clematisblüten. Bis zum orthodoxen Osterfest in zwei Wochen werden wohl die Rosensträucher und sonstigen Sommerblumen in den schönsten Farben leuchten und die Ostereier darunter kaum noch zu finden sein.
Seit etwa drei Wochen hat auch ein Storchenpärchen sein Nest im Dorf bezogen und ist mit Nestbau, Paarung und Eierlegen gut beschäftigt.Wir haben seit einigen Tagen samt unseren Katzen die Terrasse wieder bezogen und das Mittagessen gibt es auch wieder draussen.

Die erste Rose
Die Pferdekoppel ist fertiggestellt, auch die freilaufenden Kühe haben sich offenbar an die Umzäunung gewöhnt und nur zwei mal Teile des Drahtzaunes umgeworfen. Jetzt hat das Gras, ungestört von Kühen, Schafen, Ziegen, einige Tage Zeit zum Wachsen. Und dann soll in den nächsten Tagen die Koppel bezogen werden.Die Pferde wissen es hoffentlich zu schätzen, dass sie ab sofort (fast) frei laufen können. Wir aber machen uns morgen erst mal auf den Weg in das Strandja-Gebirge - der pontische Rhododendron soll in voller Blüte stehen, deutlich früher als in den vergangenen Jahren.

Sonntag, 10. April 2016

Eine Koppel für die Pferde

Das war schon lange geplant, aber schwer zu realisieren: eine Pferdekoppel. So etwas ist hier kaum üblich. In aller Regel werden die Pferde mit dem Bein an einem langen Strick angebunden und könne so grasen. Laufen allerdings nur im kleinen Kreis. Doch mittlerweile etablieren sich im Land immer mehr Reiterhöfe, und dort werden die Pferde in Koppeln gehalten.
Zaunbau auf der Koppel mit Meerblick



Und auch für die Kühe setzen sich eingezäunte Areale mehr und mehr durch. Die meisten Rinder werden hier allerdings nach wie vor genau wie die Schaf- und Ziegenherden über Brachflächen getrieben. Aber wir wollten für unsere Pferde endlich eine Koppel. Also aufwändige Suche nach geeigneten Flächen. Noch vor zwei, drei Jahren nicht möglich: Wir wollen unsere Flächen als Bauland verkaufen, das nimmt keiner wenn da Pferde drauf weiden. Inzwischen hat sich allerdings gezeigt, dass so viel Bauland selbst hier an der Küste nicht gebraucht wird. Und nicht jede Fläche kann Bauland werden. Und dank Fördermitteln aus der EU haben nun einige Landwirte grosse Teile der Brachflächen gepachtet und beziehen dafür Landschaftspflegemittel. Ein gutes Geschäft, wie es scheint. Für die Eigentümer, weil sie so für ihre Flächen Geld und wenn gewünscht vom Pächter auch Naturalien (Tierfutter) bekommen. Und für den Pächter bleibt von den Fördergeldern nach Abzug der nötigen Arbeitsleistungen (die werden kontrolliert) auch noch genug übrig.
Auf der Koppel und nicht angebunden
So viel der Vorrede. Wir konnten uns jedenfalls mit einem der Pächter einigen eine ausreichend grosse Fläche einzuzäunen und dort für die Pflegemassnahmen zu sorgen: Das Gras kurzhalten (das erledigen die Pferde) und Wildwuchs durch Bäumchen und vor allem Sträucher zu verhindern. Jetzt jedenfalls sind erstmal die Zaunpfähle gesetzt und die Fläche mit einem ersten Draht eingezäunt, um die bisher dort grasenden Kühe und Schafe fernzuhalten. Der Schafhirte leitet seine Tiere jetzt um den Zaun herum, die Besitzerin der stattlichen Kuhherde hingegen gewährt ihren Tieren freien Auslauf ohne Kontrolle. Und da rennen sie schon mal durch den Draht hindurch. Alte Gewohnheiten mit vermeintlichem Wegerecht sind nur schwer abzugewöhnen, und das betrifft Tiere genauso wie Tierhalter. Also in den nächsten Tagen den Elektrozaun installieren, das merken die Tiere dann vielleicht. Erfreulicherweise hat es heute nun auch noch geregnet, so dass das Gras  nachwachsen kann. Wir sind jedenfalls gespannt, wie unsere Pferde auf die angebotene Bewegungsfreiheit reagieren. Die Lage der Koppel ist jedenfalls schön - gleich neben einem Waldstück und mit freiem Blick zu Meer. Den Hunden jedenfalls gefällt es schon mal.

Freitag, 25. März 2016

Frohe Ostern

Unser Osterfest geht diesmal ziemlich lange. An diesem Wochenende das "deutsche" Ostern, in fünf Wochen, Ende April,  dann das orthodoxe Osterfest. Die Osterhasen müssen also lange durchhalten.
Frohes Fest allen und schönes Wetter für die Osterspaziergänge wünschen wir.


Frohe Ostern

Dienstag, 15. März 2016

Mit dem "Käsefastensonntag" hat hier die Fastenzeit begonnen

Ganz vergessen zu schreiben: Am Sonntagmorgen wurde ich eingeladen zur Kaffeerunde. "Heute musst du kommen", sagte Denka, denn es sei ein ganz besonderer Sonntag. Ein Sonntag der Vergebung, aber auch ein Tag, an dem die Jungen die Alten (oder älteren) besonders ehren. Das hat mir gut gefallen und ich war zum morgendlichen Kaffeetrinken. Was es mit diesem Tag, mit dem bulgarische 40tägige Fastenzeit beginnt, auf sich hat, kann man hier nachlesen:
http://bnr.bg/de/post/100668408/nach-dem-kasefastensonntag-beginnt-die-strenge-oster-fastenzeit
(falls der Link nicht direkt funktioniert, kopieren und in Adressleiste einfügen). Viel Spass beim Lesen.

Frühlingsgefühle erst mal abgesagt

Nach einigen schönen, auch warmen Frühlingstagen waren die letzten Tage war in den letzten Tagen Schlechte-Laune-Wetter. Regen, Wind, graue Wolken. Heute scheint mal wieder die Sonne, aber die Temperaturen sollen in dieser Woche nur bei 8 Grad liegen. Tagsüber. 
Frühblüher
Da hatten wir vergangene Woche in der Nacht schon mehr. Aber es ist eben doch erst zeitiges Frühjahr und das Wetter hier ist im März wohl eher so wie in Deutschland im April. Also Wechselbad auch der Gefühle. Und nachts wieder die dickere Decke nehmen. Trotzdem, solange es nicht regnet kann man ein wenig auch draussen arbeiten. Heute ist malen angesagt - anstreichen. Das viele Holz braucht Pflege. Grassamen hatte ich schon mal an etlichen ausbesserungswürdigen Stellen ausgebracht. Aber dem wird es zum Aufgehen wohl auch zu kalt sein. So wie uns am frühen Morgen zum Aufstehen.
Störche wurden hier im Dorf noch nicht gesichtet. Auch in Yasna Poljana noch nicht. Das ist ein Dorf vielleicht 15 km von hier entfernt, sozusagen im Hinterland, weg von der Küste. Und dieses Dorf ist das Storchendorf der Region schlechthin. 12 Storchennester haben wir gezählt, und das sind nur die an der Hauptstrasse. Aber noch liegen sie verlassen. Durchgefahren sind wir eigentlich nur weil unsere Denka in "ihre" Schule musste. Sie hat das zweite
Denka ist tolz auf ihr Zeugnis

Schul-Nachholejahr beendet und konnte sich am vergangenen Sonnabend ihr Zeugnis abholen. Das bestätigt der mittlerweile 52jährigen nun den Abschluss der 8. Klasse. Während ihrer regulären Schulzeit hatte sie diesen Abschluss nicht erreicht. Ilija, auch heute noch ihr Ehemann, hatte sie vor Abschluss der Schule aus ebendieser ent- und in sein Heimatdorf Varvara heimgeführt. Aber jetzt ist sie stolz, die älteste Teilnehmerin eines Programmes gewesen zu sein, das es ermöglicht, fehlende Schulabschlüsse nachzuholen. Und einen solchen Abschluss braucht sie um einen der Kurse zur Erwachsenenqualifizierung belegen zu können, die im Nachbarort angeboten werden. Und da Denka nicht nur fleissig, sondern auch ehrgeizig ist und weiss, dass ohne Bildung heute gar nichts geht
will sie alle gebotenen Möglichkeiten nutzen um vielleicht eine etwas besser bezahlte Arbeit zu bekommen. Jetzt aber ist sie erst mal stolz auf ihr Zeugnis. Und auf das noch nicht ganz fertige neue Dach auf ihrem Haus.