Dienstag, 4. September 2012

Zauberhaftes Museumsdorf Sheravna


Deutsch-bulgarisches Programm im Museumshof
Wie im vorhergehenden Block angekündigt, hier nun die Fortsetzung unseres Erlebnissen mit den Kindern und Organisatoren von Musik statt Straße. Nach den Abschlussprüfungen für das zurückliegende Musikschuljahr ging es für Schüler, Lehrer und Gäste nach Sheravna. 

Das ist ein malerisches Dorf in der Nähe von Sliven, ein architektonisches Reservat mitten in den Bergen. 172 der Häuser hier wurden zu Kulturdenkmälern erklärt, saniert werden darf nur unter denkmalschützerischen Auflagen. Neubauten müssen dem traditionellen Baustil des Ortes angepasst sein. 
Aus Sheravna stammen einige bekannte bulgarische Künstler, ihre Häuser wurden als Museen eingerichtet. Ein Dorf mit zahlreichen Museen, aber kein Museumsdorf. Es ist ein lebendiger Ort mit vielen seit langer Zeit hier wohnenden Familien, die von der Landwirtschaft und auch vom Tourismus leben. 


Daneben haben sich Künstler und Intellektuelle hier Häuser gekauft und saniert, es gibt zahlreiche Kulturveranstaltungen.

Zuschauen, aber auch mitsingen
Im Museum des Ortes, der ehemaligen Schule, finden ständig wechselnde Ausstellungen zur Kultur und Lebensweise der Region statt. Aber auch zahlreiche Künstler finden hier einen Platz für Ausstellungen. 
Eine kleine Auswahl ihrer Arbeiten hatte auch Barbara Wolf aus Gießen mitgebracht.

Die Kunstpädagogin lud außerdem die Kinder aus Sliven und aus Sheravna zu einem kleinen Malworkshop ein - er war überaus gut besucht. Ein sehr stimmungsvolles musikalisch-literarisches Konzert gaben die Musiklehrer gemeinsam mit Frederik Vahle und seiner Partnerin Barbara Wolf mit Künstlern aus Sheravna im Museumshof.
Gut besuchter Malworkshop
Das verlängerte Wochenende, finanziert durch Spenden vor allem aus Gießen, war als kleine Anerkennung für fleißiges Üben in der Musikschule gedacht, aber auch als ein kleiner Urlaub für Kinder, die Urlaub mit der Familie nicht kennen. Natürlich wurde getobt, aber es wurde auch hier musiziert und geübt. Alle Kinder des Musikprojektes „Musik statt Straße“ beisammen - das passiert sonst nicht. Und das ist natürlich eine gute Gelegenheit, das Miteinander-Musizieren zu üben. Da geht es nicht nur darum, dass jeder zeigt was er kann, sondern jeder muss sich auch am anderen, an der Gruppe orientieren. Eine nicht eben alltägliche Erfahrung für die Kinder aus dem Ghetto. Beim Abschlusskonzert im Museumshof konnten sie dann allen Besuchern von Sheravna und den Einwohnern  noch einmal zeigen, was alles sie schon gelernt haben. 
Junge Solistin, begleitet von ihren Lehrerinnen

Die Höhepunkte in diesem Konzert: Ein Violinduett der Musikschüler Zvetelina und Aziz und danach eine absolute Premiere, wie Musikschulleiterin Radka Kusseva erklärte: Zwei Musiklehrerinnen begleiten bei einem anspruchsvollen Musikstück die Solistin, die Musikschülerin Zvetelina, die schon bei der Prüfung durch ihre vorzügliche Leistung aufgefallen war.
Ihren Abschluss fanden die ereignsreichen Tage mit einem Picknick in Sliven in den Blauen Berge, wo die Schüler auch ihre Abschlusszeugnisse erhielten.
Georgi Kalaidshiev ist mit seinen Freunden inzwischen längst wieder in Gießen, wo er bereits mit einem Benefizkonzert mit seinem multikulturellen Orchester für die  weitere Finanzierung für das Projekt „Musik statt Straße“ sorgt.

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