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Montag, 6. Januar 2014

Jordanstag - Baden bei schönstem Wetter

Der 6. Januar - dieser Tag ist in Bulgarien ein kirchlicher Feiertag, auch Jordanstag oder Erscheinungstag genannt.
Es ist der Tag, an dem Jesus im Jordan getauft worden sein soll. Und dieser Tag der Taufe wird auch heute noch in Bulgarien mit Gottesdiensten und rituellen Bräuchen am Wasser begangen. Ein solches Fest soll es übrigens auch schon im hellenistischen Ägypten gegeben haben, da wurde in der Nacht vom 5. zum 6. Januar die Geburt des Sonnengottes Aion aus der Jungfrau Kore gefeiert. Und am  6. Januar folgte das Schöpfen des heilbringenden Wassers aus dem Nil.
Der Pope segnet das Kreuz
Wir machten uns heute wie auch schon in den vergangenen Jahren auf den Weg zum Hafen von Zarevo, um den hiesigen Brauch mitzuerleben. Der Brauch geht so: Es gibt an einem Gewässer, hier natürlich am Meer, einen Gottesdienst, bei dem auch das Wasser geweiht wird. Danach wirft der Pope ein Kreuz ins Meer, das junge Männer mit einem wagemutigen Sprung ins kalte Wasser herausholen. Wer das Kreuz zuerst erreicht, dem soll das kommende Jahr ein glückliches werden. Der Pope machte es kurz: Er kam, versammelte die jungen Männer um sich und warf das Kreuz. Der Gottesdienst hatte wahrscheinlich zuvor in der Kirche stattgefunden. Leider waren es in diesem Jahr auch nur sechs Männer, die ins Hafenbecken sprangen, um ihr Glück mit dem Kreuz zu versuchen. In den vergangenen Jahren waren es deutlich mehr. Dabei war das Wetter heute mit strahlendem Sonnenschein und 15 Grad plus ja fast schon Badewetter.
Ein Anruf machte uns darauf aufmerksam, dass es in Vassiliko, dem ältesten Ortsteil von Zarevo, ebenfalls eine Zeremonie geben würde. Dort steht auf einer Halbinsel, weithin sichtbar, ein großer, aber schlichter Kirchenbau.
Das Kreuz als erster erreicht
Ein eher an eine Scheune denn eine Kirche erinnernder Bau, als Kirche nur erkenntlich durch ein Kreuz auf dem Dach. Allerdings ist die Kirche sehr schön saniert worden. Auf dem umgebenden Gelände gab es in den vergangenen Jahren archäologische Grabungen. Hier hat wahrscheinlich schon in sehr alten Zeiten ein Kloster gestanden, einige der Mauern und auch Teile eines alten Friedhofes wurden freigelegt. Und an einem kleinen Strand zu Füßen dieser Kirche, hatten sich Einwohner von Vassiliko versammelt, um gemeinsam mit ihrem Popen den Jordanstag zu feiern. Und der Pope hier zelebrierte die für diesen Tag vorgesehene Andacht. Er las am Ufer des Meeres eine Messe, segnete die Anwesenden und das Wasser und war schließlich ein großes Kreuz ins Wasser. Vier junge Männer waren es hier, die dem Kreuz nachsprangen. Und sie alle erhielten, wieder an Land, den besonderen Segen des Popen. Vorgesorgt hatten sie hier übrigens auch: sie hatten ein kleines Feuerchen gemacht, an dem sie sich vor ihrem Sprung ins kühle Nass aufwärmen konnten. Und hinterher vielleicht auch wieder, aber da waren wir schon den Berg hinaufgestiegen um die Kirche anzusehen.
Dass es in diesem Jahr weniger Badelustige und auch weniger Zuschauer als in den Jahren zuvor gab könnte man mit einer etwas bösartigen Überlegung begründen: Die Bulgaren sind, wie in vielen Ländern befürchtet, auf dem Weg in die reichen Länder der EU. In unserem Dorf sind allerdings alle noch da. Sie sind entweder Rentner oder wollen auch künftig versuchen, Arbeit in ihrer Heimat zu finden.


Dienstag, 10. August 2010

Manchmal geschehen noch Wunder



Der neue Mitbewohner
Zuerst aber mal das: Wir haben ein neues Haustier.  An unserem Miniteich hatte sich ein Frosch eingefunden. Heute Vormittag quakte er mal kurz, danach waren es schon zwei. Ob er den gerufen hatte damit er nicht so allein ist oder weil er meint, das viele Froschfutter in Form von Fliegen, Wespen, Bienen, Mücken und deren Larven nicht allein zu schaffen - wir wissen es nicht. Allerdings ist mit der wundersamen Vermehrung  die Chance gewachsen, dass einer überlebt wenn der andere einer unserer Katzen zum Opfer fällt. So ist das Leben - fressen und gefressen werden.

Ansonsten ist die Erntezeit in vollem Gange. Gurken (noch) und vor allem Tomaten gibt es in großer Menge. Und in mehreren Formen und Farben. Der Test mit den alten Sorten, deren Samen ich mir aus Österreich von Herrn Pummer schicken ließ, hat sich wirklich gelohnt. Bei mir reift es in diesem Jahr deshalb sehr international:
Zigan oder Gipsy (dunkelbraun), Striped Roman (länglich wie Papika und Orange-rot gestreift), Orange Russian, Omars Lebanese (groß und rot), Noir Petule (auch dunkelbraun), Orange Ochsenherz und dazu groß und rosarot in großer Anzahl die wohlschmeckenden Varvaratomaten. Wohlschmeckend sind die anderen übrigens auch, aber in der Menge lässt die eine oder andere Sorte doch zu wünschen übrig. Ach ja, die roten und birnenförmigen gelben Cherrytomaten habe ich vergessen. Letztere in unglaublicher Menge.
Nur leckere Sorteen
Doch jetzt zum eigentlichen Wunder: Im letzten Blog noch beklagt: die Schlaglöcher, in denen halbe Autos verschwinden können. Der öffentliche Protest hat geholfen, vor zwei Wochen begannen die Reparaturarbeiten an der Straße zwischen Achtopol und Zarewo, an der auch Varvara liegt. Reparatur, das sieht so aus: Löcher ausschneiden, die Ränder mit Teer bestreichen, später mit geteertem Splitt (oder so was ähnlichem) auffüllen. Fast alle Löcher sind jetzt erst mal gut gefüllt. Jetzt laufen schon Wetten, ob die Reparatur wenigstens bis zum Ende der Urlaubssaison hält. Die Chancen stehen gut, hier ist die Saison Anfang September zu Ende. Dann sehen wir weiter.