Sonntag, 8. September 2013

Titel im vorigen Post falsch, richtig: Wenn vier eine Reise tun...

Nun also der zweite Teil unserer Bulgarientour. Ist auch schon wieder einige Wochen her, aber inzwischen viel anderes erlebt und erledigt und keine Lust zum Schreiben :)))
Das antike Stadion in Plovdiv
Jetzt also weiter auf der Reise mit Ramona und Markus.
Für die Weiterfahrt durch die Rhodopen Richtung Plovdiv wählten wir diesmal eine richtige Straße und konnten so auch ganz entspannt die Landschaft um uns genießen. Und machten unterwegs Halt um traditionelle bulgarische Küche zu genießen (was nicht immer zu Markus Freude ausfiel, weil Fleischgerichte in Bulgarien nicht immer zu den kulinarischen Höhepunkten gehören. Zumindest soweit es kurzgebratenes Fleisch betrifft). Und dann haben wir noch an einigen Verkaufsständen am Wegesrand halt gemacht um nach gutem bulgarischen Honig Ausschau zu halten. Die Entscheidung war nicht einfach, denn der Honig in den Bergen ist überall gut.
Das nächste Ziel unserer Reise war bald erreicht, das Batschkovokloster. Es ist das zweitgrößte Kloster Bulgariens und, wie auch das Rilakloster, ein nationales Heiligtum. Gegründet wurde es bereits 1083 als griechisch-orthodoxes Kloster, bulgarisch wurde es im 14. Jahrhundert. Das Kloster ist vielleicht nicht so spektakulär gestaltet wie das Rilakloster, besitzt aber sehr schöne alte Wandmalereien und  eine Kirche aus dem 12./13. Jahrhundert, die alle Klosterbrände überstanden hat.
Weiter ging es dann Richtung Plovdiv.
Abendstimmung in Plovdiv
Plovdiv, nach Sofia zweitgrößte Stadt Bulgariens und für uns die schönste Stadt des Landes. Wer nach Plovdiv kommt, der sollte sich Zeit lassen. Für die Altstadt mit ihren sehr schön erhaltenen und restaurierten Häuser aus der Wiedergeburtszeit.
Aber auch für die noch älteren Bauwerke aus der Antike: das römische Amphitheater des alten Philippopolis oder das antike Stadion, das einige Meter unter einem Fußgängerboulevard teilweise freigelegt und sehr schön gestaltet zur Besichtigung einlädt.
Zu den Höhepunkten des Abends wurde aber zweifellos der schöne Sonnenuntergang, den wir von einem der sechs Hügel genießen konnten, auf denen Plovdiv erbaut ist.
Die Russische Kirche am Shipkapass
Am nächsten Tag noch ein kleiner Einkaufsbummel, dann ging es weiter Richtung Norden über Hissar nach Starosel. Da waren wir schon mal, deshalb hier keine weiteren Ausführungen, sondern diesen Link.
Etwas kurz müssen wir uns schon fassen, denn auf unserer einwöchigen Reise gab es noch weitere Ziele, die wir lange oder noch gar nicht besucht hatten.
Das nächste Ziel, sozusagen auf der Durchreise, war der Shipkapass im Gebirge Stara Planina. . Der Pass selbst ist nicht so spektakulär, aber dessen Geschichte. Hier, mitten in den Bergen, verhinderten im Russisch-türkischen Krieg von 1877/78 russisch-bulgarische Truppen das weitere Vordringen der türkischen Truppen, was den Ausgang des Krieges entscheidend beeinflusste.
Und damit auch einen entscheidenden Beitrag zur Befreiung Bulgariens von der Türkenherrschaft leistete. Als Dank und zur Erinnerung an die siegreichen Kämpfe   und die vielen hier gefallenen russischen Soldaten entstanden in Shipka und auf dem Pass  eine Russische Kirche und ein Denkmal. Beide vielbesucht von Bulgaren, die hier an ihre Geschichte erinnern, aber auch zahlreiche russissche und ausländische Besucher kommen hierher.
Letzte Stationen unserer Reise dann Etara, ein Museumsdorf. Hier wurde an einem Flüsschen ein lebendiges architektonisches und ethnografisches Freilichtmuseum geschaffen, in dem traditionelles Bulgarisches Handwerk bewahrt wird. Die originalgetreu errichteten Werkstätten zeichnet alle eins aus: Sie werden  mit Wasserkraft betrieben.
Der Uhrturm von Trjavna

Schöner Abschluss einer interessanten Reise war dann das kleine Städtchen Trjavna mit seiner romantischen, sehr sehenswerten denkmalgeschützten Altstadt.

Montag, 12. August 2013

Wenn einer eine Reise tut ...

Zwei Freunde abgereist, zwei andere werden erwartet - also schnell mal über die jüngsten Erlebnisse berichten. Eine Woche lang waren wir mit Ramona und Markus in Bulgarien unterwegs und konnten mal wieder feststellen, dass dieses Land so viel mehr als nur Schwarzmeerküste zu bieten hat. Hier ein paar Impressionen.
Metrostation Serdica
Begonnen haben wir unsere Tour in Sofia.

Reste einer alten Basilika

Die bulgarische Hauptstadt hat sich darum beworben, Europäische Kulturhauptstadt 2019 zu werden. Bis dahin bleibt noch viel zu tun, aber Anfänge sind gemacht. Zu den jüngsten Errungenschaften gehört die im vergangenen Jahr eröffnete zweite Metrolinie mit ihren sehr schön gestalteten Stationen. Serdica heißt die eine, das ist der Name, den Sofia zu altrömischer Zeit hbesaß. Die Station heißt nicht nur so, sie zeigt auch Teile der alten Stadt, die beim Metrobau ausgegraben wurden. Die Restaurierung der Funde ist noch nicht fertiggestellt, aber bereits jetzt sehr sehenswert. Also unbedingt Metro fahren in Sofia.

Dann kam das Rilakloster, eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Bulgariens.  Der Klosterkomplex ist der größte auf dem gesamten Balkan. Er wurde bereits im 10. Jahrhundert gegründet und spielte eine große Rolle als ein Zentrum bulgarischen Geistes während der türkischen Besetzung des Landes.

Auf Grund seiner Geschichte, seiner Bedeutung, die es auch heute noch als geistliches Zentrum hat und auf Grund seiner farbenprächtigen Ausschmückung ist das Kloster ebenso Ziel für geschichtsinteressierte Besucher, für Gläubige und für zahllose Touristen.
Mitten in den Bergen das Rilakloster


Dann machten wir uns auf den Weg in ein kleines Dorf am Rande der Rhodopen - Kovacevica. Das hatte unser Freund Boby empfohlen als unbedingt sehenswertes Bergdorf. Der Weg dorthin gestaltete sich dank unseres Navis allerdings mehr als schwierig. Das schickte uns nämlich weg von der Hauptstraße auf eine gut ausgebaute Abkürzung. Dachten wir. Der Ausbau reichte aber nur wenige Kilometer weit bis zum nächsten Dorf.
Decken und Wände sind fabenprächtig bemalt

Dann kam ein Schild, das eine Straßenbaustelle ankündigte und von da an war Schluss mit lustig: rund 16 Kilometer Waldweg mit tief ausgefahrenen uns noch tiefer ausgespülten Wegen erwarteten uns, während wir hinter jeder Wegbiegung die Baustelle erwarteten und deshalb nicht umkehrten. Die kam aber nicht, ist auch überhaupt nicht geplant. Hier ist wirklich nur Waldpiste, genutzt höchstwahrscheinlich nur von wenigen Forstfahrzeugen. Und von uns. Die 16 Kilometer fühlten sich an wie 100 und gebraucht hat´ben wir reichlich zwei Stunden.
Der Weg war so schlecht, dass die Fahrgäste zu Fuss gehen mussten
Umso größer unsere Freude, als wir am Abend mit einem immer noch fahrtüchtigen Auto endlich das Dorf erreichten.
Und das hat uns dann mit seiner Ursprünglichkeit, seinen schönen Häusern, seiner Lage mitten in den Bergen, seiner Stille und seinen gastfreundlichen Bewohnern für die Strapezen der Anfahrt entschädigt. Wir entschlossen uns wegen all der aufgezählten Vorzüge nicht nur eine, sondern zwei Nächte zu bleiben und am nächsten Tag die Umgebung zu erkunden. Für die Weiterreise haben wir dann übrigens die "richtige" Straße gewählt und entschieden, mehr der Karte als dem Navi zu vertrauen.

Nur der Chauffeur durfte fahren

Über die weitere Reise berichten wir dann in einem neuen Post in den nächsten Tagen. Wir wollen ja unsere Leser nicht mit ellenlangen Reisebeschreibungen langweilen. Also: Fortsetzung folgt. Und Danke an Markus für einige der hier gezeigten Fotos.

Liebevoll restaurierte Häuser in Kovacevica

Wohlverdient - ein Glas Wein und gutes Essen

Mittwoch, 24. Juli 2013

Ausflug nach Burgas

Sehenswert, das neue Einkaufszentrum
Oder besser - mal wieder Großeinkauf. Vorräte auffüllen. Alles Lebensnotwendige gibt es auch in unserem und den Nachbarorten. Aber unsereiner will ja auch mal wiedr Leberwurst, Fleischsalat, "richtigen" Schnittkäse oder Camembert, "richtiges" Brot. Und die großen internationalen Discounter machen es möglich. Es ist schon eigenartig, wie die Prägungen der Geschmacksnerven von klein auf doch fortwirken. Auch von anderen, die sich lange Zeit im Ausland aufhalten ist es immer wieder zu hören: was zuerst fehlt ist das dunkle Brot. Dann die Wurst und manchmal auch der Pflaumenkuchen.
Also ab nach Burgas.

Jede Menge Läden für wenig Kunden
Und dort gleich noch voller Überraschung festgestellt, dass wieder eine große Einkaufsmall eröffnet hat. Die dritte nunmehr. Schon während der Bauphase haben wir uns immer wieder gefragt, wo die Kaufkraft für ein drittes großes Einkaufs- paradies herkommen soll. Schon in en beiden ersten stehen zahlreiche Ladenlokal leer oder schon besetzte schließen wieder. Aber in der neuen Mall ist alles etwas anderes. Hier sind Läden eoingezogen für etwas gehobenere Ansprüche - italienische, amerikanische, englische Handelshäuser. Und Kunden dafür gibt es, haben doch zahlreiche  vermögende Russen, Ukrainer, Briten Grundstücke, Häuser, Appartments an der Küste gekauft. Und die wollen während ihres Aufenthaltes natürlich einkaufen.Und ganz sicher nicht in Läden fürs gewöhnliche Volk. Aber um nicht falsch verstanden zu werden - in der neuen Mall namens "Strand" haben sich chice, aber bei weitem nicht hochpreisige Läden angesiedelt. Sie sind eben nur etwas edler als in den anderen Einkaufspassagen. Neben Geschäften und Gastronomie gibt es ein großes Kino und Spielhallen, beides Einrichtungen, die zumindest während der Sommersaison sicher gut besucht sein werden.

Sonntag, 14. Juli 2013

Alle Urlauber sind schon da

Detlef (Meister) und Jo (Lehrling) am Grill
Während die Vögel nach mehr oder minder erfolgreicher Brut aus ihren Nestern ausgezogen sind, ziehen die Urlauber in die Hotels, Appartments, Zimmer ein. Betrieb auf den Straßen, in den Läden und in den Kneipen. Und natürlich an den Stränden und in den Badebuchten.


Für Detlef und Margit ist der Urlaub fast vorbei. Das Grillfest mit ihnen wird wieder allen Beteiligten unvergessen bleiben - leckere Thüringer Grillwürste.
Und es schmeckt - wie jedes Mal
Mit ihrer Abreise in dieser Woche sind für uns die urlaubsähnlichen Zustände auch erst mal vorbei. Dann zieht vorübergehend wieder "Ordnung" ein. Pferdeerziehung, lange Hundespaziergänge. Naja, letzteres steht noch nicht ganz fest. Bei mehr als 30 Grad im Schatten wollen die Hunde auch nicht so weit. Nicht mal morgens oder abends.
Blacky hat abends ohnehin was anderes vor - noch aus ihrem vorigen Leben geht sie abends gern aus. Ins Hotel, zum Abendessen. Bei (fast allen) Gästen und Personal ist sie überaus beliebt und fasst wahrscheinlich immer mal einen leckeren Brocken ab.
Urlaub vorbei, jetzt wird weiter gebaut
Jo wird jetzt erst mal seinen Grill-, Back-, Räucherplatz fertig bauen. Dann kommen schon bald die nächsten Freunde zu Besuch und mit ihnen ein Ausflug zu den schönsten Plätzen Bulgariens, zumindest zu einigen von ihnen..
Bis dahin aber - Tiere hätscheln, Garten pflegen, Tomaten ernten, auch mal Schwimmen gehen.

Sonntag, 2. Juni 2013

Zurück in Bulgarien

Und das bringt vor allem Arbeit. Die Blumen- rabatten im Garten haben dank fleißigen Gießens durch Denka Dschungel ähnliche Ausmaße, die Rasenflächen daneben vertrocknet.
Da war die Freude, ich wage es kaum zu schreiben, über den heutigen Regen groß. Aber in unserem Dorf hat es, anders als in Deutschland, in den vergangenen Wochen gerade mal 3 bis 5 Tropfen geregnet. Also durchaus Freude und der Wunsch an alle Betroffenen in Deutschland, dass der Regen dort endlich aufhören möge und die Keller trocken bleiben.
Hier hat es am Freitag Mittag bereits so ausgesehen, als wollte ein mächtiges Gewitter über uns hereinbrechen. Das hat uns vom Mittagstisch weg raus aufs Feld getrieben, wo gerade Heu zu Ballen gepresst wurde. Auch Heu für uns, und das wollten wir vor dem Gewitter unter ein trockenes Dach bringen. Die letzten zwei Ballen waren ins Auto geladen als die ersten Regentropfen fielen. Es sollten allerdings so ziemlich die einzigen bleiben, das Gewitter brachte anderswo starken Regen und Hagelschlag.
Ob es hierzulande auch in der Politik stürmisch weitergeht bleibt abzuwarten. Die Wahl brachte zwar einen Sieg von GERB, den sich viele halbwegs klar denkende Menschen in der Hoffnung auf Kontinuität auch gewünscht hatten. Doch der Vorsprung war zu knapp, ein Koalitionspartner fand sich nicht. Also bildet nun die zweitstärkste Kraft, die sozialistische Partei gemeinsam mit der Türkenpartei die Regierung. Die vierte im Parlament vertretene Partei ist Ataka, eine durchaus als faschistisch zu bezeichnende Partei. Die Befürchtung, dass die sozialistische Partei mit diese Partei koalieren könnte, wurde zum Glück nicht real. Aber nicht etwa, weil eine sich sozialistisch nennende Partei scheuen würde vor einem Zusammengehen mit einer offen rechtsradikalen Vereinigung. Nein, Ataka soll es abgelehnt haben, sich an einer Regierung zu beteiligen. Also kein Nationalsozialismus in Bulgarien. Allerdings auch eine nur bedingt regierungsfähige Koalition. Denn die Anzahl der Stimmen steht so ziemlich auf Patt. Nur das Wohlwollen von Ataka ermöglicht Beschlüsse und Gesetze. Stimmen, die der Regierung dann sicher nicht nur lieb, sondern auch teuer sein werden. Unter diesen Umständen glaubt kaum einer an eine lange Regierungszeit. Schlechte Nachrichten gibt es sofort. Die Regierungskoalition, die schon vor GERB an der Macht war, hat angekündigt, das umstrittene, in einer Erdbebenzone gelegene Atomkraftwerk Belene, dessen Bau GERB gestoppt hatte, nun doch weiterbauen zu wollen. Aber selbstverständlich würden Sinn und Nutzen des Baus erst noch mal gründlich geprüft. Aber warten wir mal die ersten Abstimmungen im Parlament ab.
Bis dahin genießen wir die nach einem Regentag wieder bevorstehenden wettermäßig sonnigen und warmen Tage. Und beobachten den großen Storchenschwarm, der in den vergangenen beiden Tagen unser Dorf überflog. Fast 200 Störche, die sich tagsüber auf den gemähten Wiesen niederließen, um die ihrer Verstecke beraubten riesigen Heuschrecken zu jagen.