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Freitag, 26. August 2011

Ist der Sommer schon vorbei?

Als wir vor einigen Tagen in Burgas waren, sahen wir die ersten großen Storchenschwärme, die sich in den Himmel schraubten und dann Richtung Süden davonflogen.

Kaum zu glauben wie die Zeit vergeht - der Herbst ist nah. Auch die Schwalben trainieren schon längst den großen Flug. Jeden Morgen kreisen sämtliche Schwalbenfamilien von Varvara über dem Dorf. Und die Familien sind groß und zahlreich, es sind mehrere hundert Tiere, die hier den Gruppenflug proben.

Am Wetter ist vom kommenden Herbst freilich noch nichts zu merken - jeden Tag Temperaturen um die 30 Grad, Regen nicht in Sicht. Also immer fleißig gießen. Auch wenn hier die Wasserpreise ziemlich niedrig sind ist zu überlegen, was wirklich wachsen muss. Die Tomaten und die Blumen - ganz klar. Aber englischer Rasen muss wahrlich nicht sein. Der sieht schon ziemlich braun aus. Aber englisch war der ohnehin nie, eben bulgarisch.


Aber die Sonne sorgt auch für viele Überraschungen. Ein Kaktus, der schon rund 15 Jahre in unserem Besitz ist, findet die pralle Sonne toll. Er hat erstmals Blüten angesetzt. Andere Kakteen erleben schon den zweiten (Blüh)Frühling. Und das mit einer spektakulären Blütenfülle.

Sonntag, 20. März 2011

Die Störche sind da



Storchenrast am Dorfrand
Allerdings erst mal die auf der Durchreise. Gestern morgen jedenfalls waren wieder, wie schon im vorigen Frühling, die Wiesen rund ums Dorf besetzt von ihnen. Schon wenige Tage zuvor habe ich zwei Mehlschwalben entdeckt, die wahrscheinlich ihr Brutgebiet in Augenschein nahmen. Also ist jetzt der Frühling wirklich da und die rechte Zeit dafür, die rot-weißen Martenizibändchen an einem demnächst blühenden Strauch oder Baum aufzuhängen.

Das Wetter allerdings zeigt sich nach einigen warmen Tagen seit Freitag wenig frühlingshaft. Am Morgen zogen dicke Nebelbänke übers Meer und versteckten erst das sechs Kilometer entfernte Achtopol, dann die Bucht zwischen unseren Orten und zu guter Letzt Haus für Haus unser Dorf. 
Bis Mittwoch soll es kühl und regnerisch bleiben, aber dann soll er wirklich kommen, der Frühling.

Mittwoch, 25. März 2009

Die Störche sind da


Heute vormittag kreisten sie plötzlich über unserem Dorf - hunderte Störche in mehreren Schwärmen. Als ich die ersten sah hielt ich erst noch für Möwen - bis es immer mehr wurden. Warwara - das Dor
Auf Rastplatzsuche
f liegt ziemlich weit im Süden der bulgarischen Schwarzmeerküste. Von hier ist es nicht mehr weit bis zur türkischen Grenze. Und aus Süden, also aus der Türkei, kamen die Störche geflogen auf ihrem Zug in die sommerlichen Brutgebiete im Norden. Im Herbst hatten wir in vergangenen Jahren, wenn wir Ende September im Urlaub hier waren, schon solch großen Storchschwärme gesehen, die auf ihrem Zug zum Überwintern nach Süden waren. Nun also erstmals die andere Richtung.

Dieser Teil der Schwarzmeerküste liegt an einer der großen Vogelzugrouten, der osteuropäischen Route "via ponticum". In der Nähe von Burgas gibt es zahlreiche Seen und ausgedehnte sumpfige Gebiete, ideale Rastplätze für Zugvögel. Störche sind nicht die einzigen, die hier in der Gegend Rast machen auf ihrem Weg ins Brutgebiet. Krauskopfpelikane haben wir dort auch schon gesehen, bevor sie im Herbst weiterzogen in südlichere Gefilde. Hier leben aber auch mehrere Reiherarten, zahlreiche Entenvögel, aber auch viele Raubvögel.

Dass die Störche ausgerechnet heute erschienen sind hat noch eine ganz besondere, etwas mystische Bedeutung. Heute feiert die bulgarische orthodoxe Kirche Mariä Verkündigung. Dieser Tag ist außer in seiner christlichen Bedeutung noch mit zahlreichen heidnischen Bäuchen verbunden. So sagt der Volksmund, dass heute auch der Tag ist, an dem die ersten Zugvögel zurückkehren und der Kuckuck ruft. Den haben wir nicht gehört, aber dafür jede Menge Zugvögel gesehen. Vielleicht sind ja auch die darunter, die wir Jahr für Jahr an ihren Brutplätzen in Deutschland gesehen haben. Die ersten Störchen sind es freilich nicht, die in diesem Jahre zurückkehren. Bereits Anfang März sind die ersten Schwärme über Burgas gesichtet und von Mitarbeitern der Vogel-Beobachtungsstation Poda am Stadtrand von Burgas auch fotografiert worden. Das Naturschutzzentrum Poda wurde 1997 mit finanzieller Unterstützung eines bulgarisch-schweizerischen Programmes zur Erhaltung der Artenvielfalt errichtet. Naturfreunden bietet es hervorrangede Beobachtungsbedingungen von seinen Dachterrassen, von denen aus man einen guten Blick in die Sumpf- und Seenlandschaft am Stadtrand von Burgas hat. Dabei kann Poda noch mit einer Besonderheit aufwarten: Von hier aus lassen sich ganz prima auch die großen Kormorankolonien beim Brüten beobachten, die ihre Nester auf großen stillgelegten Strommasten bauen - das ist weltweit einmalig. Wer mehr über das Naturschutzzentrum wissen will, es hat auch eine deutschsprachige Internetseite:. http://www.bspb-poda.de/