Sonntag, 27. November 2016

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt

Bei uns brennen gleich ein paar mehr, sonst dreht sich die Pyramide nicht richtig.
Und ja, es ist schon wieder ein Jahr vorbei - zumindest beinahe. Vorweihnachtlich sieht es allerdings nur im Haus aus - im Garten blühen die Rosen noch einmal ziemlich üppig. Aber nicht mehr lange - für die Wochenmitte ist leichter Schneefall angesagt, aber nur für einen Tag, dann sollen die Temperaturen wieder steigen. Hoffentlich tun sie es auch, hier ist schließlich kein Wintersportgebiet. Wer braucht da schon Eis und Schnee. Dass wir in der kalten Jahreszeit leben können wir derzeit an den Wochenenden auch ziemlich gut hören. In den Wäldern rundum herrscht die wilde Jagd. Lautes Geballer schreckt die Tiere auf, es ist Jagdzeit. Wir hoffen sehr, dass das kleine Reh, das wir neulich auf einer Wiese gleich neben der Pferdekoppel gesehen haben, sich gut verstecken kann. Und dass auch der Hase, den ich vor wenigen Tagen beim Weg zur Koppel aufschreckte, schneller ist als die Schützen. Wenn schon Weihnachtszeit, dann bitte friedlich

Mittwoch, 9. November 2016

Zu Gast bei Heinrich Schliemann - Griechenland zum 2.


Schatzhaus des Atreus
Am Ende des 1. Teils des Griechenlandberichts war der Camper repariert, die Reise konnte weitergehen. Bis hin an das eigentliche Ziel, in das sagenumwobene Mykene. Traumreiseziel von Jo, hier hat schliesslich Heinrich Schliemann gegraben und die erste große Grabanlage mit zahlreichen gut ausgestatteten Gräbern freigelegt. Neben vielen anderen wertvollen Grabbeigaben fand Schliemann hier die die größte goldene Maske - die Maske des Agamemnon.

Unsere Reise führte uns jedoch erst mal in den Ort Mykines. Gleich am Ortseingang fanden wir einen Campingplatz. Ein junges Pärchen, Rucksacktouristen, reiste gerade ab. Wir waren jetzt die einzigen Gäste. Es war Mittagszeit und wir wollten die Ausgrabungen von Mykene sehen. Die sollten sich unweit vom Ort befinden. Wir durchquerten erst mal den langgestreckten Ort, der vor allem aus Gaststätten, kleinen Hotels und Souvenirläden besteht. Dann kam eine Landstraße, kurvenreich und bergauf führend. Und Mittags so gegen ein Uhr bei strahlendem Sonnenschein  erschienen uns die 2 km, die es bis zum Burgberg sein sollten, auf die doppelte Länge ausgedehnt. In der Wärme dehnt sich halt alles ein wenig aus. Doch endlich erreichten wir ein erstes Ziel: Das Schatzhaus des Atreus. Auch eine Grabkammer mit einer beeindruckenden 13 Meter hohen Kuppel. Mit dem sagenhaften König Atreus freilich hat das Grab nicht zu tun. Es wurde lediglich nach ihm benannt. Schatzhaus übrigens wurde das Grab genannt, weil in ihm sehr reiche Schätze gefunden wurden.
Etwas erholt vom Aufenthalt im Schatzhaus setzen wir den Weg zum Burgberg von Mykene fort. Und nun ist es wirklich nicht mehr weit. Aber erst mal gibt es auf dem Parkplatz vor dem Eingang eine kleine Erfrischung. Und dann geht es endlich hinein ins große Grabungsgelände von Mykene.
Das Löwentor
Erst mal ins Museum des besseren Überblicks wegen. Und dann hinauf auf den Berg, durch das Haupttor, das berühmte Löwentor. Von hier führt der Weg in den befestigten Burgberg zur Oberstadt von Mykene, bis hinauf zum mykenischen Palast. Der Weg führt zunächst zum so genannten Grabzirkel A, den einst Heinrich Schliemann entdeckte und ausgrub. Oder besser ausgraben ließ. Zahlreiche Gräber lagen in diesem runden Areal, die zahlreiche Grabbeigaben enthielten: neben Terrakotten, Tongefässe, wertvolle Waffen, Schmuck und nicht zuletzt die berühmte goldene Maske des Agamemnon. Zumindest schrieb Schliemann  die Maske und weitere Funde dem sagenhaften König Agamemnon zu.

Der Burgberg von Mykene und die tiefer gelegenen Grabungsflächen zeigen eine Vielzahl von Überresten der einstigen Bebauung. Funde belegen, dass der Berg schon in Frühsteinzeit bewohnt war. Die  Blütezeit von Mykene lag allerdings im 14. und 13. Jahrhundert vor Christus. Ab dem 12. Jh. v. Chr. begann der Niedergang von Mykene, das jedoch noch bis ins 5. Jh. v. Chr. bewohnt blieb.
Aber dank Heinrich Schliemann und seinen spektakulären Funden wurde das mythische Mykene wieder interessant. Die Ausgrabungen halten bis heute an, immer wieder gibt es neue und interessante Funde. Und heute gehört Mykene gemeinsam mit dem nahegelenen Tyrins zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Schliemanns Ausgrabung

Wir machten uns jedoch am späten Nachmittag auf den Rückweg ins heutige Dorf Mykines. Der Weg erschien uns, bei weniger Hitze und auch noch bergab, nun deutlich kürzer. Hunger und Durst plagten uns. Aber an Restaurants ist im Ort kein Mangel. Die ersten gefielen uns nicht: Groß und ziemlich gesichtslos, auf viele Touristen eingestellt, die in ganzen Busladungen in den Ort einfallen. Doch dann fiel uns ein Schild ins Auge: La Belle Helene de Menelas Hotel, Haus von Heinrich Schliemanns war zu lesen. Na, das sehen wir uns doch mal an. Und tatsächlich, Terrasse und großer Gaststättenanbau liessen es zuerst nicht vermuten. Aber gleich hinter dem Gastraum findet sich eine alte Tür, eingelassen in dicke Mauern, die zum Hotel führt. Und dieses Hotel ist das alte, 1862 gebaute Wohnhaus, in dem Schliemann während seines Grabungsaufenthaltes wohnte. Die schöne Helena, das war die Ehefrau des Hauseigentümers, die Schliemann damals versorgten und ihm viele Wege geebnet haben sollen.

Blick vom Burgberg
Die heutigen Eigentümer: ein junges Ehepaar, Nachfahren der einstigen Eigentümer, die das Haus vor einigen Jahren übernahmen. Wir waren die einzigen Gäste, also ausreichend Zeit für den sehr gut englisch sprechenden Wirt, uns das Haus zu zeigen. Natürlich das Schlafzimmer, das einst Schliemann bewohnte. Genauso eingerichtet wie zu dessen Zeit. Auch die anderen Hotelzimmer tragen keine Nummern, sondern Namen. Den von Wilhelm Dörpfeld, der gemeinsam mit Schliemann hier und an anderen Orten grub. Oder von Alan Wace, einem britischen Archäologen, der nach Schliemann in Mykene arbeitete. Auch spätere Ausgräber sind genannt, die hier gewohnt haben sollen. Sogar Agatha Christie ist ein Zimmer gewidmet und dem Literaten Jean-Paul Sarte, die beide hier waren. Und im Erdgeschoss sind mehrere Räume ausgestattet mit Fotos, Zeichnungen, kleinen Gemälden, Briefen und sonstigen Schriftstücken von Wissenschaftlern, Archäologen, Künstlern, Schauspielern, Politikern, die im Laufe der Jahrzehnte die archäologischen Stätten von Mykene besuchten und natürlich auch dem Haus Heinrich Schliemanns einen Besuch abgestattet haben. Schön zu sehen und zu erleben, dass diese zahlreichen Dokumente bis heute bewahrt werden und das die Eigentümer mit dieser Geschichte leben. Mit der Gegenwart freilich leben sie weniger gut. Grundsteuer sowie Gewerbe- und Umsatzsteuer sind kaum zu erwirtschaften. Vor allem wenn man bedenkt, dass im Winterhalbjahr kaum Gäste kommen. Schade eigentlich, das Haus hat viel zu erzählen. Allein die vielen Briefe, Grüsse, Fotos der vielen sehr prominenten Besucher lohnen einen erneuten Besuch. Und geschmeckt hat es auch vorzüglich.
Wer mehr über Mykene und seine Geschichte wissen will, ich habe hier einen sehr ausführlichen und lesenswerten Bericht gefunden:
http://reise-zikaden.de/peloponnes-mykene-burg-agamemnon/

Montag, 17. Oktober 2016

Auch hier ist der Herbst angekommen

Herbstzeitlose

Der erste Herbststurm pfeift ums Haus, Zeit um Fotos zu sortieren. Und mit einem Foto ein kleines Wortspiel gefunden:
Die Herbstzeit geht los, e

Samstag, 8. Oktober 2016

Griechenlandreise mit Hindernissen

Unser Ausflug nach Griechenland war kurz, aber ereignisreich. Und ausgesprochen spannend. Spannend deshalb, weil wir nie wussten, ob wir unser abgestelltes Auto wieder würden starten können. Dabei hatten wir es ja frisch repariert gerade erst aus der Werkstatt geholt. Mit der Versicherung, dass der Fehler behoben sei. Behoben war er ja wohl auch, aber eben nicht beseitigt. Und da das mit dem Starten des Wohnmobils also ein Problem war, haben wir es nur selten gewagt das Fahrzeug abzustellen. Also weniger Stopps und weniger Besichtigungen als geplant. Aber was wir unbedingt sehen wollten haben wir geschafft.
Uferpromenade von Alexandroupolis

Der erste Aufenthalt war Alexandroupolis.
Da hatten wir schon gemerkt dass wir ein Problem hatten. Also grossen Parkplatz in der Stadt gesucht und gefunden. Gleich gegenüber ein hübscher kleiner Park mit schönem Café inmitten kleiner Teiche mit Wasserspielen. 100 Meter in die andere Richtung das Meer mit schöner Promenade und jeder Menge Tavernen. Also war Fischessen angesagt. Für Jo das erste Mal Oktopus - frisch gegrillt. Und siehe, es schmeckte wirklich. Zartes Fleisch und gar nicht gummiartig.
Am nächsten Morgen dann die Überraschung - das Auto ließ sich problemlos starten. Also auf zum Peloponnes. Die Euphorie hielt nicht lange vor. Die vielen Mautstellen verblüfften uns so ziemlich. Aller paar Kilometer anhalten und zahlen. Für rund 800 km haben wir an die 100 Euro bezahlt - Unser Wohnmobil zählt zu den zweitteuersten Fahrzeugen, nur die grossen LKW sind teurer.
Amphitheater von Epidaurus
Am Nachmittag erreichten wir die Thermopylen. Dort waren wir schon bei einer vorigen Griechenlandreise. Hier wollten wir einfach einen Tag bleiben und es uns im sehr warmen und sehr schwefelhaltigen Quellwasser gut gehen lassen. Mit einiger Überraschung stellten wir fest, dass die vor Jahren sehr vernachlässigten Gebäude des Thermalbades renoviert waren. Allerdings nicht für Kurgäste, hier ist eine Unterkunft für Flüchtlinge entstanden - Kinder und Jugendliche werden hier betreut, auch eine kleine Schule ist eingerichtet.




Am nächsten Morgen dann, nach einem wohltuenden Bad im anrüchigen, aber wohltuenden Wasser und einem ausgiebigen Frühstück die freudige Überraschung - das Auto ließ sich starten. Die schlechte Nachricht - der Akku des Fotoapparates hatte seinen Geist aufgegeben und das Handy ließ sich im Auto nicht laden. Also keine Fotos. Aber wer braucht die auch, noch funktioniert die Erinnerung. Der Weg führte uns weiter in Richtung Athen, dann nach Korinth, dort über die Brücke über den Isthmus, diese wirklich beeindruckend tiefe Schlucht. Dann fanden wir die richtige Strasse nach Epidaurus, dort wollten wir das beeindruckende Amphitheater besuchen. Da es erst früher Nachmittag war also doch gleich auf den Parkplatz am Amphitheater. Vielle Besucher, auch mehrere Reisegruppen. Vor allem französisch war zu hören, aber auch eine deutsche Gruppe dabei. Beeindruckend vor allem das riesige Theater, gebaut vor mehr als 2300 Jahren. Die steil aufragenden steinernen Sitzbänke bieten 14000 Zuschauern Platz. Eine Aufführung im Theater konnten wir nicht miterleben, aber die Reiseleiterinnen demonstrieren ihren Zuhörern, welch wunderbare Akustik hier herrscht: Auch in den obersten Reihen ist zu veerstehen, was ganz unten auf der Spielfläche gesprochen wird. Die benachbarte Ausgrabbungsfläche mit den Ueberresten von Tempeln, Wohnhäusern, Badeeinrichtungen, Stadion und Gymnasion zeigte an vielen Stellen, dass hier immer noch gegraben, ausgebessert, erneuert wird.

Schon wieder eine Mautstelle
Zurück am Auto wollten wir uns auf die Suche nach einem Campingplatz begeben. Wollten - denn jetzt streikte das Wohnmobil tatsächlich. Hilfe nahte von einem benachbarten Imbissstand. Ein Verkäufer fragte auf englisch, ob er helfen könne. Wie sich zu unserem Erstaunen herausstellte war er kein Grieche, sondern Bulgare. Er lebt seit vielen Jahren mit seinen Eltern in Griechenland. Und natürlich half er Deutschen die aus Bulgarien kamen. Gemeinsam mit einem Kollegen telefonierte er eine Weile herum und sagte uns dann dass am nächsten Morgen ein Monteur kommt. Der kam tatsächlich zur angegebenen Zeit, setzte ein neues Relais ein - und die Fahrt konnte weitergehen. Nicht ohne ein grosses Dankeschön an Radoslav.
Doch jetzt geht die (schriftliche) Reise erst mal nicht weiter, aber versprochen: Fortsetzung folgt.

Mittwoch, 21. September 2016

Na bitte, geht doch...

...das mit dem Regen. Nachdem wir nahezu drei Monate lang vergeblich auf Regen gewartet haben (die fünf Tropfen auf den Quadratmeter, die es zwischendurch mal gab, können wir unterschlagen), ist er nun doch gekommen.

Endlich Regen
Ende vergangener Woche ein kurzer Gewitterguss, und gestern ein etwas längerer. Leider kaum mehr als fünf Liter auf den Quadratmeter, aber besser als nichts. Zumindest hat es schon mal den Staub von den Pflanzen gewaschen. Ob der Regen auch dafür ausreichend war, die braune Landschaft wieder mit zartem Grün zu bedecken - wir werden es sehen. Bis es so weit ist müssen sich die Pferde weiter mit Heu begnügen. Ganz besonderes Heu allerdings - Elena und Beni haben es bei ihrem letzten Besuch von ihrem Berg am Iskar-Fluss mitgebracht. Den Pferden schmeckts jedenfalls.
Freude über das Bergheu
Aber nicht nur den langersehnten Regen hat das Gewitter mitgebracht, auch eine kleine Abkühlung. Statt wochenlanger 28 bis 30 Grad jetzt nur noch 20. Da arbeitet es sich doch gleich viel leichter. Beim Apfelmus kochen beispielsweise. Einen grossen Beutel voll sehr schöner Äpfel von einer Dorfbewohnerin geschenkt bekommen. Sie weiss nicht was sie damit machen soll. Also wirft sie sie für allerhand die Strasse bevölkernden Tiere über den Gartenzaun. Ich habe Apfelmus daraus gekocht. Völliges Unverständnis bei den Dorfbewohnern. Was soll das sein - ein Püree aus Äpfeln? Hierzulande absolut unbekannt. Also gekocht und verschenkt - und begeistertes Verkosten. Und den Beweis erbracht, dass Obst nicht nur zum sofortigen Essen taugt oder um Schnaps daraus zu brennen. Vielleicht findet mein Apfelmus ja Nachahmer.

Die Pflaumenknödel haben wir ja bereits im Vorjahr bekanntgemacht.
Wir sind aber erst mal beim Packen. Eine Reise nach Griechenland ist geplant. Die sollte heute beginnen. Aber wir wurden vor der Abreise gewarnt. Morgen ist Feiertag in Bulgarien, Freitag ist frei, also ein langes Wochenende. Und Tausende Bulgaren wollen die vier freien Tag für eine Tour nach Griechenland nutzen - da sind Staus an den Grenzübergängen vorprogrammiert. Also warten wir noch ein paar Tage bis Grenzen und Campingplätze in Griechenland wieder frei sind.