Posts mit dem Label Strandja-Gebirge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Strandja-Gebirge werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Samstag, 7. November 2009

Das war heute das reinste Strandwetter

Wandern im Strandsha-Gebirge

Hier nun endlich mal wieder eine Wortmeldung aus Bulgarien. Lange genug hat es ja gedauert. Aber es war mal wieder eine ereignisreiche Zeit. Erst "Heimaturlaub" in Deutschland, dann liebe Freunde aus Gera hier zu Besuch. Mit ihnen wandern im Strandja und Kurzvisite in Geras Partnerstadt Sliven - dazu demnächst hier mehr.

Nach Annis und Bernds Abreise erst mal ein wenig ausruhen. Dann wieder Freunde aus Sofia hier. Und zwischendurch für Jo Heizung bauen im Haus, für mich Garten umgestalten. Letzteres aber erst ab dieser Woche so richtig, denn vorher hatten wir hier jede Menge Regen. Und kalt war es auch. Aber seit einigen Tagen haben wir wieder viel Sonnenschein und Temperaturen bis 20 Grad. In der Sonne noch höher, aber da war es heute Mittag kaum zum Aushalten. Also fast Strandwetter. Die Schwalben haben davon nichts mehr. Die sind seit Ende September nach und nach davongeflogen. In der vergangenen Woche sind auch die vielen Stare verschwunden. Der Wein ist geerntet und damit ihre herbstliche Hauptnahrungsquelle versiegt. Da muss man machen dass man woanders was findet. wir haben uns bei schönstem Wetter mal wieder auf eine kurze Wanderung begeben.


Die Einheimischen können das nicht. Viele von ihnen sind ohne Arbeit. Die Krise hat auch hier in Bulgarien voll zugeschlagen. Vor allem die Roma trifft es stark. Die meisten von ihnen sind ohne Beruf, haben in den vergangenen Jahren vor allem auf den vielen Baustellen entlang der Küste oder in den großen Städte gearbeitet. Aber viele Baustellen können wegen fehlender Kredite nicht weitergeführt werden. Neue gibt es aus dem gleichen Grund auch nicht. Oder höchstens vereinzelt. Auch hier im Ort ist einiges ins Stocken geraten. Da sich die Ferienwohnungen der angefangenen Häuser nicht verkaufen lassen, ist kein Geld zum Weiterbau da. Dass die Bauwut entlang der Küste erst mal gestoppt wurde ist gut. Viele der Bauwerke, bei deren Planung das Wort Architektur offenbar ein Unwort war, sind einfalls- und geschmacklose Betonklötze. Die Küste wurde zubetoniert wie das auch in vielen anderen Ländern schon passiert ist. Jetzt setzt, so hoffen wir, auch mal Nachdenken ein. Aber die Leute sind ohne Arbeit. Und das ist die unschöne Kehrseite der Krise. Da die meisten ohnehin schwarz gearbeitet haben bekommen sie natürlich auch kein Arbeitslosengeld. Ein harter Winter steht den meisten Menschen in Bulgarien bevor.

Donnerstag, 30. Juli 2009

Eine große Nachtmusik

Seit langem Freunde Gero und Ilija
Oder besser gesagt, gleich mehrere große Nachtmusiken haben wir uns im Juli in den Garten geholt. Als erstes besuchten uns der Gadulka-Spieler Gero und der singende Ilija. Mit dem traditionellen Instrument und Ilijas unvergleichlicher Stimme machten sie uns mit Strandja-Liedern bekannt. Erst konzertant, dann wurde, wie könnte es in Bulgarien anders sein, zur Musik getanzt.
Die zweite große Nachtmusik spielte ein ganzes Kammerorchester. Leider nur per Beamer auf der Leinwand, denn mit dem Besuch des gesamten Orchesters hatte es leider nicht geklappt. Die Idee zum Konzert hatte Georgi Kalaidjiev. Der bulgarische Geiger lebt seit vielen Jahren in Gießen und musiziert am dortigen Stadttheater. Daneben hat er vor zehn Jahren das Kammerorchester Studio Konzertante gegründet. Das Jubiläum wurde in Gießen mit einem Konzert gefeiert, dessen Erlös Kinderprojekten in Kalaidshiews Heimatstadt Sliven zugute kommen soll.

Georgi mit Freunden in Varvara
Eigentlich wollten die Kammermusiker ja alle gemeinsam nach Bulgarien kommen, aber das hat leider nicht geklappt. Aber vier weitere Musiker aus Deutschland, drei von ihnen Laien, sind mitgekommen. Und gemeinsam hören und sehen wir nun auf der Leinwand das Jubiläumskonzert. Begleitet wird das Konzert von unseren Musikern aus der Kleinen Nachtmusik - den Fröschen, Unken, Grillen, Käuzchen, Katzen. Und manchmal bellt ein Hund und meldet sich ein Esel - begeistert vom Konzert, versteht sich. Ein eindrucksvolles Erlebnis für uns alle war es auf jeden Fall. Und nun wird geplant, damit es vielleicht im kommenden Jahr mit einem Live-Konzert deutscher Musiker im kleinen bulgarischen Varvara klappt. Hier hatten sich schon vielen drauf gefreut.

Ein weiteres Konzert gab es für die deutschen Gäste wenige Tage später. In der zauberhaften Kulisse am Paraklis von Varvara spielten ihnen einheimische Roma auf der Klarinette, der Gajda, trommelnd und singend traditionelle Roma- und Strandja-Musik, ein bisschen wurde es auch zur Jazz-Session. Und der schottische Musiker Peter Sanders aus Gießen probierte sich auf der Gajda, dem Dudelsack.

Dazu gab es bulgarisches Essen und bulgarischen Rakia - ein Fest für alle Sinne also.