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Freitag, 12. August 2011

Endlich Regen

Carola und Sigi haben ihn gestern wohl aus Deutschland mitgebracht. Jede Menge starken Wind auch gleich. Also für die Besucher erst mal kein Strandwetter.
Kleiner Wasserfall


Statt dessen Bummel durch das benachbarte Achtopol mit Besichtigung eines privaten Ankermuseums. Dort sind jede Menge alte Anker und sonstige altertümliche Fundstücke, die Achtopoler Fischer im Laufe vieler Jahre aus dem Meer geborgen haben, ausgestellt. Ergänzt wird das ganze durch Jahrhunderte alte Karten der Schwarzmeerregion, historische Fotos der Stadt und ihrer Bewohner und viele Geschichtsinformationen. Mit viel Liebe, sachkundiger Beratung und Kenntnis der mehr als 2000 Jahre alten Geschichte der Stadt gestaltet. Sehr sehenswert das ganze.
Heute scheint zwar wieder die Sonne, aber der Wind ist geblieben. Da liegt es sich nicht gut am Strand. Also Strandwanderung entlang der Steilküste geplant.
Aber unsere vielen Gartenpflanzen freuen sich über das viele Wasser, das da vom Himmel kam. Die Pferde auch, werden doch nun die trockenen braunen Grasflächen allmählich wieder grün und es gibt genug zu fressen.
Glaubt man den Internet-Wettervorhersagen, dann soll es aber in den nächsten Tagen wieder sehr sonnig und sehr warm werden. Da hoffen wir mal, das Wetter hat Zugang zum Internet.

Dienstag, 10. August 2010

Manchmal geschehen noch Wunder



Der neue Mitbewohner
Zuerst aber mal das: Wir haben ein neues Haustier.  An unserem Miniteich hatte sich ein Frosch eingefunden. Heute Vormittag quakte er mal kurz, danach waren es schon zwei. Ob er den gerufen hatte damit er nicht so allein ist oder weil er meint, das viele Froschfutter in Form von Fliegen, Wespen, Bienen, Mücken und deren Larven nicht allein zu schaffen - wir wissen es nicht. Allerdings ist mit der wundersamen Vermehrung  die Chance gewachsen, dass einer überlebt wenn der andere einer unserer Katzen zum Opfer fällt. So ist das Leben - fressen und gefressen werden.

Ansonsten ist die Erntezeit in vollem Gange. Gurken (noch) und vor allem Tomaten gibt es in großer Menge. Und in mehreren Formen und Farben. Der Test mit den alten Sorten, deren Samen ich mir aus Österreich von Herrn Pummer schicken ließ, hat sich wirklich gelohnt. Bei mir reift es in diesem Jahr deshalb sehr international:
Zigan oder Gipsy (dunkelbraun), Striped Roman (länglich wie Papika und Orange-rot gestreift), Orange Russian, Omars Lebanese (groß und rot), Noir Petule (auch dunkelbraun), Orange Ochsenherz und dazu groß und rosarot in großer Anzahl die wohlschmeckenden Varvaratomaten. Wohlschmeckend sind die anderen übrigens auch, aber in der Menge lässt die eine oder andere Sorte doch zu wünschen übrig. Ach ja, die roten und birnenförmigen gelben Cherrytomaten habe ich vergessen. Letztere in unglaublicher Menge.
Nur leckere Sorteen
Doch jetzt zum eigentlichen Wunder: Im letzten Blog noch beklagt: die Schlaglöcher, in denen halbe Autos verschwinden können. Der öffentliche Protest hat geholfen, vor zwei Wochen begannen die Reparaturarbeiten an der Straße zwischen Achtopol und Zarewo, an der auch Varvara liegt. Reparatur, das sieht so aus: Löcher ausschneiden, die Ränder mit Teer bestreichen, später mit geteertem Splitt (oder so was ähnlichem) auffüllen. Fast alle Löcher sind jetzt erst mal gut gefüllt. Jetzt laufen schon Wetten, ob die Reparatur wenigstens bis zum Ende der Urlaubssaison hält. Die Chancen stehen gut, hier ist die Saison Anfang September zu Ende. Dann sehen wir weiter.

Donnerstag, 25. Februar 2010

Die Griechische Schule in Achtopol

Griechische Schule in Ahtopol

Manchmal hat man hier ja auch angenehme Erlebnisse. Eigentlich sind wir ja mittlerweile immer auf das Schlimmste gefasst, was die plan- und oft auch sinnlose Bauwut in Bulgarien angeht. Riesige Hotels, riesige Appartmentanlagen, eins hässlicher als das andere, aber natürlich an den schönsten Plätzen der Schwarzmeerküste. Da sticht die Immobilienhaie ein solch schönes Plätzchen wie das an der Griechischen Schule an der Spitze einer ins Meer hineinragenden Landzunge in Achtopol besonders ins Auge. Ja, es stimmt, das Gebäude, das vermutlich um 1900 gebaut wurde, ist eine Griechische Schule. Das ist begründet in der Geschichte der Stadt Achtopol. Sie war eine von vielen alten griechischen Ansiedlungen rund ums Schwarze Meer. Es wird vermutet, dass die Siedlung mit Namen Agathopolis etwa 600 vor Christi entstanden ist. Die Lage war ideal - mit einem wunderbaren natürlichen Hafenbecken, ideal zum Anlanden von Handelsschiffen. Seit dieser Zeit gab es hier griechische Bewohner. Von dieser alten Ansiedlung freilich ist heute nichts mehr zu finden - außer den Resten der alten Stadtmauer, die vermutlich bei einem Erdbeben eingestürzt ist. Teile davon finden sich in einigen Straßenzügen in der Nähe des Hafens, und sogar in manchen Gärten kann man ein Stück Stadtmauer finden. Erst vor wenigen Jahren stieß ein Bauherr beim Ausheben der Baugrube auf ein weiteres Stück Mauer. Er bekam ein anderes Stück Bauland, die Mauer wurde notdürftig gesichert. Für die weitere Freilegung fehlt das Geld.
Doch zurück zu den Griechen. Die Stadt wurde später von den Römern erobert, und dann war sie wie ganz Bulgarien 500 Jahre von den Türken beherrscht. Eine griechische Bevölkerung lebte in der Stadt bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Vor allem griechische Schiffsbauer sollen von den Türken hier angesiedelt worden sein. Um 1900 war in Achtopol ein Völkergemisch heimisch: Griechen, Bulgaren, Türken, Roma lebten in der Region. Ein Haupterwerbszweig der Griechen zu dieser Zeit war unter anderem der Export von Holzkohle nach Istanbul, die im benachbarten Strandsha-Gebirge mit seinen dichten Eichen- und Buchenwäldern hergestellt wurde. Die Stadt muss immer wieder ziemlich vermögend gewesen sein, der natürliche Hafen bot gute Bedingungen für Händler.
Die Griechische Schule heute - Museum und Künstlertreff
Mit dem Niedergang des Türkischen Reiches gibt es immer wieder Veränderungen in der gesamten Region - hier stoßen heute Bulgarien, die Türkei und nur wenig entfernt auch Griechenland aneinander. Es gab um 1912 mehrere Kriege auf dem Balkan gegen das Osmanische Reich. Im Ergebnis der Kriege kam es zur Neuaufteilung der Territorien und zu massiven "Gebietsbereinigungen". So musste die bulgarische Bevölkerung die zur Türkei gehörenden Gebiete räumen, dafür verließen viele Türken bulgarisches Territorium. Und auch die Griechen, die noch in Achtopol lebten, mussten die Stadt verlassen. Von ihnen ist im Stadtbild kaum etwas geblieben, ein Großbrand im Jahre 1918 hat nahezu alle der überwiegend aus Holz gebauten Häuser der Stadt vernichtet. Nur eines der alten Holzhäuser direkt an der Steilküste ist aus jener Zeit erhalten geblieben, aber jetzt verfällt es allmählich, da seine Besitzer das Geld nicht haben es zu erhalten.
Und dann ist da natürlich die aus Stein gebaute griechische Schule, die den Brand ebenfalls überstanden hat. Kurz nach ihrer Fertigstellung mussten die Griechen die Stadt verlassen. Das Gebäude blieb Schule, wurde mehrfach restauriert und teilweise umgebaut. Bis vor einigen Jahren diente die einstige Schule als Freizeiteinrichtung für Kinder, in den Ferien gab es hier viele Angebote. Doch dann stand das Haus leer, zog viele begehrliche Blicke auf sich. Bis wir dann vor zwei Jahren hörten, das Gebäude ist in Besitz der Kunstakademie Sofia übergegangen. Einem alten Lehrer aus Achtopol, der sich sehr intensiv um die Erforschung der Geschichte der Stadt bemüht ist es zu danken, dass jetzt auch das kleine Museum der Stadt hier mit einer kleinen, aber feinen und vor allem gut gestalteten Ausstellung hier untergekommen ist. Teile des Gebäudes sind saniert, das Freigelände ist mit zahlreichen Holzplastiken der Kunststudenten geschmückt, die hier ihre Ferien verbrachten. Damit dürfte die Gefahr, dass auch auf dieser Landzunge ein großkotziger Hotelkomplex entsteht, gebannt sein.