Sonntag, 18. August 2019

Grund zur Freude - und zur Sorge

Schöne Erlebnisse immer wieder auf der Pferdekoppel und in ihrem Umfeld. In diesem Jahr haben wir dort mehrere neue Mitbewohner kennengelernt. Im Frühsommer war es ein Fasanenhahn, der uns auf dem schmalen Feldweg immer wieder vor das Auto lief. Und abzubiegen lief er voraus und lief und lief und lief. Wie Roadrunner, wer sich an den noch erinnern kann. Bloß nicht so schnell.
In der vergangenen Woche nun haben wir seine Familie getroffen.
Leider nur Handyfoto aus grosser Entfernung
Eine Fasanenhenne mit drei Jungtieren. Die blieb aber nicht lange auf dem Weg vor unserem Auto sondern bog gleich ab ins hohe Gras. Was heisst Gras, auf Grund des Regenmangels ist das nur noch auf dem Halm getrocknetes Heu. Und jede Menge Disteln. Wir haben sie immer am frühen Abend getroffen. Aber jetzt sind wir besorgt. Vor einer Woche  hat hier in Bulgarien die Jagdsaison auf Federwild begonnen. Wir hoffen, die vielen Jäger, die nun jedes Wochenende in der Gegend rumballern, finden sie nicht.
Leider schon aufgegessen
Und noch ein weiteres Tier haben wir erstmals in diesem Jahr in unserem Revier gesehen - eine Blauracke. Genauer gesagt sind es mindestens zwei die auf hohen Bäumen am Wegrand sitzen. Für die Jäger sind sie hoffentlich nicht interessant. Leider sind sie sehr scheu. Ein Foto der sehr schönen, leuchtend blauen Vögel wird es wohl so bald nicht geben. Jetzt hoffen wir drauf, dass sie nächstes Jahr wiederkommen.
Und das jüngste erfreuliche Erlebnis - Die Feigensaison hat begonnen. Heute die ersten reifen Feigen von unserem Baum geerntet und zu einer leckeren Vorspeise verarbeitet. Hat geschmeckt, wird es jetzt wieder öfter geben.

Dienstag, 9. Juli 2019

Essen und einkaufen wie in .... ganz Europa

Ja, auch wir haben jetzt Lidl in der Nachbarschaft. Seit dem 1. Juli gleich in der benachbarten Kreisstadt. Bis zu frischen Brötchen nur noch 8 Kilometer.
Ja, auch wir haben vor einigen Jahren gemeint, Lidl in Zarevo ist nicht nötig. Macht nur die vielen kleinen Läden kaputt. Aber jetzt sind wir froh, dass wir für Mischbrot und Leberwurst (und "richtigen" Käse) nicht mehr 40 Kilometer fahren müssen. Und es wird vorerst nicht so sein, dass Lidl angestammte kleiner Läden und den mittelgroßen Supermarkt Bolero kaputt macht. Denn viele Dinge sind, anders als vielleicht in Deutschland, beim hiesigen Lidl teurer als die einheimischen Produkte. Wie die ersten Tage zeigten wird Lidl, zumindest während der Urlaubssaison, ausreichend Zuspruch finden. Und auch später wird es zahlreiche Kunden geben, die nach speziellen Angeboten und Qualitäten suchen.
Schauen wir mal.
Ach ja, Foto haben wir noch nicht gemacht. Lidl sieht aus wie überall. Aussen und innen.

Montag, 27. Mai 2019

Ein Opfer fürs Leben

Vor wenigen Tagen waren wir eingeladen zu einem Kurban - einem Dankopfer. Eine alte Tradition, die hier in Bulgarien noch häufig praktiziert wird. Ein Opfer wird gebracht, in aller Regel wird ein Schaf geopfert, als Dank nach schwerer Krankheit, einem schweren Unfall, einer Operation. Ein eigentlich heidnischer Brauch: Der Betroffene bedankt sich dafür, dass er alles gut überstanden hat. Und er lädt Verwandte, Nachbarn, gute Freunde zu einem gemeinsamen Mahl ein.
Leben noch...

Eingeladen dazu hatte Sasho. Wir kennen ihn seit einigen Jahren eigentlich daher, dass er mit seinen Hunden, wenn er im Dorf ist, regelmässig an unserem Haus vorübergeht. Was heisst geht, er rennt nicht, aber er läuft sehr schnell. Die grossen Hunde hat er mit Geschirren an sich festgemacht, die rennen mit großer Begeisterung mit. Irgendwann sind wir mal ins Gespräch gekommen, mit ein wenig Bulgarisch und er erinnerte sich an einige deutsche Worte.
er war mal Leistungssportler, hat er uns erzählt, und er braucht diese Bewegung. Doch vor kurzem ging plötzlich nichts mehr - er fiel im Hof um und konnte nicht mehr aufstehen. eine Lähmung der Beine. Im Krankenhaus wurde festgestellt, dass es  kein Schlaganfall, sondern ein Schaden an der Lendenwirbelsäule war. Da half nur eine Operation. Mittlerweile hat er sich erholt, aber seine grossen Hundetouren hat er noch nicht wieder aufgenommen. Das dauert wohl noch ein Weilchen.
Wir haben jedenfalls gemeinsam mit ihm und anderen Dorfbewohnern zusammengesessen und das in einem grossen Topf gekochte Schaf verspeist. Das ganz Besondere an diesem Kurban: Als Sportler trinkt Sasho keinen Alkohol. Und so gab es zwar Bier zum Essen, aber keinen Rakia.
Dafür erzählte Sasho einen Witz. Alle lachten schallend, nur wir nicht. Um  längere Witze zu verstehen, dazu reichen unsere Sprachkenntnisse meist nicht. Deshalb machte Sasho uns eine ganz besondere Freude, er versuchte, den Witz für uns auf  Deutsch zu erzählen. Gemeinsam haben wir nach den richtigen Begriffen gesucht, aber den Witz am Ende dann doch nicht verstanden.

Dienstag, 21. Mai 2019

Hallo wir sind zurück

Das heisst - eigentlich waren wir ja immer da.Auch wenn ein Jahr lang nichts neues zu lesen war. Doch jetzt wollen wir die Schreibblockade mal beenden und wieder ein wenig aus unserem Leben und Erleben berichten.
Auch in diesem Jahr waren die Lazarinki da


Dass so lange nicht zu lesen war hat mehrere Ursachen. Einmal Lustlosigkeit. Wenn man sich eingelebt und im Leben eingerichtet hat dann geht alles so seinen Trott. Und man hat so das Gefühl, dass eigentlich kaum noch Neues passiert. Immer das Gleiche - die gleichen Leute, die gleichen Feste, das gleiche Essen. Nein,, nicht ganz. Dieses Jahr gab es auch hier ziemlich viel Spargel. Und das ist ungewöhnlich. Aber zurück zur Schreibblockade.
Der zweite Grund war kein erfühlter sondern ein ziemlich dämlich selbst verursachter.
Am Sonntag das erste Frühstück im Freien

Anfang vergangenen Jahres wurde mein Handy immer langsamer. Keine Lust zum Arbeiten. Oder Speicher voll sagen die Fachleute. Also mal Speicher bereinigen. Sprich - vor allem Fotos löschen. Also habe ich gelöscht und gelöscht. Alles was ich nicht dauerhaft auf dem Gerät haben wollte wie zum Beispiel Enkel-, Hunde- und Pferdefotos. Zum Vorzeigen. Gelöscht habe ich auch einen Ordner von dem ich gar nicht wusste, dass er überhaupt im Handyspeicher war. Irgendwas von Google. Mit lauter Fotos aus unserem Blog. Kopien wie ich dachte. War aber nicht so. Es waren sämtliche Fotos die ich hier im Blog jemals veröffentlicht habe. Wäre mir wahrscheinlich lange nicht aufgefallen wenn nicht Bekannte angefragt hätten war denn mit unserem Blog los wäre. Gar keine Fotos mehr da. Was ist denn da für ein Fehler passiert, dachte ich noch. Erst nach langem Nachdenken fiel mit besagter Ordner wieder ein. Wirklich dämlich.
Nun bin ich seit einigen Monaten mehr oder weniger fleißig immer mal wieder damit beschäftigt, die Fotos zusammen zu suchen. Alle sind nicht mehr da. Viele waren auf dem Laptop, der mal aus dem Auto geklaut wurde. Andere hatte ich selbst gelöscht weil.: die sind ja im Blog, falls ich sie noch mal brauche. Also suchen, suchen, alte Speicherkarten und alte Geräte durchforsten.
Und der Garten leuchtet in den schönsten Farben
Alle habe ich noch nicht gefunden, aber es geht voran. Leider sind beim Ergänzen der Fotos manche Beiträge unter dem Datum der Ergänzungen gespeichert worden. Deshalb ein wenig Chaos in der Reihenfolge. An der Ergänzung der Fotos wird weiter gearbeitet.
Doch hier soll es nun wieder weitergehen, mit neuen Fotos und Erlebnissen. Hoffentlich liest uns überhaupt noch jemand. Ich habe jetzt übrigens einen Ordner auf dem Laptop angelegt mit allen Fotos aus dem Blog. Und der Laptop kommt auch nicht ins Auto.
Langsam kommt auch hier der Sommer an. Bisher war es immer wechselhaft und nur selten richtig warm. Deshalb frühstücken wir auch erst seit Sonntag auf der Terrasse. Und gestern war Anbaden im Pool. Anbaden im Meer muss noch warten, wir sind keine Eisbader. Aber im Garten wartet ohnehin viel Arbeit.

Donnerstag, 7. Februar 2019

Schon wieder ein bedürftiger Hund Erschienen 14.09.2012

Leo mit seiner neuen Frendin
Eigentlich wollte ich ja über Wölfe schreiben. Aber nun wird es doch wieder etwas über Hunde. Irgendwie scheint es sich unter den Hunden im Dorf herumzusprechen, dass da ein paar hilfsbereite Tierfreunde wohnen. Gestern Nachmittag sahen wir plötzlich unseren Leo mit einem hellen Hund durch den Garten toben. Von Denkas Hunden war es keiner, die waren unterwegs mit Jo, Denka und Ilija zu den Pferden. Und der im Garten war auch deutlich größer als die  beiden. Und auch ein ganzes Stück größer als Leo, der immerhin schon gewachsen und um drei Pfund schwerer geworden ist. Ich also raus und de
Ein Strick war in den Hals der Hündin eingewachsen
n Hund vertreiben. Wollte ich. Ging aber nicht. Denn der zog sich sofort unter den wegen des abschüssigen Geländes auf Stelzen stehenden Bungalow zurück. In die hinterste Ecke. Und kam auch nicht vor. Erst als ich wieder im Haus verschwunden war spielte er weiter mit Leo. Und was ich dann sah empört mich seither unaufhörlich.
Um den Hals der Hündin zog sich ein breiter blutiger Streifen. Wahrscheinlich von einem Strick, mit dem das Tier angebunden war. Der Einschnitt im Nacken ist mindestens einen Zentimeter tief, bis weit ins Fleisch eingeschnitten. Irgendwie war es dem Hund gelungen, den Strick loszuwerden. Wahrscheinlich war er vom Blut so aufgeweicht dass er gerissen ist. Heute morgen, als Leo zum Spaziergang war, habe ich der noch jungen Hündin etwas zu fressen gegeben. Sie kam auch sofort aus ihrem Versteck, war sehr zutraulich und ich konnte die Wunde aus der Nähe betrachten. Ist noch ziemlich frisch, noch nichts entzündet. Jetzt werden wir sie erst mal behandeln. Aber die Frage bleibt: Wer macht so etwas? Wir wissen ja, dass hier viele Hunde Tag und Nacht mit einem Strick oder einer Kette angebunden sind und Wache halten sollen. Viele ohne Halsband. Sie leben im wahrsten Sinne des Wortes von Wasser und Brot. Aber so schlimme Verletzungen haben wir noch nicht gesehen. Wer macht so was? Im Dorf weiss keiner, wem das Tier gehören könnte. Vielleicht hat ihn ja einer der vielen Schäfer angebunden, um ihn an sich "zu gewöhnen". Naja, jetzt ist er jedenfalls bei uns, hat hier Asyl gesucht und auch gefunden. Aber behalten können und wollen wir ihn nicht auch noch. Also müssen wir jetzt, nachdem er gesund gepflegt ist, einen neuen, besseren Besitzer für ihn finden.